Befristete Notunterkunft für Asylsuchende im «Girlen»

EBNAT-KAPPEL. Der Kanton St. Gallen informierte die Gemeinde Ebnat-Kappel am vergangenen Dienstag, dass im Berghaus Girlen ab 1. Februar wieder für zwei Monate Asylsuchende einquartiert werden.

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Im Berghaus Girlen ob Ebnat-Kappel ist für maximal 60 Asylsuchende eine Nutzung vom 1. Februar bis zum 30. März vorgesehen. (Bild: Benjamin Manser)

Im Berghaus Girlen ob Ebnat-Kappel ist für maximal 60 Asylsuchende eine Nutzung vom 1. Februar bis zum 30. März vorgesehen. (Bild: Benjamin Manser)

EBNAT-KAPPEL. Der Kanton St. Gallen informierte die Gemeinde Ebnat-Kappel am vergangenen Dienstag, dass im Berghaus Girlen ab 1. Februar wieder für zwei Monate Asylsuchende einquartiert werden. Ebenso wurde darüber informiert, dass eine Übereinkunft mit der Familie Kauf über die Nutzung des Berghauses als vorübergehende Gruppenunterkunft erzielt wurde.

Bezug für zwei Monate

«Die Notunterkunft in St. Gallenkappel ist bis Ende Januar befristet. Da aktuell keine anderen Möglichkeiten zur Unterbringung von Asylsuchenden bestehen, ist der Kanton froh, diese ab 1. Februar wieder vorübergehend im Berghaus Girlen einquartieren zu können. Wir danken der Bevölkerung von Ebnat-Kappel für die erneute Unterstützung und das Verständnis», betont Jürg Eberle, Amtsleiter des Migrationsamtes des Kantons St. Gallen. Vorgesehen ist eine Nutzung vom 1. Februar bis zum 30. März. In der Not längstens bis Ende April. Während dieser Zeit werden maximal 60 Asylsuchende im «Girlen» einquartiert, betreut und versorgt. Nach Möglichkeit sollen den Asylsuchenden auch Beschäftigungsprogramme ermöglicht werden. Die Kantonspolizei wird wieder vermehrt Präsenz um das Berghaus Girlen und in Ebnat-Kappel markieren.

Zudem wird zwischen Berghaus und Bahnhof Ebnat-Kappel ein regelmässiger Shuttleservice für die Asylsuchenden eingerichtet. Dadurch soll verhindert werden, dass diese allein oder in Gruppen den Fussmarsch zwischen Unterkunft und Bahnhof auf sich nehmen.

Kurzfristige Entscheidung

Aufgrund der Notlage des kantonalen Migrationsamtes und der daraus resultierenden Kurzfristigkeit der Entscheidung, war es der Gemeinde Ebnat-Kappel nicht möglich, die Bevölkerung früher zu informieren oder wieder eine Informationsveranstaltung vorzusehen. Die Gemeinde unterstützt den Kanton in dieser besonderen Lage, sie verlangt aber die allseitige Einhaltung der Spielregeln.

Die Gemeinde ist auch offen für Anfragen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern. Bei Be-darf kann auch später noch eine Informationsveranstaltung organisiert werden. Gemeindepräsident Christian Spoerlé hofft, dass die Einwohnerinnen und Einwohner von Ebnat-Kappel wieder Verständnis zeigen und diesen Menschen in Not vorübergehend «eine warme Stube und ein Dach über dem Kopf» gönnen. «Die Gemeinde steht selbstverständlich der Bevölkerung jederzeit zur Verfügung, sollten Fragen oder Befürchtungen auftauchen», unterstreicht der Gemeindepräsident.

Zum dritten Mal genutzt

Das Berghaus Girlen diente in den letzten Jahren bereits zweimal als vorübergehende Notunterkunft. Es wurde bereits im Frühling 2012 und im darauffolgenden Herbst und Winter als Asylunterkunft verwendet. Die Erfahrungen fielen unterschiedlich aus. Die Gemeinde hofft, dass keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen sein werden. (pd)

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