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Petition fordert Stopp bei Doppelspur

Der Teufener Felix Gmünder hat eine Petition lanciert. Diese verlangt einen Marschhalt beim Bau der Doppelspur. Bis Ende Mai sollen Hunderte von Unterschriften gesammelt werden.
Astrid Zysset
Im Juni beginnt der Umbau des Bahnhofs. Die Petition will das verhindern. (Bild: Benjamin Manser)

Im Juni beginnt der Umbau des Bahnhofs. Die Petition will das verhindern. (Bild: Benjamin Manser)

Eigentlich sei er fast zu spät. Dessen ist er sich bewusst. Doch Felix Gmünder aus Teufen sagt auch: «Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Und die Doppelspur ist ein Schrecken!» Der Mikrobiologe und Biochemiker hat in den vergangenen Tagen eine Petition lanciert. Mit dieser soll der Gemeinderat aufgefordert werden, sich für einen Marschhalt bei der Projektierung und Ausführung des Baus der Ortsdurchfahrt einzusetzen. Weiter seien verschiedene Varianten, namentlich die Langtunnellösung, erneut zu prüfen.

Schon mehrfach wurde in Teufen über einen Tunnel anstelle der Doppelspur abgestimmt. Immerzu wurde die Doppelspur von der Mehrheit der Bevölkerung favorisiert. «Ich glaube, die Konsequenzen waren zu wenig bekannt», so Gmünder. Heute äussert vor allem das Gewerbe grosse Bedenken aufgrund der Bauzeit, die für die Betriebe im Dorfzentrum finanzielle Einbussen mit sich bringen könnte. Gmünder geht noch weiter und ist sicher, dass sich die Doppelspur auch nach Abschluss der Arbeiten als nachteilig erweisen wird. «Während der Hauptverkehrszeiten wird es zu einem Chaos kommen. Die Trams werden nicht reibungslos an den Autos vorbeikommen; nicht an jenen, die ein- und ausparkieren wollen wie auch an denjenigen nicht, die von den Nebenstrassen einbiegen. Der Verkehr wird zum Erliegen kommen.»

Marschhalt auch wegen der Kosten gefordert

Auch die Kosten sind Gmünder ein Dorn im Auge. Er betont zwar, dass er kein Experte in der Frage sei, wie teuer ein Tunnel werden könnte. Die einstige Kostenschätzung über 65 Millionen Franken, die zur Abstimmung 2015 vorlag, stamme aber vom renommierten Ingenieurbüro Amberg Engineering AG aus Regensdorf. «Die Zahlen dürfen als verlässlich betrachtet werden», so der Initiant der Petition weiter. Er zieht noch einen Vergleich zum Ruckhaldetunnel, der etwa gleich lang wie der Langtunnel wäre und rund 60 Millionen Franken kostete – weniger als budgetiert.

Einst war der Bau der Doppelspur mit zirka 26 Millionen Franken veranschlagt gewesen. Gmünder führt aus, dass im Dorf hinter vorgehaltener Hand von «Betrug» geredet werde. «Ich sage, da wurde zu unvorsichtig budgetiert.» Heute geht die Bauherrschaft davon aus, dass die Kosten der Doppelspur, die sich nach letzter Schätzung auf 53,3 Millionen Franken belaufen, noch höher ausfallen könnten. «Wir brauchen einen Marschhalt!», ist Gmünder überzeugt. Und zwar schnell. Bevor mit ersten Baumassnahmen – der Bahnhofsumbau soll im Juni starten – begonnen und die Realisierung der Doppelspur quasi präjudiziert werde, so der 68-Jährige weiter.

Die ersten Rückmeldungen zur Petition seien «fast ausschliesslich» positiv gewesen. Gmünder zeigt sich zuversichtlich, dass er einige hundert Unterschriften bis Ende Mai gesammelt haben wird. Zur Lancierung der Petition hat er sich unter anderem Unterstützung bei Kurt Stäheli, Richard Wiesli und Manfred Brunner geholt. Denn: Gmünder kam erst 2016 nach Teufen. Er fühle sich nach wie vor als Neuzuzüger, wie er sagt. Er wollte jedoch die Unterstützung der Einwohnerinnen und Einwohner hinter sich haben. Für die Belange der Bevölkerung hat er sich bereits einmal eingesetzt: 1997 verhinderte er den Abbruch des Hallenbads Altstetten in Zürich. Und warum macht er sich nun für das Ende der Doppelspur stark? «Der Grund ist simpel: Irgendjemand muss es tun.»

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