«Behaltet die Freude am Singen»

MOSNANG. Der Männerchor Mosnang hat am vergangenen Wochenende zum fünftenmal in seiner 124jährigen Geschichte zu einem Bezirksgesangsfest eingeladen. 17 Chöre liessen sich bei ihren Vorträgen in der Kirche bewerten. Abends folgte tolle Unterhaltung und geselliges Beisammensein.

Beatrice Bollhalder
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Der Männerchor Müselbach wurde von Gian Luzio am Klavier begleitet.

Der Männerchor Müselbach wurde von Gian Luzio am Klavier begleitet.

MOSNANG. Eines vorneweg: René Aebi, der Chefexperte, lobte das Bezirksgesangsfest von Mosnang. Er sagte, er und seine Kollegen hätten in Mosnang nur gute Prädikate vergeben dürfen. Das sei ein grosses Glück für den Gesang. «Behaltet die Freude am Singen. Und singt viel, so wird der Gesang immer besser», munterte er die Sängerinnen und Sänger auf. Mit zwei «Vorzüglich», acht «Sehr gut» und sieben «Gut» (siehe Kasten) darf der Anlass als hochstehend bezeichnet werden. Der organisierende Männerchor Mosnang mit seinem OK-Präsidenten Edi Schnellmann durfte sich dafür loben lassen, dass an diesem Tag einfach alles wie am Schnürchen geklappt hat. Inklusive des Wetters, begann es doch genau dann zu regnen, als die ganze Festgesellschaft – angeführt durch die Musikgesellschaft Mosnang – in der Oberstufenturnhalle angelangt war.

Singen und fröhlich sein

Edi Schnellmann begrüsste die Gäste in der festlich geschmückten Turnhalle mit den Worten: «Lasst uns singen und fröhlich sein», und genau das taten die über 400 Sängerinnen und Sänger an diesem Abend. Gian Luzio, Präsident der Sängervereinigung, lobte die Organisatoren für ihre gute Arbeit. Mosnang sei übrigens einer der sechs Gründungsvereine des Verbandes, der 1904 ins Leben gerufen worden ist. Er lobte aber auch die teilnehmenden Chöre. Die Zuhörer und Experten hätten ein hochstehendes und abwechslungsreiches Programm zu hören bekommen, hielt er anerkennend fest. Ganz besonders freue er sich aber, dass sich der Männerchor Bazenheid bereit erklärt habe, im übernächsten Jahr anlässlich seines 140jährigen Bestehens den nächsten Sängertag auszurichten. «In Bazenheid findet dieser dann bereits zum neuntenmal statt», hielt Gian Luzio fest, und dies sei ein Rekord. Bevor Esther Kuster, Präsidentin des Kantonalverbandes, die Gelegenheit hatte, den ihrer Meinung nach «voll motivierten Chören» für deren Einsatz zu danken, erhob Verbandsdirigent Ernst Keller den Taktstock und liess die Sängerinnen und Sänger «Grüss mir die Reben» anstimmen. Kuster wies auf den Olma-Singtag und das kantonale Gesangsfest, das in einem Jahr in Oberbüren stattfindet, hin. Nach dem ausgezeichneten Essen, das dank einer zackigen Servicecrew innert kürzester Zeit aufgetragen worden war, konnten sich die Zuhörer vom Männerchor Henau mit einem tollen Unterhaltungsprogramm überraschen lassen. Das Trio Edelwyss vom Hörnli konnte mit seinem Repertoire, das vom Schlager über weitere bekannte Melodien bis hin zu Oberkrainermusik alles enthielt, die Zuhörer so begeistern, dass jeweils der ganze Saal mitsang, wenn nicht gerade Essen aufgetragen wurde. Und jetzt wurde auch nicht mehr bewertet, also konnte aus voller Kehle mitgesungen werden.

Vorträge in der Kirche

Die verschiedenen Chöre aus dem Gebiet der Sängervereinigung Alttoggenburg und Umgebung sowie die Gastchöre wurden am Mittag beim Pfarreizentrum von den Organisatoren willkommen geheissen. Dort erhielten sie auch die Möglichkeit, sich einzusingen. Anschliessend ging es in die Kirche, in der die beiden selbst gewählten Vorträge von einem Zweier-Expertenteam kritisch angehört wurden. Max Aeberli aus Ernetschwil und Guido Helbling aus Hauptwil bewerteten die ersten vier Chöre. Anschliessend luden sie jeweils den ganzen Chor zum Expertengespräch ein, während das zweite Expertenteam mit René Aebi aus Kreuzlingen und Joseph Müller aus dem glarnerischen Schwändi die nächsten Chöre gesanglich unter die Lupe nahm. Für die zahlreich in der Kirche anwesenden Zuhörer ging es also Schlag auf Schlag. Der begeisterte Applaus bei den Vorträgen liess die Sängerinnen und Sänger erahnen, dass ihre Lieder beim Publikum angekommen sind. Blieb also nur noch die Frage, wie diese den Experten gefallen haben. Zügig und gut organisiert verlief der Nachmittag.

Kleines, gemütliches Sängerfest

Und wie kommt überhaupt die Gesangssektion des Lokomotivpersonals Zürich dazu, sich in Mosnang bewerten zu lassen? «Ganz einfach, wir haben einen Sängertag gesucht, der nicht allzu gross ist. Wir wollten nicht ans Eidgenössische nach Meiringen. Hier gefällt es uns», schmunzelte Wolfgang Hobi, der Präsident des Gastchores, und singt mit den Toggenburgern mit. Obwohl es den Gästen aus dem Nachbarkanton sichtlich in Mosnang gefällt, mussten sie sich doch zeitig wieder auf den Heimweg machen, denn sie waren mit «ihrem» Verkehrsmittel, dem Zug, angereist. Die Zürcher haben sich in der Runde der Sängerkameraden aber sichtlich wohl gefühlt, und deshalb ist es gut möglich, dass ihr Chor auch ein anderes Jahr wieder an einem Bezirkssängertag im Toggenburg anzutreffen ist.

Nicht nur für ein buntes Bild sorgte der Frauenchor Ebnat-Kappel.

Nicht nur für ein buntes Bild sorgte der Frauenchor Ebnat-Kappel.

Überwältigend, wenn über 400 Sängerinnen und Sänger gemeinsam ein Lied anstimmen. (Bilder: Beatrice Bollhalder)

Überwältigend, wenn über 400 Sängerinnen und Sänger gemeinsam ein Lied anstimmen. (Bilder: Beatrice Bollhalder)

Der Männerchor Wattwil 1828 hat von den Experten für seine gelungenen Vorträge ein «Vorzüglich» erhalten.

Der Männerchor Wattwil 1828 hat von den Experten für seine gelungenen Vorträge ein «Vorzüglich» erhalten.

Ein «Sehr gut» erreichte der Männerchor St. Peterzell.

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Die Musikgesellschaft Mosnang führte den Umzug der Chöre an.

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