Begeisterung für den Beruf hilft bei Bewerbung

Worauf schauen Toggenburger Unternehmen bei der Auswahl ihrer Lernenden? Waltraud Weinig, Melanie Rüeger und Erich Brunner liessen sich an einem Podium in die Karten blicken, und sie gaben den Jugendlichen gute Tips, wie sie zu einer Lehrstelle kommen.

Sabine Schmid
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Waltraud Weinig Spitalregion Fürstenland Toggenburg, Spital Wattwil

Waltraud Weinig Spitalregion Fürstenland Toggenburg, Spital Wattwil

WATTWIL. Das Thema Bewerbung war am Lehrstellenforum sehr präsent. Das Podium, auf welchem Waltraud Weinig vom Spital Wattwil, Melanie Rüeger von der St. Galler Kantonalbank Wattwil und Erich Brunner, Mosmatic in Necker, Tips gaben, stiess auf so grosses Interesse, dass es gleich zweimal durchgeführt wurde.

Eigeninitiative zeigen

Jede Person, die ihre Firma vertreten hat, erläuterte kurz, wie das Bewerbungsverfahren abläuft. Alle bestätigten, dass eine Schnupperlehre vorausgesetzt wird. Die Noten variieren je nach Beruf, dazu zählt der Multicheck. Waltraud Weinig betonte jedoch, dass die Schnupperlehre nicht zwingend im Spital Wattwil absolviert werden müsse. Erich Brunner schaut in der mehrtägigen Schnupperlehre, ob der Jugendliche die praktischen Fähigkeiten für den Beruf des Polymechanikers mitbringe. «Uns geht es von Anfang an um einen erfolgreichen Lehrabschluss», sagt er. Melanie Rüeger findet es wichtig, dass die Schüler Eigeninitiative zeigen und beispielsweise selbst im Betrieb anrufen, um sich um eine Lehrstelle zu bewerben. Sie rät, ein solches Telefongespräch zu üben, wenn jemand unsicher sei.

Kennenlernen im Gespräch

Nach dem Sommer sei der richtige Zeitpunkt, um sich zu bewerben, sagten die drei Redner. Ihm sei wichtig, dass der Jugendliche in seinem Bewerbungsschreiben die Motivation deutlich ausdrücke, warum er Polymechaniker werden wolle, betonte Erich Brunner. Melanie Rüger gab den interessierten Zuhörern bereits Tips für ein Vorstellungsgespräch. Zwar sei das primäre Ziel, den Jugendlichen kennenzulernen. «Aber informiert euch über den Betrieb und die Lehre, die ihr machen möchtet. Und schreibt euch die Fragen auf, die ihr uns am Bewerbungsgespräch stellen möchtet.» Wichtig sei auch, angemessen gekleidet zu sein. Dies, so glaubt Melanie Rüeger, könne zwar je nach Beruf unterschiedlich sein. «Wer eine Banklehre machen möchte, sollte aber nicht in kurzen Hosen zum Vorstellungsgespräch erscheinen.» Auch Waltraud Weinig legt ein Augenmerk auf die Kleidung der Jugendlichen. «Als Fachangestellte Gesundheit steht ihr immer im Fokus. Daher müsst ihr euch im Beruf anständig kleiden».

Genügend Lehrstellen für alle

Waltraud Weinig betonte, dass nur etwa zehn Prozent der Bewerbungen in einer Zusage für eine Lehrstelle enden. Auch die Bank müsse sich jeweils zügig entscheiden, wer eine Lehre machen könne. Anders sieht es bei der Mosmatic aus, diese konnte ihre Lehrstelle für den Sommer 2015 nicht besetzen. Erich Brunner ist überzeugt, dass es im Toggenburg genügend Lehrstellen für alle Jugendlichen hat, so dass sie ihre Berufswünsche erfüllen können. Er betonte nochmals die Wichtigkeit der Motivation: «Ihr müsst mit Begeisterung in die Lehre starten.»

Erich Brunner Mosmatic Necker

Erich Brunner Mosmatic Necker

Melanie Rüeger St. Galler Kantonalbank Wattwil

Melanie Rüeger St. Galler Kantonalbank Wattwil