BAZENHEID: Mit 125 statt 60 km/h: Raser erhält ein Jahr bedingt und eine Busse

Mehr als doppelt so schnell wie erlaubt war ein Raser im vergangenen Herbst in Bazenheid unterwegs. Nun hat in das Kreisgericht verurteilt.

Martin Knoepfel
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Viel zu schnell war ein Fahrer in Bazenheid unterwegs. (Symbolbild: PD)

Viel zu schnell war ein Fahrer in Bazenheid unterwegs. (Symbolbild: PD)

Mit 125 Kilometern pro Stunde gerät ein Mercedes-Fahrer im September 2017 in Bazenheid in eine Kontrolle. Diese findet an der Neuen Industriestrasse statt, wo eigentlich nur 60 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. Zudem trägt der Autofahrer keinen Sicherheitsgurt. Die Fahrt ist auf einem Video der Polizei festgehalten, das in der Verhandlung abgespielt wird. Da sieht man auch, dass ein Hundehalter mit seinem Liebling auf dem Trottoir unterwegs ist.

«Ich glaubte nicht, dass ich so rasch fahre»

Gestern befasst sich der Einzelrichter am Kreisgericht Toggenburg im abgekürzten Verfahren mit dem Fall. Dieses ist nur auf Antrag des Angeklagten möglich und nur, wenn dieser die Vorwürfe des Staatsanwaltes anerkennt. Der Strafbefehl des Staatsanwalts wird in diesem Fall zum Urteilsvorschlag.

In der Befragung durch den Richter gibt der Fahrer die qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln und das Nicht-Tragen des Sicherheitsgurtes zu. Er habe nicht geglaubt, dass er so rasch fahre, sagt der Angeklagte in der Befragung. Bei ihm handelt es sich um einen in der Schweiz aufgewachsenen 20-jährigen Serben. Er lebt im Toggenburg und arbeitet nach einer Weiterbildung als Pharmatechnologe. Er sagt, gegen ihn würden keine weiteren Strafverfahren laufen und er sei auch nicht vorbestraft.

Den Mercedes hat er auf Kredit gekauft, das Auto ist noch nicht abbezahlt. Es sei immer sein Traum gewesen, ein solches Auto zu besitzen. Er schäme sich wegen des Vorfalls riesig, sagt er. Der Richter weist den Raser darauf hin, dass dieser andere Verkehrsteilnehmer, die nicht mit derartigen Tempoexzessen rechneten, und auch sich selber massiv gefährdet habe.

Verhandlung dauert eine halbe Stunde

Nach kurzer Beratung erhebt der Richter den Urteilsvorschlag zum Urteil. Ein Jahr Gefängnis bedingt für den Angeklagten, das ist das Minimum bei einem Raserdelikt. Ferner muss der Serbe eine Busse von 1'000 Franken bezahlen. Dazu kommen die Verfahrenskosten. Nach einer halben Stunde ist alles vorbei. Der Entzug des Fahrausweises und die Probezeit für die Freiheitsstrafe dauern allerdings etwas länger, zwei Jahre.