Barock und Beat in der Kanti

Im Rahmen der Konzertreihe «20 Jahre Big Band Kanti Wattwil / 25 Jahre il mosaico» kamen am Mittwoch die Instrumentalisten von «Vivaldissimo» und «Xylorimba» an die Reihe.

Thomas Geissler
Merken
Drucken
Teilen
Die jungen Streicher und das Ensemble Xylorimba bieten ein harmonisches Wechselspiel der Klänge. (Bilder: Thomas Geissler)

Die jungen Streicher und das Ensemble Xylorimba bieten ein harmonisches Wechselspiel der Klänge. (Bilder: Thomas Geissler)

WATTWIL. Das Konzert der jungen Streicher und ihrer Verstärkung am vergangenen Mittwochabend in der Kantonsschule Wattwil zog wiederum viel Publikum an. Dieses wurde dann auch musikalisch keinesfalls enttäuscht.

Zu hören gab es an diesem Konzert eine Mischung von Werken aus dem Barock und Beat. So spielten die Jungmusiker unter anderem das «Concerto grosso in D-Dur, op. 6 Nr. 7» von Corelli, liessen vom namengebenden Vivaldi das Konzert für vier Violinen in F-Dur in einer Fassung für Streicher und zwei Marimbaphone hören und nahmen sich auch Mozarts Andante für Flöte und Orchester vor.

Klingende Unterstützung

Aber auch Beatles-Evergreens wie «Lady Madonna», «Drive My Car», «A Hard Day's Night» und «Yesterday» standen als Kontrast auf dem Programm. Bei letzterem wurden die Nachwuchsmusiker von der Band «The Jazz Thing» unterstützt. Band-Formationen wie «The Jazz Thing» sind seit einigen Jahren eine weitere Ergänzung des vielfältigen musischen Angebots der Kanti Wattwil. Betreut werden die Bands von Rainer Apel und Simon Winiger. Doch sollten sie nicht die einzige musikalische Bereicherung des Konzertabends sein.

Auch die junge Flötistin Aline Schweizer zeigte eindrücklich, was sie im Talentförderprogramm der Musikschule Toggenburg gelernt hat. Einen klangvollen Akzent setzte auch das Percussions-Ensemble Xylorimba. Im Mallet-Ensemble spielen ebenfalls Schülerinnen und Schüler der Musikschule Toggenburg und der Kanti Wattwil. Unter Mallet-Instrumenten werden Stabspiele wie das Xylophon, Vibraphon und Marimbaphon zusammengefasst, die aus gestimmten Holz- oder Metallklangplatten bestehen und mit zwei bis vier Schlegeln gespielt werden.

Seit 2004 besteht das Ensemble unter der Leitung von Martin Flüge. Mal allein, mal zu zweit oder gar zu dritt bearbeiteten sie die interessanten Instrumente, die in ihrer Klangfülle einen spannenden, ja etwas exotischen Kontrast zu den Streichern boten und mit diesen in harmonischen und stellenweise kontrastreichen Dialog traten. Aber auch ohne die Streicher vermochten sie klangvoll zu überzeugen, beispielsweise mit Johann Sebastian Bachs Polonaise Sinfonie 3.

Musikalische Möglichkeiten

Das Streichorchester Vivaldissimo setzt sich aus den Schülerinnen und Schülern der dritten von vier Stufen der gemeinsamen Orchesterschulung der Kantonsschule Wattwil und der Musikschule Toggenburg zusammen. Die jungen Streicher im Alter von 11 bis 18 Jahren erlernen unter der Leitung von Hermann Ostendarp ein Repertoire vom Barock bis hin zu Jazz, Musical und World Music. Dieses Semester wird das Ensemble aber von Carmen Haas geleitet. Sie studiert an der ZHDK in Zürich Klavier und Chorleitung. Im Jahr 2011 hat sie an der Kanti in Wattwil die Matura mit dem Schwerpunktfach Musik gemacht. Ausserdem spielt sie schon viele Jahre im «il mosaico» Cello, wo sie auch regelmässig die Registerprobe der Celli leitet.

Das Konzert im Rahmen der Jubiläumsreihe gab damit einen umfassenden Einblick in die weiterführenden musikpädagogischen Möglichkeiten, welche die Kantonsschule gemeinsam mit der Musikschule Toggenburg bietet. Damit passte es bestens in die Konzertreihe zu den beiden Jubiläen der Kanti Big Band und des Jugendorchesters il mosaico.

Wer den Auftritt von «Vivaldissimo» und Gästen am Mittwoch verpasst hat, bekommt heute Freitag, den 19. Juni, um 19 Uhr in der katholischen Kirche Lütisburg noch einmal Gelegenheit, dem Spiel der jungen Musikerinnen und Musiker zu lauschen.

Konzert von «Vivaldissimo»: Heute Freitag, 19 Uhr, katholische Kirche Lütisburg.