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BAZENHEID: «Ich liebe meinen Sport»

Die 17jährige Tiffany Ehrbar qualifizierte sich als Mitglied der Juniorennationalmannschaft für die Weltmeisterschaften der Rettungsschwimmer, die vom 7. bis 11. September in Holland stattfanden.
Beat Lanzendorfer
Tiffany Ehrbar im Eingangsbereich des Hallenbads Bütschwil. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Tiffany Ehrbar im Eingangsbereich des Hallenbads Bütschwil. (Bild: Beat Lanzendorfer)

BAZENHEID. Auf die Frage «Was versteht man unter einer Rettungsschwimmerin?» muss Tiffany Ehrbar zuerst etwas ausholen. «Es ist eine Sportart, in der im Einzel oder in der Gruppe mehrere Disziplinen zu absolvieren sind. Es wird unterschieden zwischen Schwimmbecken oder Freiwasser, was ein See oder das Meer sein kann.» Bei Wettkämpfen im Schwimmbecken, die auf nationaler Ebene zur Austragung gelangen, müssen sich die Teilnehmenden in sieben Disziplinen bewähren. International (See oder Meer) kommen noch fünf weitere hinzu. Dazu zählen etwa das 200-Meter- Hindernisschwimmen, das Retten einer Puppe aus fünfzig Metern Entfernung, das Retten mit Boot oder der Leinenwurf. «Meine Lieblingsdisziplin beinhaltet zuerst 200 Meter Rennen im Sand, 400 Meter Schwimmen und dann nochmals 200 Meter Rennen», klärt die Wattwilerin auf.

Körperlich auf einem Topniveau

Rettungsschwimmen hat nur bedingt etwas mit «Leben retten» zu tun. Vielmehr ist es eine Rettungssportart, bei der körperlich hohe Anforderungen gefragt sind. «Um mithalten zu können, bestreite ich wöchentlich sechs Trainingseinheiten», erzählt Tiffany Ehrbar, die in Bazenheid die dreijährige Ausbildung zur medizinischen Praxisassistentin absolviert. Vier von diesen sechs Einheiten ist sie im Wasser, im Sommer im Wattwiler Freibad, im Winter im Hallenbad Bütschwil. Hinzu kommt ein Kraft- sowie ein Lauftraining von jeweils etwa einer Stunde. Erstaunlich die Aussage der heutigen Wasserratte: «Früher war das Wasser eigentlich gar nicht mein Element. Meinen Eltern war aber wichtig, dass ich und meine vier Jahre ältere Schwester Jennifer schwimmen können.» Sie besuchte sehr früh einen privaten Schwimmkurs und trat schon im grossen Kindergarten der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft bei. «Dafür bekam ich sogar eine Spezialerlaubnis, weil dies eigentlich erst ab der 2. Klasse möglich ist». Hier drängt sich die Frage nach der Motivation auf, denn die 17-Jährige betreibt ihr aufwendiges Hobby schon mehr als zehn Jahre: «Früher war es ein Ausgleich zur Schule, heute zur Ausbildung. Ich kann mich im Training wunderbar auspowern, den Kopf freimachen und im Wasser alles vergessen.» Aus sportlicher Sicht zählt die Europameisterschaft 2015 im spanischen Alicante sowie die diesjährige Weltmeisterschaft in Holland zu den Höhepunkten. Die Teilnehmenden aus der Schweiz blieben zwar ausserhalb der Medaillenränge, «die gegenseitige Motivation und der Zusammenhalt im Team wiegen das aber bei weitem auf, darum liebe ich diesen Sport auch so sehr», so Tiffany Ehrbar.

Ein Erfolgserlebnis feierte sie mit persönlicher Bestzeit in der Disziplin «Lifesaver». Der Athlet schwimmt 50 Meter Freistil mit Flossen und Gurtretter. Bei der Wende fixiert er eine Puppe, welche bis zum Brustring im Wasser liegt, im Gurtretter und schleppt diese die restliche Distanz zum Ziel. Am Strahlen der Augen, nimmt man Tiffany Ehrbar die oben gemachte Aussage zu hundert Prozent ab, denn finanziell sind die Rettungsschwimmer statt auf Rosen schon eher auf einem Nagelbrett gebettet.

«Für die Weltmeisterschaften erhielten wir Athleten Unterstützung von der Lebensrettungsgesellschaft, ansonsten müssen wir fast alles selber bezahlen. Immerhin kommt für die im Wasser benötigten Textilien ein weltweit bedeutender Hersteller als Sponsor auf.»

WM in Australien ist ein Fernziel

Könnte Tiffany Ehrbar ihr Hobby auch zum Beruf machen? «Klar könnte ich mich zum Beispiel in Australien an einem Strand als Rettungsschwimmerin bewerben und hätte sicher gute Chancen, den Job zu bekommen. Das ist aber nicht unbedingt meine Triebfeder.» Vielmehr hat sie die Weltmeisterschaft 2018 bei den Aktiven in «Down Under» ins Auge gefasst. Um sich diesen Traum zu erfüllen, muss sie jeweils im Frühjahr die Qualifikation in Tenero bestreiten, denn nur sechs Frauen und sechs Männer gehören dem Nationalteam an. Nationalteam, ein gutes Stichwort – nach einer Stunde Gespräch ist es kurz vor 20 Uhr. Zeit für die Rettungsschwimmerin, im Wasser noch vier bis fünf Kilometer zurückzulegen.

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