BAZENHEID: Chance für den ersten Eindruck

Schülerinnen und Schüler, die im Sommer 2018 die obligatorische Schulzeit beenden und danach ins Berufsleben übertreten, sollten sich jetzt mit dem Thema Lehrstelle beschäftigen.

Beat Lanzendorfer
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Bild: Beat Lanzendorfer

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@ toggenburgmedien.ch

Die meisten in der Aula des Oberstufenschulhauses konnten sich bei der Bemerkung «Muss ich mir jeden Tag die Haare kämen?» ein Schmunzeln nicht verkneifen. Mit solchen und ähnlichen Fragen wird Michael Brecht, Leiter Berufsbildung der Genossenschaft Migros Ostschweiz, des Öfteren konfrontiert. Den Anwesenden leuchtete ein, dass darauf nur ein Ja folgen konnte.

Angehende Lehrlinge in komfortabler Situation

Trotzdem oder gerade deswegen ist ein Bedürfnis vorhanden, zu erfahren, wie bei einer Bewerbung und einem allfällig folgenden Bewerbungsgespräch vorzugehen ist. Michael Brecht, Daniela Zwicker, Nachwuchsbetreuerin der St. Galler Kantonalbank, Andreas Meier, Ausbildner bei der Larag AG, und Andreas Bischof, Leiter Berufsbildung der Bühler AG, boten am Montagabend Hilfestellung.

Zurück zur erwähnten Frage: Am Ende des Abends war allen in Erinnerung gerufen, dass es beim Vorstellungsgespräch «nur eine Chance für den ersten Eindruck gibt». Trotz Druck, der auf die Jugendlichen zukommt, gewann Andreas Bischof der Situation auch positive Seiten ab: «Ihr befindet euch in einer komfortablen Situation, zurzeit besteht kein Lehrstellenmangel, allein in diesem Jahr blieben rund 10 000 Lehrstellen unbesetzt». Eine seriöse Bewerbung bleibt aber in jedem Fall das A und O.

«Kein Anschluss unter dieser Nummer»

«Rund 30 Prozent aller Bewerbungen, die bei mir auf dem Schreibtisch landen, sind fehlerhaft», erklärte Andreas Meier. Und weiter: «Es macht keinen guten Eindruck, wenn ich auf meinen Rückruf die Antwort ‹Kein Anschluss unter dieser Nummer› erhalte». Als moralische Stütze kommt auch den Eltern eine bedeutende Rolle zu, wenn es mit dem Wunschberuf nicht auf Anhieb klappt.

Alle vier Referenten betonten die Bedeutung der Schulnoten, genauso wichtig ist ihnen aber der menschliche Aspekt. «Unsicherheit darf in eurem Alter dazugehören. Wer sich dabei allerdings korrekt benimmt und ein gutes Auftreten an den Tag legt, hat schon sehr vieles richtig gemacht».Die Informationsveranstaltung vom Montag war eine von vielen, die in den nächsten Wochen an den Schulen der Region durch­geführt werden.

Laut Mich­ael Brecht sind er und sein Team von der Migros Ostschweiz an rund 40 verschiedenen Standorten unterwegs. Von ähnlichen Zahlen spricht Daniela Zwicker. Die Bühler AG sowie die Larag AG re­krutieren ihre Auszubildenden schwerpunktmässig in den Regionen Wil/Uzwil/Toggenburg, was unter anderem auch mit vier bis fünf Info-Veranstaltungen geschieht.

Am Ende brachte Andreas Bischof ein Anliegen an die Lehrkräfte an: «Eine Liste im Schulzimmer, auf der ersichtlich ist, welche Schülerinnen und Schüler bereits eine Lehrstelle gefunden haben, halte ich für unnötig. Es erhöht den Druck gegenüber jenen, welche noch auf der Suche sind».

Lehrstellenforen in Wattwil und Wil

Abschliessend war es Paul Steiner ein Anliegen, sich bei den Referenten zu bedanken und sich gleichzeitig bei den Eltern persönlich zu verabschieden. Der langjährige Organisator der Informationsveranstaltung in Bazenheid wird am Ende des Schuljahres in den Ruhestand übertreten.

Ein gutes Instrument, sich über das künftige Berufsleben zu informieren, bietet das Lehrstellenforum Toggenburg. Über 70 Lehrbetriebe aus dem Toggenburg präsentieren sich und ihre Lehrberufe am Samstag, 17. Juni, in Wattwil (8.30 bis 12 Uhr, BWZT) sowie am Samstag, 24. Juni, in Wil (9 bis 13 Uhr, Stadtsaal).

www.lftoggenburg.ch

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