Erfolgreicher Berufsnachwuchs: Vier Appenzeller Zimmerleute qualifizieren sich für die Schweizer Meisterschaften

Die Teilnehmer aus dem Appenzellerland glänzen an den Vorausscheidungen für die Schweizer Meisterschaften. Das dreitägige Finale soll im Oktober in Sitten stattfinden.

Vreni Peterer
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Pascal Heeb, Reto Koller, Dominik Brülisauer, Roland Brülisauer und Urs Dörig (von links) freuen sich auf die Schweizer Meisterschaften.

Pascal Heeb, Reto Koller, Dominik Brülisauer, Roland Brülisauer und Urs Dörig (von links) freuen sich auf die Schweizer Meisterschaften.

Bild: Vreni Peterer

An der Vorausscheidung zur Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften der Zimmerleute in Lenzburg qualifizierten sich mit Reto Koller (Appenzell), Dominik Brülisauer (Haslen), Roland Brülisauer (Haslen) und Pascal Heeb (Stein) kürzlich gleich vier Appenzeller für den Final.

Die Freude über den Erfolg war Urs Dörig (Unterschlatt), Präsident Nationalteam Holzbau Schweiz, anzusehen. Als ehemaliger Medaillengewinner weiss er aus eigener Erfahrung wie viel Energie, Durchhaltewillen und Fleiss es benötigt, um solche beruflichen Erfolge zu erreichen. Dörig möchte dem «Nachwuchs» seine Erfahrung weitergeben und zieht den Hut vor den motivierten jungen Männern und ihren Leistungen.

Reto Koller (19) hat soeben die vierjährige Lehre bei Manser Holzbau in Weissbad abgeschlossen, Dominik Brülisauer (18) ist im dritten Lehrjahr bei Holzbau Manser in Gonten, Roland Brülisauer (21) absolvierte die Lehre bei Peter Manser in Appenzell. Letzterer ist zurzeit in der Rekrutenschule, danach wird er bei Dörig & Brülisauer in Unterschlatt arbeiten. Der Vierte im Bunde, Pascal Heeb (20), beendete vor kurzem die Lehrzeit bei der Zimmerei Heierli in Teufen.

Meisterschaften finden im Oktober in Sion statt

Die vier Finalisten sind sich einig: Die Vorbereitung auf die Vorausscheidung verlangte ein grosses Mass an Selbstverantwortung und Disziplin. Alle schätzten die Unterstützung ihrer Arbeitgeber und Arbeitskollegen, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite standen. Die Grundvoraussetzungen habe ihnen Urs Dörig unter anderem im Freifachkurs im Berufsbildungszentrum in Herisau mitgegeben, erklären die vier.

In den vergangenen Jahren fanden die Schweizer Meisterschaften der Zimmerleute im Rahmen der Swiss Skills statt. Diese fallen dieses Jahr ebenfalls der Coronapandemie zum Opfer und werden dezentral durchgeführt. Jene der Zimmerleute, zusammen mit weiteren Berufen, soll im Oktober in Sitten stattfinden.

Den Appenzellern ist klar, dass die Vorbereitung auf den Wettstreit erneut zeitintensiv sein wird. Jeder hat individuelle Punkte, an denen er noch speziell feilen will. Bei Dominik Brülisauer ist die Nervosität, Roland Brülisauer will noch vermehrt Zeit in das praktische Üben investieren, Pascal Heeb wird ein besonderes Augenmerk auf das Sägen legen und Reto Koller will sich bei der Vorbereitung jenen Handgriffen widmen, bei denen er sich noch unsicher fühlt.

Zur Vorbereitung auf die Meisterschaften werden sich die zwölf qualifizierten Teilnehmer aus den verschiedensten Regionen der Schweiz bis im Oktober zusätzlich zu zwei Trainings in Lenzburg treffen. Zum einen wird es zusätzlichen Stoff zum Büffeln geben und zum anderen werden Meisterschaftsaufgaben aus den letzten Jahren geübt. Damit sollen die jungen Berufsleute ein gutes Fundament für den Wettkampf haben.

Prüfungsdauer von 22 Stunden

Die Schweizer Meisterschaften werden voraussichtlich während drei Tage stattfinden. Der berufliche Wettkampf umfasst Theorie und Praxis. Anhand einer Planaufgabe muss ein Projekt ermittelt und ausgeführt werden. Dieses wird aus verschiedenen Teilen bestehen, die modular zusammengestellt werden. Den Teilnehmern stehen insgesamt 22 Stunden zur Verfügung. Den fünf Bestklassierten winkt die Aufnahme ins Nationalteam.

Laut Dörig wird es im Rahmen der Schweizer Meisterschaften wieder eine spannende Aufgabe unter dem Titel «Power-Zimmern» geben. Das Spezielle daran: Wenn der Erste sein Projekt beendet hat, erhält er Bonuspunkte und den Konkurrenten stehen nur noch 15 Minuten zur Verfügung. Bei der Schlussbewertung hat dann aber insbesondere die Genauigkeit ein besonderes Gewicht.

Bei allem Ehrgeiz und Ambitionen freut sich das Appenzeller Quartett aber vor allem auch auf eines: auf das Fachsimpeln mit den Berufskollegen.