BAZENHEID/KIRCHBERG: Das Projekt wird Tatsache

Nach langer Abklärungsphase dürfte das Beachvolleyballfeld der Vereine TV Bazenheid und Volley Kirchberg im nächsten Spätsommer realisiert werden.

Cédric Schneider
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Isabelle Forrer (hier auf dem Beachvolleyballfeld in Amriswil) gehörte zu den besten Beachvolleyballspielerinnen der Schweiz. (Bild: Mareycke Frehner)

Isabelle Forrer (hier auf dem Beachvolleyballfeld in Amriswil) gehörte zu den besten Beachvolleyballspielerinnen der Schweiz. (Bild: Mareycke Frehner)

Cédric Schneider

cedric.schneider@wilerzeitung.ch

Beachvolleyball erfreut sich zurzeit grosser Beliebtheit, doch die bestehenden Anlagen in der Region sind am Rande ihrer Kapazitätsgrenzen angelangt. Auch wenn in den letzten Jahren viele neue Felder erstellt wurden, scheint die Nachfrage nach der sandigen Sportunterlage ungebrochen. Die zahlreichen Felder sind an lauen Sommerabenden häufig überlastet. Für Vereine, die auf keine eigene Anlage zurückgreifen können, ist es in dieser Zeit sehr schwierig, die entsprechenden Anlagen nutzen zu können. Dies ist gemäss Bernhard Eppisser, Initiant des Projekts Beachvolleyballanlage Bazenheid und ehemaliger Präsident des Turnvereins Bazenheid, auch der Hauptgrund, warum er und Vereinsvertreter zusammen mit der Gemeinde Kirchberg eine Lösung in der Gemeinde anstreben. Erstmals angesprochen wurde das Projekt Beachvolleyballfeld im Jahr 2010, der erste Antrag wurde 2011 eingereicht.

Ein geeigneter Standort wurde nach sorgfältiger Evaluation schon früh ausgemacht. Das Projekt sollte in Bazenheid auf dem Grundstück zwischen der Mehrzweckhalle Ifang und dem Fussballplatz zu Stande kommen. So können Synergien mit den bestehenden Infrastrukturen genutzt werden, zudem wäre die Beachvolleyballanlage in die umliegenden Sportanlagen eingebettet und auch durch die Schulen nutzbar.

Grundstück musste zuerst umgezont werden

Da sich die betroffene Fläche aber in einer für Freizeitanlagen gesetzeswidrigen Zone befand, musste das Stück Land mittels grossflächiger Zonenplanrevision zuerst umgezont werden. Weil zu diesem Zeitpunkt in der gesamten Gemeinde Kirchberg Umzonungen anstanden, zog sich das Projekt in die Länge. Nach Abschluss der Verhandlungen diverser Einsprachen in anderen Teilen der Gemeinde, welche die Zonenplanrevision tangierten, genehmigte der Kanton Letztere Anfang September. In der Folge konnte im November das betroffene Grundstück von der Gemeinde für rund 35000 Franken gekauft werden. Neben der Gemeinde sind die Vereine TV Bazenheid und Volley Kirchberg mit einer Aktivmannschaft und einer Plauschmannschaft sowie die Volleyballgruppe Kirchberg am Projekt beteiligt. Mit dem Interesse der drei Vereinsgruppierungen ist das Projekt breit abgestützt.

Ein erster Versuch, ein Beachvolleyballfeld in der Gemeinde Kirchberg zu realisieren, scheiterte im Jahr 2006. Trotz grossem Einsatz des Vereins Volley Kirchberg verhinderten Einsprachen am geplanten Standort Rätenbergstrasse eine Doppelanlage im Ortsteil Kirchberg. Vorerst steht nun noch die Einreichung des Baugesuchs an. Damit liege der Ball nach dem Abschluss des Landkaufs wieder bei den Vereinen, so Magnus Brändle, Ratsschreiber der Gemeinde Kirchberg. Doch bei den Vereinen liegen noch einige Unsicherheiten vor. «Gegenstand der nächsten Sitzung wird die Abwicklung über die Sport-Toto-Beiträge sein», erklärt Bernhard Eppisser. Die Gemeinde besitze zwar das Grundstück, bei Inanspruchnahme von Sport-Toto-Beiträgen müssten aber die Vereine als Eigentümer der Anlage agieren, so der jetzige Stand. Falls die Sport-Toto-Beiträge nicht beansprucht werden könnten, müsse man sich nochmals mit der Gemeinde zusammensetzen und sich über die Besitzverhältnisse unterhalten, so Eppisser. So lange diese Unklarheiten bestehen, könne auch noch nichts zu den Kosten gesagt werden, sagt Bernhard Eppisser. Zudem sei es vorerst nicht möglich, das notwendige Baugesuch einzureichen.

Trotz der komplizierten Sachlage rechnet man sowohl bei der Gemeinde als auch bei den beteiligten Vereinen mit einer Inbetriebnahme des Doppelfelds im Spätsommer 2017. Bernhard Eppisser spricht im Zusammenhang mit dem möglichen Eröffnungstermin von einem weiteren Vorteil: «Um die Kosten nicht unnötig zu erhöhen, besteht nach der Hochsaison im Sommer die Möglichkeit, den Sand von stattgefundenen Beachvolleyball-Turnieren zu vergünstigten Konditionen zu beziehen.» Diesbezüglich seien die Verantwortlichen mit einer Kontaktperson in Abklärung.