«Bei Grippe ab in die Heia»

Auf Einladung der Impfgruppe Mosnang referierte Naturheilpraktikerin Helena Hoegger-Ricklin aus Bütschwil über die Grippe und grippale Infekte. Bei der Prävention und Behandlung setzt sie auf natürliche Mittel.

Cecilia Hess-Lombriser
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MOSNANG. Was ist eine Grippe und was ein grippaler Effekt? Helena Hoegger trat gleich zu Beginn des Vortrags vom Dienstagabend im «Bären» mit dem mehrheitlich weiblichen Publikum in einen Dialog und führte ihn fort. Die Mütter wollten wissen, wie sie die Heilung bei ihren kranken Kindern auf natürliche Weise unterstützen können.

Gemüse zuerst

«Eine Grippe ist selten, kommt plötzlich, die Viren vermehren sich schnell, sie geht an die Substanz und ist nicht harmlos», beschrieb die Naturheilpraktikerin. Grippale Infekte seien viel häufiger und kämen schleichend mit Schnupfen, Halsschmerzen, Husten oder diffusen Gliederschmerzen und leichtem Fieber. «Wir wollen beides nicht», meinte sie und holte sich aus dem Publikum Vorschläge, wie solchen Einschränkungen vorgebeugt werden könnte. Der Ernährung gab sie viel Raum. Diese sei sehr individuell und man solle herausfinden, was einem gut tue. «Kinder wissen es. Einzig der Zucker verfremdet die Wahrnehmung», betonte sie. «Regional und saisonal» ist ihr Prinzip. Gemüse sollte der Hauptanteil der Nahrung sein; im Winter Lagergemüse und Äpfel und Birnen als Früchte. «Orangen kühlen und sind nur im Sommer richtig.» Milch und Milchprodukte seien in Massen zu geniessen. Sie seien wertvolle Nahrungsmittel, doch nicht in Zusammenhang mit der Grippe und grippalen Infekten. Besser sei es, diese dann abzusetzen, weil sie kühlten. Das habe mit dem Darm zu tun, der hauptverantwortlich für das Immunsystem sei. Der Zucker sei ein Mineralstoffräuber und greife das Immunsystem an. Birnell könne ein Ersatz sein; von Fertigprodukten sei Abstand zu nehmen.

Präventive Massnahmen

Im Winter sei warmes Essen zu bevorzugen. «Achten Sie auf das eigene Körpergefühl», lud Helena Hoegger ein. Sie erteilte individuelle Tips, schlug vor, wie man kreativ vorgehen kann, um die Kinder für das Essen von Gemüse und Früchten zu begeistern. Das Vorbild sei wichtig. «Reden Sie nicht von gesundem Essen, das macht keinen Eindruck.» Als Prävention sprach sie auch die Lebensordnung mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus an. Als Teil der Natur brauche der Mensch im Winter mehr Ruhe, was er sich jedoch selten zugestehe. Nebst einer guten Hygiene wirkten auch Glaubenssätze positiv oder negativ. «Wer glaubt, während des Winters sicher krank zu werden, wird es wohl.» Bewegung helfe zu einer besseren Durchblutung, mehr Sauerstoff, mehr Energie. Und mit kühlem Wasser, acht bis zehn Grad Unterschied zur Körpertemperatur, könne man sich abhärten. Auch Taulaufen diene dazu oder ein kurzer Lauf im Schnee. Nach einem warmen Bad sollten mindestens die Fusssohlen kalt abgespült werden, um die Wärme zu speichern.

«Kleine Reize fördern, grosse Reize bremsen und ganz grosse Reize blockieren», sagte die Fachfrau wiederholt und machte damit bewusst, dass dem Körper vor allem Zeit gewährt werden sollte, sich selber zu heilen. «Ab in die Heia bei Grippe», riet sie. Ruhe und Flüssigkeit seien wichtig, doch auch der Stuhlgang müsse funktionieren. Ein Fussbad mit Meersalz oder Natron reguliere den Säure-Basen-Haushalt. Es solle immer nur eine Anwendung um die andere gemacht werden. Eine Waschung oder ein Wickel beispielsweise. Bei der Symptombehandlung nannte sie weitere Hausmittel. Wärmendes Olivenöl zum Einreiben bei Husten etwa, vor allem bei Kleinkindern. Dann zählte sie eine Reihe von Wickeln mit Nahrungsmitteln auf, riet jedoch, diesbezüglich einen Kurs zu besuchen und solche Wickel bei sich in gesunden Tagen auszuprobieren. Verschiedene Pflanzen gab sie in Gläsern reihum, um sie zu probieren oder daran zu riechen. Wichtig sei, das Fieber zu lassen. «Es ist das Werkzeug des Körpers.» Erst wenn es gegen 40 Grad tendiere, sei eine Beinwaschung mit lauwarmem Wasser angezeigt. Sie zeigte Spezialitäten auf natürlicher Basis, erzählte aus ihren reichen Erfahrungen, beantwortete Fragen und ermutigte, Vertrauen in das eigene System zu entwickeln.

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