Begehrtes Rehetobler Gemeindepräsidium

Für die Nachfolge des zurücktretenden Gemeindepräsidenten Peter Bischoff stellen sich in Rehetobel drei Personen zur Verfügung. Der Bevölkerung wird eine Auswahl geboten. Damit steht die Vorderländer Gemeinde in einer komfortablen Situation da.

Alessia Pagani
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In Rehetobel ist ein Kampf ums Gemeindepräsidium entbrannt: Bis anhin gibt es drei Kandidaturen. (Bild: Hanspeter Schiess (23. November 2015))

In Rehetobel ist ein Kampf ums Gemeindepräsidium entbrannt: Bis anhin gibt es drei Kandidaturen. (Bild: Hanspeter Schiess (23. November 2015))

Die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gruppierungen in Rehetobel sind in den vergangenen Monaten gemeinsam aktiv geworden. So haben sie in den eigenen Reihen nach Kandidaten für das freiwerdende Amt des Gemeindepräsidenten gesucht. Und das mit Erfolg: Mittlerweile liegen drei Kandidaturen vor. 

«Wir sind froh, dass wir der Bevölkerung eine Auswahl bieten können»

sagt Sarah Kohler von der Lesegesellschaft Dorf. Dies sei nicht selbstverständlich. Und Patrick Langenauer von der FDP-Ortspartei ergänzt: «Wir können uns glücklich schätzen.» Bereits beim Amtsantritt vor rund drei Jahren hatte der jetzige Gemeindepräsident Peter Bischoff bekanntgegeben, nach Ende der Legislatur zurückzutreten. Bei der Wahl war er einziger Kandidat.

Einer, der Bischoff nun beerben möchte, ist Patrick Sieber. Der gebürtige Widnauer blickt auf eine über 15-jährige Gemeindetätigkeit als Bauverwalter zurück. So setzte der zweifache Vater sein Wissen bereits in Gemeinden wie Heiden, Altstätten oder aber Romanshorn ein. Sieber: 

«Ich konnte dadurch einen tiefen Einblick in die verschiedenen Aufgaben einer Gemeinde erhalten und weiss, wie sich eine solche entwickeln kann.»

Und auch die Gemeinde Rehetobel, deren Aufgabenbereiche und Problematiken, kennt Sieber bestens. Momentan betreut der 47-Jährige ein Mandat in der Ausserrhoder Gemeinde.

Parteipolitik ist fehl am Platz

Der studierte Raumplaner bezeichnet sich als Springer. Wo immer Not am Mann ist, sei er zur Stelle. «Für mich ist es jetzt eine gute Gelegenheit, zu kandidieren. Das 50-Prozent-Pensum des Gemeindepräsidenten würde mir ermöglichen, weiterhin als Berater tätig zu sein. Dies bedeutet, dass ich sehr flexibel bin», sagt Sieber, der ein solches Zusammenspiel von Politik und Privatwirtschaft als Win-Win-Situation bezeichnet. «Ich bin kein Quereinsteiger. Dies ist vielleicht auch mein Vorteil gegenüber den anderen Kandidaten.» Eine Gemeinde sei wie eine Familie.

«Man muss darauf achten, dass es für alle passt.»

Parteipolitik stehe hier nicht an erster Stelle. Bei einer Wahl müsste Patrick Sieber seinen Wohnort in Berneck aufgeben. Nicht weiter schlimm, nimmt er doch die, wie er selbst sagt, Eigenschaften eines Rheintalers mit ins Appenzellerland. «Ich habe eine direkte und manchmal forsche Art. Ich sage, was ich denke.»

Ebenfalls kandidieren wird Roland Screta. Seit 2011 wohnt der 47-Jährige mit seiner Frau abseits des Rehetobler Zentrums. Und genau diese Abgeschiedenheit hat ihn zur Kandidatur gebracht.

«Um am Dorfleben teilzunehmen, sind wir schnell hiesigen Vereinen beigetreten.»

Den geknüpften Kontakten folgten Anfragen für den Gemeinderat. «Damals hatte man mir geraten, abzuwarten und die Gemeinde kennen zu lernen.» Stattdessen trat Screta der Geschäftsprüfungskommission bei, in der er seit vier Jahren tätig ist.

«Ich konnte mich in die Materie einarbeiten und bin nun sattelfest.»

Der gelernte Kaufmann arbeitet freiberuflich für die Meteocentrale. «Bei einer 100-Prozent-Tätigkeit wäre die Kandidatur nicht zur Diskussion gestanden», so Screta. Was ihn auszeichne, seien die guten Verbindungen zu allen Rehetoblern. «Ich kann meditativ wirken.» Als Hauptargument nennt er die Liebe zur Gemeinde. «Wir fühlen uns sehr wohl hier.» Als Dritter stellt sich Urs Rohner zur Verfügung, der momentan in den Ferien weilt. Noch ist nicht auszuschliessen, dass sich noch mehr Kandidaten melden. Offizielle Kandidaturen können noch bis 3. Februar bekanntgegeben werden.