BAZENHEID: Gerüstet fürs Jahrhundertspiel

Die Berner Young Boys haben vor dem Cupspiel gegen Bazenheid unruhige Tage hinter sich. Die Alttoggenburger hingegen betreten am Sonntag gelassen und ohne Furcht das Spielfeld.

Beat Lanzendorfer
Merken
Drucken
Teilen
16 von vielen Helfern, welche in dieser Woche für den Aufbau der Tribünen verantwortlich sind. (Bild: Beat Lanzendorfer)

16 von vielen Helfern, welche in dieser Woche für den Aufbau der Tribünen verantwortlich sind. (Bild: Beat Lanzendorfer)

BAZENHEID. Drei Tage dauert es noch bis zum Jahrhundertspiel Bazenheid – Young Boys. Im 4500-Seelen-Dorf ist zurzeit alles ein wenig anders. Emsiges Treiben herrscht vor allem auf dem Fussballplatz Ifang. Rund fünfzig Helfer sind seit letztem Samstag dabei, eine dem Anlass würdige Infrastruktur zu erstellen. Dazu gehören drei Sitzplatztribünen, auf denen 638 Zuschauer Platz finden, plus die Stehplatztribüne für 300 bis 400 Young-Boys-Fans, die mit dem Extrazug anreisen.

Matchbesuch und Videoanalyse

Auch im Umfeld der ersten Mannschaft ist die Anspannung zu spüren. An der am letzten Dienstag einberufenen Pressekonferenz war die Vorfreude bei Trainer Heris Stefanachi und Captain Dejan Baumann spürbar. Angst vor dem scheinbar übermächtigen Gegner halten beide für einen schlechten Ratgeber. «Ich bin froh, dass wir erst in der 2. Hauptrunde auf die Young Boys treffen, denn meine Spieler haben nach vier Spielen jetzt den Rhythmus gefunden», erklärt Stefanachi. Die Frage, ob den Bazenheidern die Angst im Nacken sitzt, verneint er vehement: «Respekt ja, Angst sicher nicht. Wir gehen in jedes Spiel mit der Absicht, dieses zu gewinnen, und wenn der Gegner Young Boys heisst.» Auch Captain Dejan Baumann sieht es ähnlich: «Ich war 2008 nicht dabei, als sich Bazenheid gegen St. Gallen erst in der Verlängerung geschlagen geben musste. In den Jahren davor haben wir gegen Lugano und Chiasso trotz knapper Niederlagen bewiesen, dass wir Oberklassige in Bedrängnis bringen können.» Heris Stefanachi glaubt nicht, dass die Querelen um Sportchef Fredy Bickel, von dem sich die Berner Anfang Woche trennten, einen Einfluss auf das Spiel haben: «Das denke ich nicht, sie spielen am Donnerstag in der Europa League noch gegen Piräus und werden sich kaum von den Nebengeräuschen beeinflussen lassen.» Im Gegensatz zu Fredy Bickel sitzt Bazenheids Sportchef Hans «Hasä» Stadler fest im Sattel. Er gehört auch dem OK an, welches das Cupspiel organisiert. Als Vorbereitung haben die Bazenheider das Meisterschaftsspiel Grasshoppers – Young Boys besucht. Diese Woche steht noch eine Videoanalyse auf dem Programm, zudem werden statt der üblichen drei vier Trainingseinheiten absolviert. Am Spieltag nehmen die Akteure das Mittagessen gemeinsam ein. Zu erwähnen gilt noch, dass die 1. Mannschaft beim Stellen der Stehplatztribüne aktiv mitgeholfen hat. Auch das gehört zum Motto «Fussball auf dem Land».

Harald Gämperle finanzierte das Clubhaus

Präsident Markus Böni freut sich auf das Wiedersehen mit dem Ex-Bazenheider Harald Gämperle, heute Co-Trainer der Young Boys. Er war es, mit dessen Transfererlös das Clubhaus vor 25 Jahren finanziert werden konnte. Die Bazenheider hatten sich 1986 beim Verkauf nach St. Gallen eine Beteiligung bei einem Weiterverkauf ausbedungen. Diese kam 1990 zum Tragen, als ihn die Espen zu den Grasshoppers transferierten. «Mit den Young Boys haben wir unser Traumlos erhalten», meint er abschliessend.