Bauer und Bühnenbauer

Dass in diesem Jahr wieder Kinderfest ist, zeigt sich nun auch auf dem Stadtsanktgaller Rosenberg: Die Kinderfestwiese verwandelt sich in den nächsten Wochen von einer Kuhwiese in ein Festgelände. Für Bauer Jonny Buchmann bedeutet das viel Zusatzarbeit.

Sebastian Schneider
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ST. GALLEN. Die Kühe sind im Stall. Die Rinder vor der Scheune. Zu regnerisch ist dieser Freitagmorgen, um auf der Wiese zu grasen. Doch so oder so, auf der ihnen vertrauten Kinderfestwiese dürfen die 16 Milchkühe von Landwirt Jonny Buchmann und seiner Frau Eveline nicht mehr fressen. Für die kommende Zeit weichen die Tiere auf die Wiese unterhalb des Tennisplatzes Rotmonten aus. Denn in wenigen Tagen beginnen die Aufbauarbeiten der Kinderfestbühnen. Das Material für die Ost- und Zentrumsbühne steht schon bereit.

Dem Boden Sorge tragen

Ein Lastwagen aus Solothurn steht am Freitagmorgen vor dem Bauernhof unterhalb des Kunstrasenplatzes der HSG. 14 Tonnen Gerüstmaterial für die Ost- und Zentrumsbühne müssen nun abgeladen werden. Für diesen Zweck hat Jonny Buchmann einen Traktor mit Gabeln und Gegengewicht auf dem Heck. Sein Sohn Stefan sitzt in der Kabine: «Er hat extra frei genommen, um mir beim Abladen zu helfen», sagt der 49jährige Landwirt.

Einen Teil der auf Paletten gestapelten Gerüststangen und Bodenplatten verteilt Jonny Buchmann mit einem zweiten Traktor auf dem Gelände. Den Rest lässt er neben dem Hof liegen. Schliesslich soll der Boden, den er von der Ortsbürgergemeinde St. Gallen gepachtet hat, nicht zu arg beschädigt werden. Jonny Buchmanns zweiter Traktor hat breitere Räder mit flachem Profil: «Die Rasenbereifung schont die Wiese.» Doch gegen das Wetter kann auch der Landwirt nichts ausrichten: «Falls es beim Aufbau stark regnet, kann es über ein halbes Jahr dauern, bis sich die Wiese überall erholt hat.»

Im Boden lauern Gefahren

Während Jonny und Stefan Buchmann mit den Traktoren das Material verteilen, werden sie von neugierigen Augen beobachtet: Die Rinder lugen durch die Absperrung vor der Scheune. Für die Tiere birgt das Fest ungeahnte Gefahren: «Es hat viele Nägel im Boden», sagt Buchmann. Obwohl das Bauernpaar jeweils zusammen mit Schulklassen das Gelände nach dem Fest akribisch «fätzelt», können kleinere Gegenstände zurückbleiben oder gewisse Dinge übersehen werden: «Einmal hatten wir vergessen, ein Loch einer Fahnenstange wieder aufzufüllen. Eine Kuh stampfte hinein und brach sich dabei den Oberschenkelknochen.» Das Vieh musste geschlachtet werden. Für die Buchmanns bedeutet das Kinderfest eine Doppelbelastung: Auf Jonny Buchmann kommen zusätzliche Aufgaben zu, während der Hof normal weitergeführt werden muss: «Während dieser Zeit übernehme ich das Melken», sagt Eveline Buchmann. Ihr Mann unterstütze die Arbeiter beim Aufbau: «Sie gelangen immer an ihn, wenn sie etwas wissen müssen.» Kein Wunder, denn Jonny Buchmann ist auf dem Hof aufgewachsen und weiss seit seiner Kindheit, wie das Festgelände aussehen muss.

Freude am traditionellen Fest

Trotz allem hat das Bauernpaar Freude am Fest: «Ich finde die Kinder in den schönen Kleidern so herzig», sagt die Bäuerin. Das Kinderfest gibt dem Hof auch eine gewisse Sicherheit: «Dank dem Kinderfest wird auf diesem schönen Platz nicht gebaut», sagt Eveline Buchmann und richtet ihren Blick zum HSG-Campus.

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