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«Kemal ist mittlerweile auch im Kosovo ein berühmter Fussballer»: Zu Besuch bei Familie Ademi in Herisau

Am Sonntag spielt der Herisauer Kemal Ademi mit dem FC Basel im Kybunpark. Im Stadion werden auch die Familienmitglieder mitfiebern. Im Gespräch erzählen sie, wie stark ihr Zusammenhalt ist.
Alessia Pagani
Salija, Mirjeta und Sanel Ademi sind stolz auf ihren Sohn und Bruder Kemal Ademi. Im Wohnzimmer der Familie hängen eingerahmt verschiedene Trikots des Profifussballers.(Bild: Alessia Pagani)

Salija, Mirjeta und Sanel Ademi sind stolz auf ihren Sohn und Bruder Kemal Ademi. Im Wohnzimmer der Familie hängen eingerahmt verschiedene Trikots des Profifussballers.(Bild: Alessia Pagani)

Wenn der FC St.Gallen am Sonntag den FC Basel empfängt, werden drei Zuschauer besonders nervös im Kybunpark sitzen. Für Mirjeta, Salija und Sanel Ademi gilt es dann, ihren Sohn und Bruder von den Rängen aus anzufeuern. Für Kemal, den Shootingstar im Schweizer Fussball und ehemaligen St.Gallen-Junior, seinerseits bedeutet es eine Rückkehr in seine Ostschweizer Heimat. Vor 24 Jahren vor dem Kosovokrieg geflohen, führte es die Familie Ademi via Deutschland schliesslich nach Herisau, wo Kemal vor etwas mehr als zehn Jahren in der Juniorenmannschaft den Grundstein für seine Karriere legte. Und wo die Familie noch heute lebt.

Zum Interview treffen wir die Ademis in ihrem Zuhause. Bruder Sanel öffnet die Tür. Direkt spürt man die Herzlichkeit, fühlt sich von Beginn weg willkommen. «Für uns ist die Familie das Wichtigste», sagt Mutter Mirjeta Ademi. Das ist spür- und sichtbar. An den Wänden hängen eingerahmt Trikots und Zeitungsartikel. Schnell wird auch das berühmteste Familienmitglied zum Gesprächsthema. «Zum Glück liegt Basel so nahe, so können wir Kemal regelmässig besuchen», sagt Bruder Sanel.

Mehrstündige Zugreisen nach Deutschland

Wenn immer möglich, reisen Eltern und Bruder an den Wochenenden zu Kemals Spielen. Es ist ihnen eine Herzensangelegenheit, diesen zu unterstützen. Freiwillig auf Matchbesuche verzichten würden sie nie: «Nur wenn wir in den Ferien sind oder er im weit entfernten Ausland spielt, gehen wir nicht ins Stadion», so der 25-jährige Sanel. Kemal seinerseits melde sich vor jedem Spiel nochmals telefonisch bei seinem Vater, schreibe seiner Mutter Nachrichten und begrüsse die Familie nach getaner Arbeit auf dem Platz im Stadion. «Das sind für uns wichtige Rituale», so Sanel.

Regelmässige Treffen waren vor einigen Jahren noch aufwendiger. Kemal Ademi war von 2015 bis 2018 beim deutschen Bundesligisten Hoffenheim unter Vertrag. Vor allem für Mirjeta Ademi, die damals an einer schweren Krankheit litt, war dies eine schwierige Zeit. «Kemal war damals mit seinen 19 Jahren noch sehr jung und ich als Mutter wäre gerne in seiner Nähe gewesen.» Der Vater reisteso oft es ging möglich zu seinem Sohn nach Deutschland. Dies bedeutete sechs Stunden Hinfahrt, sechs Stunden Rückfahrt – und dies zwei bis drei Mal monatlich. «Aber ich habe es sehr gerne gemacht und es war mir ein grosses Anliegen.»

Fahrdienst zu den Spielen des Juniors

Zum Fussball gekommen ist Kemal Ademi durch seinen Onkel. Schon als Kind habe man den heute 23-Jährigen immer mit Ball und auf Fussballplätzen angetroffen. «Ich selber hatte früher nie Interesse an Fussball», so Mirjeta Ademi. Und auch der Vater verneint die Frage, ob er selber gespielt habe. Rückhalt haben die Eltern ihrem Sohn immer gegeben. Salija Ademi fuhr Kemal in früheren Jahren wann immer möglich zu den Spielen. «Ich kenne fast jeden Fussballplatz in der Schweiz», sagt Salija und muss lachen beim Gedanken an diese Tage. «Es war allerdings nie ein Müssen.»

Auch Bruder Sanel hat in der Kindheit Fussball gespielt, hat sich irgendwann aber auf die berufliche Laufbahn konzentriert. «Ich gönne meinem Bruder den Ruhm.» Einen grossen Anteil an Kemals Erfolg haben auch die Spielerberater Renato und Michele Cedrola. «Sie sind uns und Kemal eine grosse Hilfe und mittlerweile wie eine Familie für uns», so Mutter Mirjeta Ademi.

Beim Verabschieden fällt der Blick nochmals auf die eingerahmten Zeitungsartikel. Einer ist in Albanisch verfasst. «Er ist mittlerweile auch im Kosovo ein Star», sagt Bruder Sanel nicht ohne Stolz.

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