Bauern unterstützen Stricker

Der Bauernverband AR unterstützt Alfred Stricker (pu, Stein) als Regierungsratskandidat. An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung nahmen auch CVP-Kandidat Norbert Näf sowie Landammann-Kandidat Matthias Weishaupt teil.

Patrik Kobler
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TEUFEN. Mit der ausserordentlichen Delegiertenversammlung des Ausserrhoder Bauernverbands nahm am Dienstagabend der Wahlkampf um den fünften Sitz im Ausserrhoder Regierungsrat Fahrt auf. Dies, obschon die FDP ihren Kandidaten erst am 2. Dezember nominiert. Und so stellten sich am Mittwochabend die beiden bislang offiziell bekannten Kandidaten den Fragen: Norbert Näf (CVP, Heiden) und Alfred Stricker (pu, Stein).

Auswärtsspiel für Näf

Norbert Näf stellte gleich am Anfang fest, dass er «ein Auswärtsspiel vor Strickers Heimpublikum» bestreite. Der parteiunabhängige Kantonsrat ist selber Landwirt und Vizepräsident des Bauernverbands. Es war denn auch klar, wen die Delegierten unterstützen würden: Und tatsächlich fiel der Entscheid der 87 Stimmberechtigten einstimmig zugunsten von Alfred Stricker aus. Damit kam die Versammlung einer Aufforderung eines Votanten nach. Dieser meinte, es sei für den Bauernverband schon fast Pflicht, Stricker zu unterstützen. Die Chance, mit einem ausgewiesenen Fachmann im Regierungsrat vertreten zu sein, komme nicht mehr so bald.

Am Anlass anwesend waren auch die vier wiederkandidierenden Regierungsräte: Frau Landammann Marianne Koller, Finanzdirektor Köbi Frei, Paul Signer, Vorsteher des Departements Sicherheit und Justiz, sowie Gesundheitsdirektor Matthias Weishaupt. Letzter kandidiert auch als Landammann. Ihn reize, den Systemwechsel von sieben auf fünf Regierungsräte als Primus inter pares zu erleben, sagte Weishaupt. Die Anwesenden beschlossen, die Wiederkandidierenden sowie die Landammann-Kandidatur Weishaupts zu unterstützen.

Verschiedene Themen diskutiert

An der Versammlung sahen sich die Kandidierenden mit unterschiedlichen Politthemen konfrontiert. So wollte Bauernverbandspräsident Ernst Graf, der die Diskussion moderierte, wissen, ob der Kanton auf Biegen und Brechen wachsen müsse. Etwas Wachstum müsse aufgrund der demographischen Entwicklung sein, war man sich einig. Weishaupt erklärte, dass unser Gesundheitswesen ohne ausländische Arbeitskräfte gar nicht mehr funktionieren könnte. Man war sich aber auch einig, dass die bauliche Entwicklung im Innern der Dörfer erfolgen muss. Stricker machte deutlich, dass es ihn stört, wenn «alte Hütten» stehen bleiben und stattdessen Kulturland überbaut wird. Ein weiteres Thema war der Autobahnanschluss Teufen. Näf meinte dazu, dass der Autobahnzubringer Appenzellerland mit der Umfahrung Herisau weiterhin Priorität geniessen sollte. Gegenüber dem Autobahnanschluss Teufen zeigte er wenig Euphorie. Seiner Meinung nach würde der Siedlungsdruck durch die zusätzliche Attraktivität in Teufen, Bühler, Gais massiv zunehmen. Frau Landammann Marianne Koller ist gemäss eigenen Aussagen «Feuer und Flamme» für den Autobahnanschluss. Der Regierungsrat sei offen gegenüber dieser Lösung. Es sei aber auch wichtig, dass es in Herisau vorwärts gehe und die Alpsteinstrasse entlastet werde.

Nur ein Nebenthema war die Diskussion um die Entschädigung des Verwaltungsrats des Spitalverbunds. Graf sprach Stricker zwar indirekt darauf an, als ehemaliges Mitglied der Staatswirtschaftlichen Kommission könne er sich nicht dazu äussern, sagte dieser. Man müsse jetzt schauen, wie man weiter vorgehen wolle.