Begegnungstag in der Arbeitswelt

Oberstufenschüler der Heilpädagogischen Schule Toggenburg (HPS) schnupperten in verschiedenen Betrieben, begegneten Mitarbeitenden und konnten so einen Blick in die Arbeitswelt werfen.

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TOGGENBURG. Der Berufswahlprozess ist für die Schülerinnen und Schüler aus den Oberstufenklassen und der Werkklasse der Heilpädagogischen Schule Toggenburg ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Die Jugendlichen absolvieren nach Beendigung der Schulzeit eine Praktische Ausbildung (PrA) nach INSOS oder arbeiten in einer geschützten Werkstätte. Damit sie auch einen Eindruck vom Arbeiten im Arbeitsmarkt erhalten, führte die HPS Toggenburg am 19. März zum zweiten Mal einen Begegnungstag in der Arbeitswelt durch.

Einblick in die Arbeitswelt

Die Jugendlichen haben an diesem Tag einen Elternteil, Verwandte oder Bekannte an deren Arbeitsstelle begleitet. Wo dies nicht möglich war, haben die Lehrkräfte der HPS Toggenburg einen Betrieb gesucht, der den Schülerinnen und Schülern während eines Tages einen Beruf näher gebracht hat. Je nach Selbständigkeit und individuellen Fähigkeiten haben die Jugendlichen den Tag alleine oder mit Unterstützung von Mitarbeitenden der HPS Toggenburg verbracht. Die Verantwortlichen der Betriebe haben durch ihr Mitwirken den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, einen Einblick in die Arbeitswelt zu erhalten. Gleichzeitig haben sie erlebt, welche Fähigkeiten ein Mensch mit einer geistigen Beeinträchtigung im Betrieb einbringen könnte. Seit 2011 gelten bei der IV verstärkte Integrationsforderungen. So können die Jugendlichen eine einjährige Praktische Ausbildung (PrA) absolvieren. Besteht die Aussicht auf eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt, so kann die Ausbildung um ein Jahr verlängert werden. Die Integration stellt eine zusätzliche Herausforderung für die Institutionen und die Betriebe im Arbeitsmarkt dar. Daher ist es sowohl für die Betriebe als auch für die jungen Lernenden von Bedeutung, dass Kontakte geknüpft werden können.

Positive Erfahrungen

Manuel (15 Jahre) und Jasmin (16 Jahre) wurden am Morgen von Esther Rogger im Verkaufsladen Blumen im Magazin von Rogger Naturgärten in Ebnat-Kappel begrüsst. Voller Vorfreude staunten sie über die schönen Blumen, die österlichen Dekorationen und Arrangements. Passend zur Jahreszeit durften die zwei Jugendlichen einen Osterkranz aus Heu anfertigen. Esther Rogger richtete ihnen einen Arbeitsplatz ein und zeigte die Aufgabe vor. «Es hat Spass gemacht, einen Kranz zu gestalten. Wir durften sogar einen mit nach Hause nehmen. Einige haben wir vorgefertigt. Esther Rogger macht sie dann fertig und verkauft sie», berichtete Manuel. Mir hat das Verzieren mit den Federn, den Wachteleiern und den Herbstblättern besonders gut gefallen», erzählte Jasmin. «Es war ein bisschen streng, den ganzen Tag zu stehen. Aber es hat mir trotzdem Spass gemacht.»

Esther Rogger berichtete von ihren Erfahrungen aus ihrer Arbeitszeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Sie wies auf die hohen Anforderungen hin, die ihr Beruf als Floristin gerade in stressigen Zeiten mit sich bringe. Diese seien nicht immer mit der Rücksichtnahme auf die Möglichkeiten von Menschen mit einer Beeinträchtigung vereinbar. «Im Berufsalltag lassen sich aber viele sinnvolle Arbeiten finden», betonte sie. Mit einer optimalen Anpassung des Arbeitsplatzes könne auch ein grosser Beitrag zur Förderung von Berufsleuten mit Unterstützungsbedarf geleistet werden, ist sie überzeugt. (pd)

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