«Batterien sind der Schlüssel»

Am «Tag der Elektromobilität» in Herisau lassen sich einerseits «gwundrige» Laien informieren. Anderseits besuchen auch Personen mit einigem Vorwissen den von der Ausserrhoder Sektion des Touring-Clubs organisierten Anlass.

Lukas Pfiffner
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Referent Marcel Mayer.

Referent Marcel Mayer.

HERISAU. «Toll», kommentierte der Autolenker, nachdem er von einer Probefahrt zurückgekehrt war. Es war Herisaus Gemeindepräsident Renzo Andreani. Er gehörte zu jenen, die am «Tag der Elektromobilität» die Gelegenheit nützten, sich am Steuer eines Elektrofahrzeugs auf die Strasse zu begeben.

«Der geht nicht mehr zurück»

Die Ausserrhoder Sektion des Touring-Clubs hatte auf Samstag zum Alten Zeughaus eingeladen. Auf dem Vorplatz waren Wagen des lokalen Gewerbes und von auswärtigen Anbietern plaziert, Firmenvertreter gaben Auskunft, und im ersten Stock informierte Marcel Mayer, der Leiter Technik der Alpiq E Mobility, in zwei rund einstündigen Referaten über verschiedene Aspekte der Elektromobilität. Seine eindeutige Aussage: «Wer ein Elektrofahrzeug angeschafft hat, der geht nicht mehr zurück.»

Bald nur ein Drittel «Benziner»

Im Gegensatz zu früher sehe man E-Fahrzeugen ihre Betriebsart kaum mehr an. «Im Jahre 2030 wird unter den weltweit produzierten Autos nur noch ein Drittel benzinbetrieben sein.» Mayer gab einen Überblick über Fahrzeugtypen und die rasante Entwicklung der Energiedichte der Batterien (Verhältnis von Gewicht zu gespeicherter Energie). «Batterien sind im ganzen Thema der Schlüssel.» Er stellte Ladezeiten, Ladestationen und Stecker vor, sei es für den privaten Einsatz oder im öffentlichen Bereich. «Elektrofahrzeuge sind eben keine Toaster.»

Ein Mittelweg…

Auch der regelmässige Betrieb von E-Lastwagen sei weit in der Entwicklung. «Günstig ist, dass zum Beispiel Linienbusse fixe Runden fahren und ihre Ladungen somit verhältnismässig einfach planbar sind.» Grosses Thema sei auch der Ausbau des Projekts E-Vite (einheitliches Schweizer Schnellladenetz). «Wer mit einem E-Fahrzeug daherfährt, soll nicht überlegen müssen: Kann ich da tanken oder nicht?» Mayer gab auch einen Ausblick in die weitere Zukunft: etwa mit dem Einstieg von Grossfirmen wie Apple oder Google und dem Bau von selbstfahrenden Fahrzeugen («nicht nur beim Parkieren»).

Er hoffe, dass sich ein Mittelweg finden lasse zwischen der «Freude am Selberfahren» und der Entwicklung Richtung «Gefahrenwerden», kommentierte Peter Aeschlimann augenzwinkernd. Er ist Vorstandsmitglied des Ausserrhoder TCS. Bei ihm liefen die organisatorischen Fäden für diese Premiere zusammen. Das Publikum war gemischt. Einerseits besuchten Leute mit einigem Vorwissen und Besitzer von E-Fahrzeugen den Anlass (dies wurde bei spezifischen Fragen im Anschluss an die Referate offensichtlich). Anderseits fanden sich auch Laien «aus Gwunder» bei dieser Elektromobil-Plattform ein.

Mit Informationen sowie kostenloser Suppe und Getränken wurden die einen wie die anderen bedient. Seine Erwartungen punkto Interesse der Öffentlichkeit am Anlass seien erfüllt bis übertroffen worden, sagte Peter Aeschlimann am Samstagabend. «Ich stelle fest: Elektromobilität ist im Appenzellerland ein Thema, das bewegt. Und die Beteiligung des Gewerbes hat mich sehr gefreut.»

Enorme Fortschritte

Es sei gut möglich, dass man deshalb einmal eine Nachfolgeveranstaltung organisiere, ergänzte er. Sektionspräsident Heinz Jucker hatte am Mittag bei der Begrüssung der offiziellen Gäste gesagt: «Die Fortschritte in diesem Thema sind enorm. Und der TCS definiert sich längst nicht mehr einfach über den Pannendienst. Darum sind wir hier am Ball.»

Die Gelegenheit wird genützt, sich von Fachleuten informieren zu lassen. (Bilder: pf)

Die Gelegenheit wird genützt, sich von Fachleuten informieren zu lassen. (Bilder: pf)

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