Bauern ehren Koller

Die Innerrhoder Bauern würdigen den abtretenden Landeshauptmann Lorenz Koller. Es wird angekündigt, während drei Jahren «gemeinsame Sache» mit den Bäuerinnen zu machen.

Lukas Pfiffner
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Das neue Ehrenmitglied Lorenz Koller (rechts) nimmt die Gratulationen des Vorstands entgegen. (Bild: pf)

Das neue Ehrenmitglied Lorenz Koller (rechts) nimmt die Gratulationen des Vorstands entgegen. (Bild: pf)

SCHWENDE. «Wir haben immer gespürt, dass Lorenz Koller unsere Anliegen ernst nimmt. Du hast uns seit 14 Jahren mit Herzblut und Durchsetzungsvermögen in der Regierung vertreten», sagte der Innerrhoder Bauernpräsident Sepp Neff zum zurücktretenden Landeshauptmann. Dieser wurde am Sonntag von der Hauptversammlung des Bauernverbandes Appenzell mit Applaus zum Ehrenmitglied gewählt. Über die Kantonsgrenzen hinaus habe Koller enorm Wertvolles geleistet, ergänzte Nationalrat Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes. Landammann Daniel Fässler ging in der Mehrzweckhalle Schwende auf die Strukturveränderungen in der Zeit ein, in der Koller tätig war. So verzeichnet Innerrhoden seit 2001 ein Bevölkerungswachstum von sechs Prozent, der Gesamt-Beschäftigungsgrad nahm um 27 Prozent zu, jener in der Forst- und Landwirtschaft aber um gut 20 Prozent ab.

«Milchmarkt katastrophal»

Die Bauern würden, sagte Sepp Neff, zu Unrecht als Kostentreiber angeprangert. In den vergangenen 20 Jahren habe sich jener Anteil an einem Konsumentenfranken, der dem Bauern zukomme, von 50 auf 25 Rappen halbiert. «Und der Milchmarkt ist katastrophal.» Die konventionelle Milchproduktion sei nicht mehr kostendeckend. «Wenn es keine Änderung gibt, hat das für Innerrhoden Konsequenzen.» Angekündigt wurde, dass die Jahresversammlung ab 2016 gemeinsam mit dem Verband der Bäuerinnen durchgeführt wird. Es sollen Synergien genützt werden, zudem finden bereits heute verschiedene Aktivitäten gemeinsam statt. Nach einer Versuchsphase von drei Jahren soll über die Zukunft der Versammlung entschieden werden.

Jung-Landwirte geehrt

Neff wurde als Präsident einstimmig bestätigt, wie auch die übrigen Mitglieder des Vorstands. Die Rechnung schloss bei Erträgen von rund 324 000 Franken mit einem Gewinn von 34 000 Franken. Dabei konnte der Verband Abschreibungen und Wertberichtigungen von über 100 000 Franken tätigen. Das Eigenkapital beträgt neu 470 000 Franken.

Erfreuliches hatte Walter Wetter, Verwaltungspräsident der Landi Appenzell, zu berichten. Der Warenverkauf sei gestiegen, es resultierte ein Jahresgewinn von 50 000 Franken. Die Zukunft der Landi liegt im Neubau in der Mettlen; wegen Einsprachen sei die Eröffnung im Sommer 2016 kaum zu realisieren. Die neu ausgebildeten Landwirte erhielten ein Präsent.

Nach der Pause referierte Säckelmeister Thomas Rechsteiner zu «Investitionen der Landwirtschaft in Innerrhoden».

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