Bauern entscheiden sich für SVP-Mann

An einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung hat der Bauernverband Appenzell Ausserrhoden beschlossen, SVP-Regierungsrat Köbi Frei als neuen Nationalrat zu unterstützen.

Roger Fuchs
Drucken
Teilen

gais. Aus Sicht der Landwirtschaft sei es wichtig, dass die Ausserrhoder Vertreter in Bundesbern die Besonderheiten der Landwirtschaft innerhalb der Volkswirtschaft kennen würden, sagte am Dienstagabend Ernst Graf-Beutler, Präsident des Ausserrhoder Bauernverbandes anlässlich einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung in Gais. Kurz darauf hatten die Anwesenden Gelegenheit, die politische Haltung des ohne Konkurrenz dastehenden Ständerats Hans Altherr (FDP) sowie der vier Nationalratskandidaten – Köbi Frei (SVP), Andrea Caroni (FDP), Max Nadig (CVP) und Samuel Büechi (GRAL) – kennenzulernen. In der Folge fällten die 60 Stimmberechtigten ein klares Verdikt: Köbi Frei wird mit deutlichem Mehr als neuer Nationalrat empfohlen, Hans Altherr einstimmig als Ständerat unterstützt.

Gegen Agrarfreihandel

Mit Köbi Frei entscheidet sich der Bauernstand für einen Politiker, der sich als Verfechter des Agrarfreihandels zeigte und diese als Katastrophe für die Schweizer Landwirtschaft und Versorgungssicherheit in der Schweiz taxierte. «Wenn wir meinten, wir könnten mit unserem Lohnniveau uns in einen freien Markt einbringen, ist die Konsequenz, dass Direktzahlungen noch mehr zunehmen müssen», so Frei. Weniger Mühe mit einer Öffnung bekundete Andrea Caroni: Souveränität bedeute, mit anderen zusammenzuarbeiten. Gerade in der Landwirtschaft profitiere man auch davon, Produkte zu importieren, die der Landwirtschaft dienten, beispielsweise denke er an Maschinen oder Saatgut.

Ernährungssicherheit

Auf den Agrarfreihandel zu sprechen kam die Runde ausgehend von der Ernährungssicherheit. Er könne nur die Aussagen des schweizerischen CVP-Präsidenten Christophe Darbelley unterstützen, 60 Prozent Selbstversorgung anzustreben, sagte diesbezüglich Max Nadig. Und im Wissen, dass internationale Probleme zu Migration führten, so Nadig weiter, sei es wichtig, dass die Schweiz offen sei und sich um internationale Probleme kümmere.

Samuel Büechi schliesslich sprach davon, dass jedes Land seine Landwirtschaft schützen müsse, sonst gäbe es keine Ernährungssouveränität. Folglich hätten die Grünen auch Mühe mit Freihandelsabkommen.

Im Laufe der Diskussion liess es sich der die Gesprächsrunde leitende Alfred Stricker nicht nehmen, den künftigen Vertretern in Bern den Tarif durchzugeben: So wollen die Appenzeller Bauern, dass die tierbezogenen Beiträge erhalten bleiben und die Anpassungsbeiträge, ein offenbar neuer Vorschlag, zusammengestrichen werden. Auch erwarten die Bauern von den Gewählten einen aktiven Dialog mit ihnen.

Aktuelle Nachrichten