Bedroht Windpark den Tourismus?

Gemeinderat Urnäsch lehnt Windparks ab Ausgabe vom 8. August 2015

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In der letzten Samstagsausgabe ist mir der Artikel über den Entschluss des Gemeinderats von Urnäsch, dass der Bau von Windkraftanlagen nicht unter- stützt werden soll, aufgefallen. Diesen Entschluss akzeptiere ich als Bürger von Urnäsch. Wenn als Grund die exponierte Lage vom Hochhamm gilt und die grosse Anlage von weither sichtbar ist, so verstehe ich die Skeptiker von Windenergieanlagen.

Die Aussagen von Dölf Biasotto haben mich zum Schreiben des Leserbriefs bewogen. So sind bei modernen Anlagen die Rotorblätter so geformt, dass die Geräuschentwicklung um ein Vielfaches kleiner geworden ist. Weiter ist ein gewisser Ausgleich der Energieerzeugung zu erreichen, wenn Solar- und Wind- und Wasserkraft zusammen genutzt werden. (Der Wind bläst auch, wenn die Sonne nicht scheint.) Falls wir es mit dem Atomausstieg wirklich ernst meinen, müssen wir Sonne, Wind und Wasser als Energie, die uns die Natur zur Verfügung stellt, verstärkt nutzen. Die Speicherung der Energie kann mit Pumpspeicherkraftwerken und durch den Zusammenschluss von Netzen erfolgen. Die Windenergieanlage wird auch in 20 Jahren nur Strom erzeugen, wenn der Wind bläst, Herr Biasotto.

Der Verein der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen VSE hat zu diesem Thema einen Bericht verfasst und den vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2050 als schwierige Klettertour bezeichnet. Es wird technische Herausforderungen geben, die gelöst werden können, wenn wir es wollen.

Wenn sich das Appenzellerland auf drei Windparks mit wenigen WEA festlegen kann, und ich meine damit die gesamte Bevölkerung, die Regierung, die Umweltverbände, Wild-, Vogel- und Fledermausschutz, so kann damit ein grosser Beitrag an eine nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft geleistet werden.

Markus Ehrbar

Techniker HF

St. Antonstrasse 18, 9413 Oberegg

Tourismus als Pseudoargument

Windkraft ja, aber nicht bei uns! Wenn alle so denken, gibt's nirgends alternativ genutzte Energien. Es bleiben dann nur noch AKW, die sowieso niemand vor der eigenen Haustüre will.

Durch Windkraftanlagen beeinträchtigter Tourismus ist ein Pseudoargument. Warum nicht ein attraktives Informationszentrum zum Thema Windpark bauen? Urnäsch könnte sich damit nicht nur Goodwill, sondern auch eine über Kantonsgrenzen hinausgehende Bekanntheit und Attraktivität verschaffen.

Jürg Rohner

Alter Zürichweg 53a

8952 Schlieren

Windräder sind kein touristisches Highlight

Oder doch? Ich betreue das momentan einzige Windkraftwerk im Kanton AR auf dem Chürstein. Dieses steht direkt am Wanderweg von der Wissegg auf den Gäbris. Wenn ich im Steuerhaus bin, stehen oft Wanderer vor der Anlage und lesen die Informationsblätter im Schaufenster. Oft ergeben sich auch Diskussionen über Windkraft, Zukunft der Energieversorgung etc. Es hat aber noch niemand sich darüber beschwert, dass Windanlagen den Tourismus oder die Landschaft beeinträchtigen.

Auf dem Mont-Soleil und dem Mont-Crosin im Jura stehen etwa 12 Windkraftanlagen in einem sehr schönen Wandergebiet. Auch dort werden die Informationsstände von vielen Wanderern besucht. Informationen dazu unter «www. juvent.ch»

Das Tourismusbüro in Moutier hat mir bestätigt. das Windkraftanlagen auch touristisch genutzt werden, es kämen viele Besucher deswegen in die Gegend, es werden Führungen durch den Windpark angeboten.

Im übrigen habe ich kürzlich das sehr interessante Buch «Kraftwerk Schweiz» von Anton Gunzinger gelesen. Darin beschreibt der Autor kompetent, wie sich die Schweiz zu 100 Prozent mit eigener erneuerbarer elektrischer Energie versorgen könnte, also ohne Atomstrom oder Strom aus dem Ausland. Nur man müsste es halt anpacken! Ich wünsche dem Gemeinderat von Urnäsch eine schöne Wanderung vom Mont-Crosin zum Mont-Soleil und hoffe, dass er seine Meinung unterwegs ändert.

Uli Schoch

Schönenbüel 677

9053 Teufen

Ein Lob und Dank den Wegmachern

Es ist mir ein grosses Bedürfnis, den Wegmachern im Alpstein, sei es im Innerrhoder oder Ausserrhoder Gebiet, ein grosses Kompliment auszusprechen. Zum Beispiel: Hoher Kasten–Staubern–Saxerlücke oder Säntis–Lisengrat–Rotsteinpass. Dazu kommen die vielen schönen Wanderwege in Ausserrhoden. Es ist jedesmal ein Genuss, auf den gut ausgebauten und gepflegten Wanderwegen zu gehen und einfach die wunderschöne Bergkulisse zu geniessen. Danke im Namen von vielen Wanderern.

Imelda Stark

Schwägalpstr. 5

9107 Urnäsch