Bauprojekt
Neue Besitzer, altes Projekt: Geplantes Pflegeheim auf dem Sunnematt-Areal in Heiden wird wieder aktuell

Seit der abgelehnten Umzonung 2017 hat sich rund um das Sunnematt-Grundstück einiges getan. So wurde die Immobilie 2020 verkauft. Die neue Investorin möchte erneut eine Pflegezentrum mit betreutem Wohnen realisieren.

Jesko Calderara
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Auf dem Sunnematt-Areal unterhalb des Heidler Dorfzentrums ist eine Überbauung mit einem Pflegezentrum und Alterswohnungen geplant.

Auf dem Sunnematt-Areal unterhalb des Heidler Dorfzentrums ist eine Überbauung mit einem Pflegezentrum und Alterswohnungen geplant.

Bild: CAL

Seit Anfang 2011 steht das ehemalige Kurhaus Sunnematt in Heiden leer. Nun gibt es Pläne, auf dem Areal eine Überbauung mit Pflegezentrum und betreutem Wohnen zu realisieren. Dies zeigen die Unterlagen zum Mitwirkungsverfahren, welches im Sommer durchgeführt wurde. Dabei konnte sich die Heidler Bevölkerung zum Vorhaben äussern.

Die Kurwohnen AG als Eigentümerin wagt somit einen zweiten Anlauf für eine Neunutzung der in der Nähe des Bahnhofs gelegenen Sunnematt-Liegenschaft. Rückblick: Im September 2017 lehnten die Stimmberechtigten die Umzonung des Grundstücks von der Kurzone in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen ab. Dies wäre eine Voraussetzung gewesen, um die Pflegeabteilung mit maximal 32 Plätzen sowie die 40 altersgerechten Wohnungen inklusive Dienstleistungen zu realisieren. An dieser Projektidee hält die Investorin grundsätzlich fest, wie dem Planungsbericht zu entnehmen ist.

Kanton sieht keinen Bedarf für zusätzliche Pflegeplätze

Die 32 stationären Plätze sind provisorisch in der Pflegeheimplanung 2017 berücksichtigt. Das Angebot war jedoch zu keiner Zeit auf der Pflegeheimliste, wie Andreas Tinner, Leiter des kantonalen Amts für Soziales, sagt. Dafür ist ein Bedarfsnachweis notwendig. Nach Einschätzung von Tinner besteht aus heutiger Sicht grundsätzlich kein zusätzlicher Bedarf an Pflegeplätzen. Nichtsdestotrotz sieht das Überbauungskonzept ein Hauptgebäude für das Pflegezentrum sowie vier kleinere Häuser mit den Alterswohnungen vor. Zudem soll eine Gartenanlage, eine Tiefgarage und ein öffentlich zugängliches Restaurant entstehen. Die Erschliessung wird gemäss dem Überbauungsplan über eine neue Zufahrt beim Haus, in dem früher die Heilsarmee untergebracht war, erfolgen. Der Anbau dieses Gebäudes müsste dazu abgerissen werden.

Die Bauherrin rechnet laut den Angaben auf ihrer Website mit einer Investitionssumme von rund 25 Millionen Franken und 40 neuen Arbeitsplätzen in den Bereichen Pflege, Hotellerie, Gastronomie, Gartenpflege und Administration. Ob das Bauprojekt aber tatsächlich in der wie 2017 geplanten Dimension realisiert werden kann, ist offen. Gemäss dem Büro KMES Partner sind Anpassungen denkbar. Die Zürcher Beratungsgemeinschaft berät Kunden bei komplexen Problemstellungen.

Neuer Projektleiter engagiert

Rund um die Kurwohnen AG gab es zuletzt einige Veränderungen. So verkauften die bisherigen Aktionäre Beat Frischknecht und Daniel Nipkow die Sunnematt-Immobilie und das dazugehörige Bauland 2020 an die O.P.M. Invest AG mit Sitz in Rapperswil-Jona. Diese wiederum gehört mehrheitlich der ebenfalls am oberen Zürichsee domizilierten SJA Holding AG. Hinter diesem Firmengeflecht steht der Immobilieninvestor Serge Aerne. Neuer Verwaltungsratspräsident der Kurwohnen AG ist der St.Galler Anwalt André Schlatter. In das Gremium gewählt wurde zudem der Bauspezialist Markus von Gunten.

Nipkow hat sich nicht nur als Aktionär, sondern auch als Projektleiter zurückgezogen. Sein Nachfolger wird Jan-Christoph Diebel, der bei der Gunten Baumanagement AG in Zürich tätig ist. Mit der Neubesetzung wolle man dem Vorhaben den notwendigen Schwung für eine baldige Realisation ermöglichen, heisst es in einer Medienmitteilung. Darin versprechen die Initianten zudem, den Dialog zur Gemeinde sowie zu den Einwohnerinnen und Einwohnern zu intensivieren.

Damit ziehen sie wohl die Lehren aus der gescheiterten Volksabstimmung vor vier Jahren. Damals gab es im Biedermeierdorf kritische Stimmen. Unter anderem wurde befürchtet, dass das private Angebot eine Konkurrenz zum gemeindeeigenen Alters- und Pflegeheim Quisisana und zum Betreuungszentrum Heiden wird.

Baupläne sollen nochmals überarbeitet werden

Dieses Mal könnten die Stimmberechtigten allerdings nichts mehr zu sagen haben, denn das Bauprojekt soll ohne die eingangs erwähnte Umzonung realisiert werden, wie im Planungsbericht erklärt wird. Entscheidend wäre bei dieser Lösung das Kriterium Wohnsitznahme. Das Baureglement der Gemeinde Heiden lässt in der Kurzone allerdings nur eine Wohnnutzung von 25 Prozent der Bruttogeschossfläche zu. Ob es tatsächlich so weit kommt, scheint unklar zu sein. Die neuen Besitzer der Sunnematt werden das Bauvorhaben und auch das Thema Umzonung nach eigenen Angaben nochmals vertieft analysieren.

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