BANKWESEN: UBS schliesst zwei Filialen

Die UBS zieht sich aus den Gemeinden Gais und Speicher zurück. Dafür soll die Filiale in Teufen gestärkt werden. Gemeindeverantwortliche sorgen sich um die Entwicklung ihrer Dörfer.

Roger Fuchs
Drucken
Teilen
Die UBS-Filiale in Gais wird Ende Juni für immer geschlossen.

Die UBS-Filiale in Gais wird Ende Juni für immer geschlossen.

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

Dieser Tage werden die Kundinnen und Kunden der UBS in einem Schreiben informiert: Im Rahmen einer Analyse sei entschieden worden, die Kunden der Geschäftsstellen Gais und Speicher ab Anfang Juli 2017 von der Geschäftsstelle in Teufen aus zu betreuen, heisst es. Thomas Häni, Leiter der UBS Appenzellerland, bestätigt die Schliessung der zwei Filialen. Das Kundenverhalten habe sich dahingehend verändert, dass heute der Grossteil der Transaktionen digital abgewickelt werde. Konkret sagt er, dass in Gais und Speicher 95 Prozent aller Transaktionen über E-Banking laufen würden. Folglich waren es nur noch vereinzelte Personen, die dafür den Schalter aufsuchten. «Aus ökonomischer Sicht ist es nicht mehr sinnvoll, die entsprechenden Filialen aufrecht zu erhalten», so Häni. Die Mietverträge lässt man nun per Ende Juni auslaufen. Der Beratungsdienst für sämtliche Finanzfragen soll ab 1. Juli von Teufen aus gesteuert werden. Die Auswertung des Kundenverhaltens habe zudem gezeigt, dass die Bankomaten in Gais und Speicher nur noch marginal genutzt wurden. «Deshalb verzichtet UBS auf deren weiteren Betrieb», so Thomas Häni weiter.

Personelle Auswirkungen bei der Bank haben die Veränderungen keine. In Gais und Speicher waren die Filialen jeweils nur halbtags besetzt, ein kleines Team aus «Springern» stand dafür im Einsatz. «Alle diese Angestellten werden definitiv in der Filiale Teufen übernommen», so Thomas Häni. In Teufen werde zudem in die Infrastruktur investiert, um die Beratungskapazität auszubauen. Die Attraktivität der dortigen Arbeitsplätze würde dadurch erhöht.

Kundenverträge bleiben, Gemeindebehörden besorgt

Abschliessend hält Häni fest, dass sämtliche mit der Bank abgeschlossenen Verträge unverändert bestehen bleiben. Auch Kundenkarten, Maestro- und Kreditkarten sowie Formulare für den Zahlungsverkehr würden wie bisher weiterverwendet werden können. Insgesamt zählt die UBS im Appenzeller Mittelland um die 7000 Kundinnen und Kunden.

Ernst Koller, Gemeindepräsident von Gais, zeigt aus wirtschaftlicher Sicht Verständnis für den Schritt der Bank. Als Gemeindepräsident bedaure er die Situation aber. «Jedes Unternehmen, das schliesst, ist ein Mosaikstein weniger im Dorfleben.» Irgendwann habe man das Gefühl, nur noch eine Randregion zu sein. In Speicher will der Gemeinderat an seiner nächsten Sitzung den Entscheid der UBS diskutieren und gemäss Vizegemeindepräsident Thomas Christen die Auswirkungen auf die Dorfentwicklung analysieren. Das Ganze sei vergleichbar mit den Diskussionen um die Poststellen. «Natürlich hatte die UBS für unser Dorf eine wichtige Funktion», so Christen.