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BAZENHEID: Jassen fördert die Konzentration

In der Projektwoche der Primarschule Eichbüel stand in diesen Tagen das Jassen im Mittelpunkt. Im Generationen-Jass, der 2014 von «Migros-Kulturprozent» ins Leben gerufen worden ist, bringen Pensionäre Schülern das Jassen näher.
Beat Lanzendorfer
Die Schülerinnen und Schüler von Catherine Erni (hinten links) und Barbara Zivkovic (hinten rechts). Hinten Mitte: Pensionärin Dora Fischer. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Die Schülerinnen und Schüler von Catherine Erni (hinten links) und Barbara Zivkovic (hinten rechts). Hinten Mitte: Pensionärin Dora Fischer. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

BAZENHEID. In diesen Tagen wünschte sich manch Erwachsener seine Schulzeit zurück. Im Schulhaus Eichbüel wurden Deutsch- und Rechenhefte ganz weit unten in der Schublade verstaut. Von Montag bis Freitag wurde gejasst, bis die Finger glühten. Die Tage boten Gelegenheit, der jüngeren Generation den Schweizer Volkssport etwas näherzubringen. In Zeiten der elektronischen Medien lobenswert, ist Kindern (und auch Erwachsenen) der Sinn nach herkömmlichen Spielen doch eher abhanden gekommen.

Vier Tage Jassen

Lehrerin Angela Ziegler, die zusammen mit Maria Sziraki für das Jassen in der Projektwoche verantwortlich war, erzählt: «Wir sind im letzten Jahr durch eine Mutter einer Schülerin sowie den Flyer der Migros auf den Generationen-Jass aufmerksam geworden». Das Thema war dann Inhalt im Fach «Mensch und Umwelt». Um für die Woche gewappnet zu sein, mussten Schülerinnen und Schüler im Vorfeld die Karten kennenlernen. Speziell ging es darum, den Wert jeder Karte zu wissen. Dazu Angela Ziegler mit einem Lachen: «Wir stellten fest, dass einzelne Lehrkräfte auch nicht jassen können und haben daher vor der Projektwoche ganz viel geübt.» Begonnen hat es am Montagmorgen mit «Obenabe» und «Undenue». Unterstützung bekamen die Lehrkräfte von Pensionärinnen und Pensionären, welche dem Nachwuchs Kniffs und Tricks näherbrachten. Einer von ihnen war der 69jährige Willy Weibel aus Balterswil, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist: «Weil wir keinen Fernseher zu Hause hatten, konnte ich schon jassen, bevor ich zur Schule kam. Wir waren sieben Kinder. Ich und die älteste Schwester Martha jassten mit den Eltern, die fünf jüngeren Kinder mussten zuschauen.» (lacht). Und weiter: «Ich habe im <Migros-Magazin> vom Generationen-Jass gelesen und mich spontan angemeldet.» Er gibt seine Kenntnisse gerne weiter, muss aber auch spüren, dass die Schülerinnen und Schüler Interesse zeigen. «Es braucht halt ein wenig Ausdauer, fördert aber die Konzentration und erfordert üben, üben, üben.» Beim Besuch am Dienstag war beim Schieber bereits das Trumpfen angesagt. Hierfür standen die wichtigsten Regeln an der Wandtafel.

Vorhand Trumpfen: Wer Bauer, Nell und einen weiteren hohen Trumpf in Händen hält. Oder: Bauer plus drei weitere Trümpfe oder Nell und vier zusätzliche Trumpfkarten. Beim «Obenabe» und «Undenue» sollte die Vorhand mit fünf sicheren Stichen ausgestattet sein. Erklärt worden ist auch das Verwerfen und Anziehen von Karten. Und nicht zuletzt trägt Jassen auch zum Training des Gehirns bei, spätestens dann, wenn der Wert der eigenen Karten zusammengezählt werden muss. Um zusätzliche Abwechslung in die Woche zu bringen, stand die Gestaltung auf dem Programm. Im Schulzimmer oder in der Turnhalle wurden Jasskarten nach eigener Phantasie kreiert. Die Jass-Woche erfuhr am Mittwoch mit dem Unihockeyturnier einen Unterbruch. Es gehört seit über zwei Jahrzehnten zu den festen Ritualen am Schulhaus.

Jassturnier am Freitag

Wie könnte es anders sein, gestern Freitag wurde ein Jassturnier durchgeführt. Blieben die Schülerinnen und Schüler am Morgen noch unter sich, waren am Nachmittag auch die Eltern willkommen.

Die Woche sollte dazu dienen, dem Nachwuchs Alternativen zu Smartphone, PC oder Fernseher näherzubringen. Dies ist sicher gelungen.

Angela Ziegler Lehrerin Primarschule Eichbüel

Angela Ziegler Lehrerin Primarschule Eichbüel

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