BAZENHEID: Grünes Licht für die Fernwärme

In Bazenheid soll ab übernächstem Winter mit Fernwärme geheizt werden können. Trotz des tiefen Ölpreises wollen sich knapp 30 Private und Unternehmen anschliessen lassen. Ob das Netz nach Kirchberg und Wil verlängert wird, ist offen.

Simon Dudle
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In Bazenheid wird dieser Typ Rohr (Twinpipe) verwendet. (Bild: pd)

In Bazenheid wird dieser Typ Rohr (Twinpipe) verwendet. (Bild: pd)

BAZENHEID. Was seit den 1990er-Jahren in Bazenheid zur Debatte steht, dürfte aller Voraussicht nach ab diesem Herbst Realität werden: ein flächendeckendes Fernwärmenetz. Dieses wird vorerst 2,5 Kilometer lang sein und vom Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) bis zum Gebiet Ifang führen.

In einem nächsten Schritt soll die Leitung um drei Kilometer durch das Dorf bis zum ehemaligen Zeughaus verlängert werden. «Dann können wir ganz Bazenheid mit Fernwärme versorgen», sagt Felix Forster von der Dorfkorporation. Diese ist zusammen mit dem ZAB und dem Regionalwerk Toggenburg (RWT) für die Umsetzung verantwortlich.

Auch grosse Abnehmer dabei

Grünes Licht kann nun gegeben werden, da genügend Interessenten eine Absichtserklärungen unterzeichnet haben, also mitmachen zu wollen. Rund 25 bis 30 solcher Vorverträge sind es, wobei auch einige grosse Abnehmer wie die Dreifachturnhalle Ifang, das Polizeigebäude, das Schulhaus Eichbüel oder der geplante Neubau der Landi im Gebiet Zwizach darunter sind.

In den nächsten Wochen wird die Dorfkorporation Bazenheid mit den Interessenten die definitiven Verträge abschliessen. Dann kann die Detailplanung vorangetrieben werden. Läuft alles planmässig, fahren die Bagger bereits im zweiten Halbjahr 2016 auf. Mit dem Ziel, dass die ersten Bezüger im Winter 2017/2018 heisses Wasser vom Fernwärmeprojekt beziehen können.

Kosten: Knapp zehn Millionen

Finanziert wird das Netz in erster Linie durch das RWT, wobei ZAB und Dorfkorporation eine kleine Anschubfinanzierung leisten. RWT-Geschäftsführer Andreas Jossi rechnet mit Gesamtkosten von knapp zehn Millionen Franken, wobei vom Kanton Förderbeiträge in der Höhe von rund 800 000 Franken in Aussicht stünden. Dies betrifft den Vollausbau bis zum ehemaligen Zeughaus. Bazenheid spielt somit Vorreiter.

Noch nicht sicher ist, ob das Fernwärmenetz um die Äste Kirchberg und Wil ergänzt wird, was technisch möglich wäre. Beiderorts ist man noch in der Konzeptphase. In Wil möchte man diese bis Ende Jahr abgeschlossen haben, so dass dann entschieden werden kann, ob auch die Stadt ans Fernwärmenetz angehängt wird. Stadtrat Daniel Meili sagt: «Grundsätzlich möchten auch wir das. Allerdings hat Wil keine Dringlichkeit und die Rahmenbedingungen müssen zuerst geklärt werden.»

Kein zeitlicher Horizont

Für das Dorf Kirchberg ist kein zeitlicher Horizont bis zum Entscheid definiert. Während für den Ast nach Kirchberg ebenfalls das RWT für die Realisierung verantwortlich wäre, stünden die Technischen Betriebe Wil in der Äbtestadt dafür in der Verantwortung.

Fernwärme für das ganze Dorf Bazenheid: Bereits im zweiten Halbjahr 2016 sollen die Bauarbeiten beginnen. (Bild: Hans Suter)

Fernwärme für das ganze Dorf Bazenheid: Bereits im zweiten Halbjahr 2016 sollen die Bauarbeiten beginnen. (Bild: Hans Suter)

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