Basisstufe immer noch nicht geregelt

WATTWIL. Die Schulgemeinde Wattwil-Krinau hat 2009 eine knappe Million weniger ausgegeben als budgetiert. Sorgen machen dem Schulratspräsidenten vor allem die vom Kanton nicht geklärten Fragen der Einschulungsklassen, der Basisstufe, die für den Erhalt der Wattwiler Aussenschulen wichtig ist.

Hansruedi Kugler
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Im Schulhaus Chrummbach wird eine Basisstufe geführt. (Bild: hak)

Im Schulhaus Chrummbach wird eine Basisstufe geführt. (Bild: hak)

Die sinkenden Schülerzahlen sind auch in der grössten Toggenburger Gemeinde ein Hauptthema. Deswegen ist aber im Gegensatz zu anderen Schulgemeinden die Wattwiler Oberstufe nicht in Gefahr, sagte Schulratspräsident Norbert Stieger an der Vorgemeinde.

Aussenschulen mit Basisstufe

Auf der Primarstufe aber ist der Schülerschwund gerade für die Aussenschulen ein ernstes Problem: Darum wurden Krinau, Chrummbach und Schmidberg für den Schulversuch zur Basisstufe ausgewählt.

Im Schlussbericht wird die Basisstufe als pädagogisch sinnvoll und zweckmässig für den Erhalt von Schulen im ländlichen Raum beschrieben. Der Erziehungsrat hat aber im November 2009 beschlossen, eine obligatorische Einführung der Basisstufe im Kanton St. Gallen abzulehnen. Nun warten die betroffenen Gemeinden wie Wattwil auf den Entscheid, ob es den Schulgemeinden frei gestellt werden soll, die Basisstufe auf freiwilliger Basis einzuführen.

«Wir sind auf einen Entscheid des Kantons angewiesen, denn ohne Basisstufe sind die Schulstandorte Schmidberg und Chrummbach akut gefährdet», sagte Norbert Stieger. Vorläufig führe die Schulgemeinde die Basisstufen weiter. Werde aber die Basisstufe vom Kanton abgelehnt, müsse man wohl einzelne Schulen zusammenlegen, sagte Norbert Stieger. Der Schulrat halte aber an seinem Grundsatzentscheid fest, wonach die Schulen in Krinau und im Ricken erhalten bleiben sollen.

Sonderfall Ricken

Der Schulstandort Ricken ist durch die Fusionsabsichten der Gemeinden Gommiswald, Ernetschwil und Rieden ohnehin in einer besonderen Situation: Der Vorschlag des Projektteams, die Rickener könnten auch nach einer politischen Fusion ihre Kinder in der Schulgemeinde Wattwil-Krinau beschulen lassen, sei langfristig keine Lösung, meinte Norbert Stieger.

Der Schulrat sei der Meinung, dass die Schulgemeinde und die politische Gemeinde deckungsgleich sein sollten. Am Ende müssten aber die Rickener selbst entscheiden, wohin sie wollen. Um die Entscheidung voranzutreiben, werden in Ricken im April und im Juni Veranstaltungen und eine konsultative Abstimmung durchgeführt.

Einsparungen, Lehrermangel

Norbert Stieger informierte auch über die Minderaufwendungen. Fast eine Million Franken hat die Schulgemeinde weniger ausgegeben als budgetiert.

Das liegt vor allem an Einsparungen im Personalbereich und bei der Umsetzung des Förderkonzepts, das Wattwil mit verstärkter Zusammenarbeit ohne Leistungsabbau einführen konnte. Sorgen bereitet ihm der sich abzeichnenden Lehrermangel sowohl in der Primar- wie auch in der Oberstufe.

In der Wattwiler Oberstufe habe die Schulgemeinde den stärkenorientierten Unterricht eingeführt, unabhängig in welche Richtung die Oberstufenreform gehen werde, so Norbert Stieger. Denn die Reform der Oberstufe sei im Kanton auf 2012 traktandiert.

Weniger ausgegeben hat die Schulgemeinde insgesamt im Förderbereich. Über Jahre hinweg lag Wattwil deutlich über dem Durchschnitt beim Anteil Kinder mit Fördermassnahmen. Das hat auch zu tun mit dem guten Angebot in diesem Bereich: Sprachheilschule, Heilpädagogische Schule, aber auch die Musikschule Toggenburg haben ihren Sitz in Wattwil. Weil 2009 weniger Schüler diese Förderung brauchten, hat Wattwil nun in allen Bereichen weniger Kosten gehabt.

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