Beim Dunant-Museum läutet ein Symbol für den Weltfrieden

Am Samstagnachmittag ist beim Henry-Dunant-Museum in Heiden die Friedensglocke von Nagasaki feierlich enthüllt worden. Ihr Klang soll zum Engagement für eine friedlichere Welt aufrufen.

Roger Fuchs
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heiden. Die Friedensglocke in Heiden ist eine Schenkung an das Henry-Dunant-Museum. Sie steckt voller Symbolik und erinnert an ein trauriges Geschichtskapitel: Als im August 1945 die Amerikaner eine Atombombe über Nagasaki (Japan) abwarfen, blieb eine Glocke der Kathedrale, die sogenannte «Angelus-Glocke», fast unversehrt. In der Folge wurde diese Glocke für die schwergeprüfte Stadt zum Symbol des Friedens, zur Friedensglocke.

Um den Friedensgedanken in die Welt hinauszutragen, hat Japan bereits mehrere kleinere Kopien der «Angelus-Glocke» verschenkt. Die erste exakte Kopie durfte im Oktober 2009 das Henry-Dunant-Museum entgegennehmen. Eine Viererdelegation reiste dazu nach Japan, wo man durch Mitglieder der Medizinischen Fakultät der Nagasaki-Universität die 110 Kilogramm schwere Friedensglocke überreicht bekam.

Würdiger Standort

Wie beim Festakt am Samstag Hermann Bergundthal, Präsident des Henry-Dunant-Museums, vor zahlreichen Anwesenden ausführte, wurde die Übergabe in Japan mit der Verpflichtung verbunden, für einen würdigen Standort zu sorgen. Diesen bekommt die Glocke nun auf einem Platz zwischen Dunant-Museum und Spital Heiden. Dort hat man sich dann auch zu einer ersten Feierstunde versammelt. Höhepunkt des vom Brassband-Ensemble St. Gallen und dem Schülerchor Heiden umrahmten Festaktes war die Enthüllung der Glocke: Mit weissen Handschuhen bekleidet, zogen Marlis Hörler Böhi vom Dunant-Museum und Jessica Kehl-Lauff vom Roten Kreuz beider Appenzell das Tuch weg. Othmar Kehl, medizinischer Chefarzt am Spital Heiden, und John Böhi, Vorstandsmitglied des Dunant-Museums – letzterer bahnte der Glocke den Weg von Japan nach Heiden – brachten schliesslich durch gemeinsames Ziehen des Strickes die Glocke zum Läuten. Kurz darauf ging der Glockenklang in das von einer japanischen Sopranistin vorgetragene Lied «Nagasaki no kane» über.

Kunstvoller Glockenträger

Der Glockenträger für die Friedensglocke stammt von der St. Galler Künstlerin Lucie Schenker. Sie hat sich für zwei dünne Metallmembranen entschieden, auf der die Glocke lagert und die wellenförmig in die Landschaft ausgreifen. Die Wellen würden die Zerbrechlichkeit des Friedens symbolisieren, sagte Lucie Schenker. Wie von John Böhi zu erfahren war, soll die Glocke fortan immer am 9. August läuten und an den Abwurf der Atombombe über Nagasaki erinnern. Auch verpflichte sie, sich vermehrt gegen Atomwaffen einzusetzen.

Im Anschluss an den Festakt beim Museum wechselten die Anwesenden für einen zweiten Teil in den Kursaal Heiden, wo unter anderem der Ausserrhoder Regierungsrat Matthias Weishaupt die Geschichte der Friedensglocke vertiefter erläuterte. Überdies gab es eine Grussbotschaft vom japanischen Botschafter in der Schweiz, Yasushi Fukagawa.

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