Bauherrschaft zieht Gesuch zurück

So wie geplant wird das Doppeleinfamilienhaus in Rehetobel vorerst nicht gebaut: Die Bauherrschaft hat das entsprechende Gesuch zurückgezogen. Vertreter der Kulturkommission kämpfen weiter für den Erhalt der Remise.

Ueli Abt
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Die Visiere sind weg: Das Neubauprojekt an der Holderenstrasse in Rehetobel, welches bis Anfang Dezember öffentlich auflag, kommt nicht zur Ausführung. (Bild: Ueli Abt)

Die Visiere sind weg: Das Neubauprojekt an der Holderenstrasse in Rehetobel, welches bis Anfang Dezember öffentlich auflag, kommt nicht zur Ausführung. (Bild: Ueli Abt)

REHETOBEL. Am 13. Februar hat die Baubewilligungskommission (BBK) die schriftliche Bestätigung erhalten, dass die Bauherrschaft das Baugesuch für ein Doppeleinfamilienhaus an der Holderenstrasse zurückzieht. Gemäss Gemeinderat Rudolf Schmid wird die Bauherrschaft voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt ein neues Baugesuch einreichen, das sich besser mit den Vorgaben der Ortsbildschutzzone verträgt – in dieser Zone befindet sich das betreffende Grundstück.

Gegen das Baugesuch hatten drei Parteien Einspruch erhoben: der Heimatschutz, die Reformierte Kirchgemeinde sowie Anwohner. 150 Personen hatten zudem eine kritische schriftliche Stellungnahme des ehemaligen Gemeindepräsidenten Heinz Meier zum Bauprojekt namentlich unterstützt.

Keine Bewilligung

Gemäss Schmid war die BBK in dieser Sache am 16. Januar zusammengekommen. Die Sitzung endete mit dem Entscheid, das Baugesuch nicht zu bewilligen. In der Folge wurde laut Schmid die Bauherrschaft eingeladen. Beim Treffen habe man den Entscheid mündlich eröffnet sowie die Gründe erläutert, die dazu geführt hätten. «Im Verlauf der zweistündigen Diskussion kam zur Sprache, dass auch ein Rückzug des Gesuchs möglich wäre.» Schmid ist es ein Anliegen, dass die Dorfbevölkerung erkennt, dass jeder Gesuchsteller das Recht habe, Gesuche nach seinem Gutdünken zu stellen. Davon unabhängig habe die BBK die Aufgabe, nach Ablauf der Einsprachefrist das Baugesuch zu prüfen. «An der Sitzung vom 16. Januar nahmen als Berater der BBK Denkmalpfleger Fredi Altherr und Architekt Bruno Bottlang teil. «Dank ihrer Beratung kam die Kommission zu ihrem Entscheid», sagt Schmid.

«Erhalt hat Vorrang»

Damit rückt der Abbruch der Remise vorerst in die Ferne. Vertreter der Rehetobler Kulturkommission wollen das Gebäude dauerhaft retten.

«Wir halten nach wie vor an einem unabhängigen Gutachten fest. Der Gaden muss in seinem historischen Kontext und seiner Wichtigkeit für das Dorf beurteilt werden», sagt Monika Pearson von der Kulturkommission. Konkret soll es ein Gutachten nach den Normen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA sein.

Pearson argumentiert, dass Aufgrund von Artikel 19 des Rehetobler Baureglements in der Ortsbildschutzzone der Erhalt gegenüber dem Abbruch Vorrang habe. «Das Gebäude hatte während der Hochblüte der Textilzeit eine wichtige Funktion», so Pearson. Aus Sicht der Kulturkommission könnte der Gaden zu einem Repräsentanten des Projekts «Textilspur Ostschweiz» in Rehetobel werden.

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