BAUSTELLEN: Beschwerlicher Weg zur Schwägalp

Die Strecke zwischen Urnäsch und der Schwägalp ist zurzeit an zwei Stellen nur einspurig befahrbar. Beim Schwingfest in rund zwei Wochen sollen die Verkehrsdienste für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Gianni Amstutz
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Bei der Steinfluebrücke werden neben Sanierungsarbeiten auch die Postautohaltestellen auf beiden Strassenseiten erweitert, um Platz für Postautos mit Anhängerzügen zu schaffen. (Bild: Bruno Eisenhut)

Bei der Steinfluebrücke werden neben Sanierungsarbeiten auch die Postautohaltestellen auf beiden Strassenseiten erweitert, um Platz für Postautos mit Anhängerzügen zu schaffen. (Bild: Bruno Eisenhut)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@appenzellerzeitung.ch

Wie sang einst Peter Maffay in einem seiner Lieder: Über sieben Brücken musst du gehn. Ganz so viele sind es zwischen Urnäsch und der Schwägalp zwar nicht, und doch gestaltet sich der Weg in Richtung Säntis derzeit etwas beschwerlicher als auch schon. Denn Sommerzeit ist vielerorts gleichbedeutend mit Verkehrsbehinderungen durch Baustellen. So auch zwischen Urnäsch und der Schwägalp. Sowohl auf der Steinflue- als auch auf der Grünaubrücke im Urnäscher Tal sind seit März Bauarbeiten im Gange.

Bei der Steinfluebrücke werden die bestehenden Bögen durch eine Betonplatte verstärkt. Dies sei aus sicherheitstechnischen Gründen notwendig, da die Brücke 1946 gebaut worden sei und heutigen Ansprüchen nicht mehr genüge, erklärt Daniel Sonderer, zuständiger Brückeningenieur beim Ausserrhoder Tiefbauamt.

Mehr Platz für Postautos

Doch nicht nur die Brücke wird saniert. «Die Postautohaltestellen auf beiden Seiten der Strasse werden ausgebaut», sagt Sonderer. Damit sollen künftig auch Postautos mit Anhängerzügen an den Haltestellen genügend Platz vorfinden. «Die Haltestellen werden beidseitig als Einbuchtungen gebaut, so dass es dem Verkehr möglich sein wird, diese problemlos zu passieren.» Bis Mitte Oktober sollen die Arbeiten bei der Steinfluebrücke vorläufig abgeschlossen sein.

Der Deckbelag der Strasse wird jedoch erst im kommenden Jahr eingebaut werden. «Dafür wird zeitweise eine komplette Sperrung für den Verkehr nötig sein», sagt Sonderer. Damit die Auswirkungen auf der Strecke möglichst gering blieben, würde der Grossteil der Bauarbeiten in der Nacht stattfinden. Die Gesamtkosten betragen 2,13 Millionen, 700000 Franken entfallen dabei auf den Ausbau der Postautohaltestellen. Davon bezahlt die Gemeinde Urnäsch 15 Prozent. Den Rest der Kosten trägt der Kanton.

Ebenfalls seit März wird die Grünaubrücke saniert. «Dabei geht es um die Behebung bautechnischer Mängel», erklärt Sonderer. Die Bodenplatte werde lokal verstärkt und die tragenden Bogenscheiben und Querträger der Unterschicht instandgesetzt. Bis Ende Oktober oder Anfang November sollten auch hier die Bauarbeiten abgeschlossen und Verkehrsbehinderungen behoben sein. Die Kosten von 1,8 Millionen Franken werden vom Kanton übernommen.

Einsatz von Mitarbeitern der Verkehrsdienste

In weniger als zwei Wochen, am Sonntag, 20. August, findet der Schwägalp-Schwinget statt. Dieser Grossanlass lockt jedes Jahr Tausende Schwingbegeisterte an. Das bedeutet auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Nicht der ideale Zeitpunkt also, um Bauarbeiten durchzuführen, welche ein zweispuriges Befahren einer von nur zwei Zugangsstrassen zur Schwägalp verhindern?

«Das bereitet uns keine Sorgen», gibt Sonderer Entwarnung. Die Ampelanlage, welche den Verkehr an den betroffenen Stellen normalerweise regle, werde an diesem Tag ausgeschaltet. «Die Verkehrsdienste des Kantons übernehmen am Tag des Schwägalp-Schwinget die Regelung des Verkehrs.» Das sei in diesem Fall um einiges effizienter. «Am Morgen wollen alle rauf und am Abend alle wieder runter. Durch den Einsatz von Mitarbeitern der Verkehrsdienste sollten grösseren Verzögerungen bei der Fahrt zur und von der Schwägalp verhindert werden», ist Sonderer zuversichtlich.