BAZENHEID: Im Oktober wird es warm

Nach sechsmonatiger Bauzeit sollen im kommenden Monat die ersten Kunden mit Fernwärme beliefert werden. Andreas Jossi, Geschäftsführer des Regionalwerkes Toggenburg (rwt), stellt sich den Fragen.

Beat Lanzendorfer
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Felix Forster, Bauleitung Fernwärme und Präsident der Dorfkorporation Bazenheid, René Rüttimann, Projektleiter Fernwärme, und Heinz Herzog, Fernwärmeberater, sind in Bazenheid in Bezug auf Fernwärme die Ansprechpersonen (von links). (Bild: PD)

Felix Forster, Bauleitung Fernwärme und Präsident der Dorfkorporation Bazenheid, René Rüttimann, Projektleiter Fernwärme, und Heinz Herzog, Fernwärmeberater, sind in Bazenheid in Bezug auf Fernwärme die Ansprechpersonen (von links). (Bild: PD)

Andreas Jossi: durch die Bauarbeiten kam es in Unterbazenheid öfters zu Verkehrsbehinderungen. Gab es dadurch negative Reak- tionen seitens der Bevölkerung?

Ich denke, wir haben vorgängig die Allgemeinheit und besonders die am meisten Betroffenen gut informiert. Jedenfalls habe ich keine einzige negative Reaktion erhalten. Im Gegenteil hiess es sogar einige Male: «Das ging ja schneller als erwartet.»

Wie ist aktuell der Stand der Dinge betreffend der Bauarbeiten?

Die Bauarbeiten an der ersten Netzetappe von Zwizach bis zum Ifang sind praktisch abgeschlossen.

Dann gehen Sie davon aus, dass der Zeitplan eingehalten werden kann?

Ja, wir hatten die Wärme auf Oktober versprochen, also auf den Anfang der Heizperiode. Die kalte Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes erfolgt in der Zeit vom 25. bis zum 29. September. Die Lieferung von Wärme wird ab dem 10. Oktober erfolgen. Obwohl sogar noch mehr Gebäude angeschlossen wurden als ursprünglich vorgesehen.

Das lässt darauf schliessen, dass sich seit dem Beginn der Bauarbeiten noch weitere Einwohner zur Umstellung auf Fernwärme entschieden haben?

Das ist so. Es kam vereinzelt zu spontanen Entscheiden, sich anzuschliessen. Gerade Eigentümer, die sich bisher nur am Rande mit dem Thema beschäftigt hatten und die festgestellt haben, dass die Fernwärme direkt bei ihnen vorbeikommt.

Gibt es konkrete Zahlen?

Insgesamt werden wir in der ersten Etappe 33 Kunden an der Fernwärme anschliessen.

Gab es eigentlich seit Beginn der Bauarbeiten Schwierigkeiten, die im Vorfeld so nicht vorhersehbar waren?

Wir sind froh, dass keine Zwischenfälle, insbesondere keine Unfälle, passiert sind. Wir sind einzig auf einige unerwartete Hindernisse im Boden gestossen, vor allem auf nicht exakt vermerkte alte Leitungen. In diesen Fällen musste jeweils Platz geschaffen oder ein anderer Weg gesucht werden. Vor Probleme sind wir dadurch aber nicht gestellt worden.

Die Kosten der Fernwärme werden mit rund sechs Millionen Franken für den Endausbau beziffert. Kann das Budget eingehalten werden?

Die Kosten der ersten Etappe betragen etwas weniger als drei Millionen Franken. Noch ist die Bauabrechnung nicht erfolgt. Es ist aber absehbar, dass wir bei den Kosten für die erste Etappe eine Punktlandung machen werden. Sogar mit den erwähnten, zusätzlich angeschlossenen Liegenschaften. Wir sind daher sehr zufrieden.

Der erste Schritt ist erfolgt. Wie sieht das weitere Vorgehen bezüglich Fernwärme in Bazenheid aus?

Wir haben mit dieser ersten Etappe Erfahrungen sammeln können und werden diese für die nächsten Etappen einfliessen lassen. Per sofort gehen wir gezielt auf neue Kunden zu und versuchen, weitere Liegenschaften für einen Anschluss zu gewinnen. Der Schwerpunkt wird auf Liegenschaften südlich vom Ifang, unweit der Wilerstrasse, liegen. Die nächste Etappe wird bis zur ­Heizperiode 2018 angeschlossen ­werden.

Können die Einwohner von Oberbazenheid damit rechnen, in absehbarer Zeit auch Fernwärme beziehen zu können?

Ein erster Teil davon bestimmt! Intern prüfen wir laufend, wo genau die nächste Etappe gebaut werden soll. Das hängt in erster Linie mit der Bereitschaft der Kunden zusammen, einen Vertrag zu unterzeichnen.

Existiert dafür ein Zeit­rahmen?

Die nächste Etappe wird im Herbst 2018 in Betrieb gehen. Generell wird der Ausbau neuer Etappen gemäss den Heizperioden getaktet werden. Anschlüsse an bestehende Rohre können aber jederzeit zusätzlich eingeplant werden, auch im Winter.

Braucht es für die weiteren Schritte auch personelle Ressourcen?

Ja, die Kundenberatung soll schliesslich seriös erfolgen und benötigt entsprechend Zeit und Fachkompetenz. Wir freuen uns, dass wir mit Heinz Herzog einen erfahrenen Profi motivieren konnten, sich für unsere Sache einzusetzen. Somit werden sich insgesamt drei Personen um Beratung und Betreuung von Kunden kümmern.

Wagen wir noch einen Blick in die weitere Zukunft. Kann man davon ausgehen, dass in 20 Jahren in Bazenheid ein Grossteil der privaten Hausbesitzer und die hier ansässige Industrie Fernwärme bezieht?

Die Industrie muss in Zukunft verschiedene Massnahmen treffen, um ihre Co2-Bilanz zu verbessern. Mit dem Anschluss an die Fernwärme hätte ein Grossteil ihr Klimaziel bereits erreicht. Auch bei den Privaten dürfte die einfache Anwendung, der ökologische Gedanke und letztlich der Preis dazu führen, dass Fernwärme der Energieträger der Zukunft ist. Ich bin überzeugt davon, dass die Einwohner auf Fernwärme umsteigen werden, wenn sie die Vorzüge erkennen.