Bauarbeiten am Bahnhof Teufen trotz Coronakrise im Zeitplan

Der Verkehr auf der gefährlichen Bahnhofkreuzung wird jetzt mit einem Lichtsignal geregelt. Insgesamt sei - obgleich der schwierigen Zeiten - mehr erreicht worden, als ursprünglich vorgesehen war.

Margrith Widmer
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Am Bahnhof Teufen herrscht weitestgehend Normalbetrieb. Die verbleibenden Bauarbeiten werden ohne Totalsperrung ausgeführt.

Am Bahnhof Teufen herrscht weitestgehend Normalbetrieb. Die verbleibenden Bauarbeiten werden ohne Totalsperrung ausgeführt.

PD

Seit dem 11. Mai fährt die Appenzeller Bahn wieder durchs Dorf Teufen. Vorangegangen war eine vier Wochen dauernde Bauphase beim Bahnhof Teufen. Auf der gefährlichen Bahnhofkreuzung wird der Verkehr jetzt mit Lichtsignalen geregelt. Die Bahnen fahren neu auf den Geleisen 2 und 3, die von einem Perrondach geschützt sind. Das Mittelperron ist zudem behindertengerecht gestaltet. Der Verkehr auf der Bahnhofkreuzung wird nun endlich mit einer Lichtsignalanlage geregelt.

Jahrelang hatte sich die Gemeinde Teufen gegen «Gebimmel und Lichter» auf der Kreuzung gewehrt, auf der es täglich zu Fast-Zusammenstössen zwischen Bahn und auf den Schienen gelandeten Autos gekommen war. Wenn die Bahn über die Kreuzung fährt, schalten die Lichtsignale auf allen drei Strassen auf Rot.

«Die Arbeiten sind sehr zügig vorangegangen»
Erika Egger-Fässler, die Marketing-Leiterin der Appenzeller Bahnen

Erika Egger-Fässler, die Marketing-Leiterin der Appenzeller Bahnen

Benjamin Manser

Die Bauarbeiten am Bahnhof Teufen seien sehr langsam vor sich gegangen, fanden manche Teufner. Diesem Eindruck widerspricht AB-Geschäftsleitungsmitglied und Leiterin Marketing und Kommunikation Erika Egger: «Die Arbeiten sind sogar sehr zügig vorwärtsgegangen. Im Anbetracht der Massnahmen im Zusammenhang mit dem Covid-19, welche die Arbeitsgeschwindigkeit massiv einschränkten, haben wir noch mehr erreicht, als wir uns vorgenommen haben.»

Zur Frage, wieso das Gleis 1 noch nicht verlegt worden sei, erklärt Erika Egger: «Es war von Anfang an das erklärte Ziel, während der Totalsperrung das Mittelperron mit Perrondach und Gleis 2 und 3 in Betrieb zu nehmen. Das Gleis 1 auch in der Totalsperrung zu realisieren, hätte eine Totalsperre von mindestens 2 Monaten vorausgesetzt.»

Zum Gleis 1 gehören auch folgende Arbeiten und Installationen:

- Bau eines Retentionsbauwerkes
- Abstützung des alten Perrondachs, welches den statischen  Anforderungen angepasst werden muss
- der Bau des Perrons (die Abstützung muss aufwendig mit Mikropfählen gegründet werden. Die Arbeiten laufen genau jetzt)
- Bau des neuen Perrondachs
- neue Fahrleitung  
- neue Kundeninformationsanlagen
- Bau Erschliessungsweg entlang der Raiffeisenbank
- Tiefbau für das Trasse des Gleises mit Belagseinbau
- Gleisbau (Schienen, Schotter schwellen)
- Sicherungsanlage

«Diese Arbeiten können ohne Weiteres unter Betrieb gebaut werden, sodass wir gleichzeitig den Zugverkehr aufrechterhalten können.»

Bei den Arbeiten der AB an der Dorfstrasse zwischen Niederteufen und Teufen fiel Teufner Autolenkern auf, dass die Sicherung der Baustellen mangelhaft war. Lieferwagen der AB standen neben den Geleisen, ohne jegliche Sicherung und Verkehrsregelung durch AB-Mitarbeiter.

Dazu Erika Egger: «Während der Totalsperrung wurden zwischen Sternen und Teufen diverse Unterhaltsarbeiten ausgeführt. Da das Bahntrasse immer neben der Strasse verläuft, mussten die Lieferwagen und Lastwagen zum Arbeiten, Abladen und Aufladen von diversen Materialien auf die Strasse gestellt werden. Die Baustellen waren immer mit Baustellen-Triopan – den dreiseitigen Signalen mit Bauarbeiter-Icon – gesichert, wie es das Strassenverkehrsgesetz verlangt. Die Arbeiten waren mit dem Tiefbauamt des Kantons Appenzell Ausserrhoden abgesprochen. Auch werden unsere Mitarbeitenden bezüglich Baustellensicherung im Strassenverkehr laufend geschult.»

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