Bankkunden sollen zu Hause bleiben

Die Banken müssen während der Corona-Krise den Betrieb aufrecht erhalten. Dies fordert Anpassungen im Geschäftsmodell. Die Appenzeller Kantonalbank weist ihre Kunden an, wenn möglich auf Besuche zu verzichten. Gewerbekunden sollen rasch und unkompliziert unterstützt werden.  

Alessia Pagani
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Die Appenzeller Kantonalbank mit Sitz in Appenzell hat Massnahmen getroffen, um die Mitarbeiter zu schützen. Kunden sollen zu Hause bleiben.

Die Appenzeller Kantonalbank mit Sitz in Appenzell hat Massnahmen getroffen, um die Mitarbeiter zu schützen. Kunden sollen zu Hause bleiben.

Bild: PD

Gemäss den bundesrätlichen Anweisungen bleiben Banken für ihre Kundinnen und Kunden geöffnet. Das Corona-Virus beschäftigt allerdings auch deren Mitarbeiter. Wie die Appenzeller Kantonalbank (APPKB) mit Sitz in Appenzell gestern mitteilte, bleiben die Geschäftsstellen zwar geöffnet, die Kundinnen und Kunden werden allerdings gebeten, sämtliche Dienstleistungs- und Beratungsanfragen per Telefon zu tätigen. Die persönlichen Beratungsgespräche sollen auf ein Minimum reduziert werde. Es wird auf E-Banking und Mobile Banking verwiesen. Auch in Appenzell bleibt der Kundenbereich gemäss Bankdirektor Ueli Manser zwar zugänglich, aber es gibt Einschränkungen. «Wir bitten unsere Gäste, dass sie auch hier die Sicherheitsmassnahmen einhalten. Bei der APPKB wird im internen Krisenstab die Situation laufend beurteilt und bei Bedarf werden neue Massnahmen beschlossen.»

Gewerbekunden sollen unkompliziert unterstützt werden

In Zeiten der Corona-Krise rücken die Menschen näher zusammen und Hilfestellungen sind wichtiger denn je. Die Appenzeller Kantonalbank wie auch die St. Galler Kantonalbank in Herisau haben auch diesbezüglich reagiert. So wurde bekanntgegeben, dass sie ihren Gewerbekunden unkomplizierte Unterstützung bieten, sollten diese wegen der Corona-Epidemie unverschuldet in Liquiditätsprobleme kommen. «Es darf nicht sein, dass beispielsweise wegen 20000 Franken Mindereinnahmen die Lohnzahlungen an die Mitarbeitenden nicht getätigt werden können und Existenzen bedroht sind», erklärt APPKB-Direktor Ueli Manser diesen Schritt. Ganz nach dem eigenen Grundsatz seien sie als Bank in guten und in schlechten Zeiten für ihre Kunden da. Manser geht davon aus, dass die Krise noch über mehrere Wochen andauern wird und rechnet mit einigen Ladenschliessungen in Innerrhoden. «Noch hatten wir wenige Anfragen. Wir sind aber erst am Anfang. Die finanziellen Engpässe werden kommen», so Manser.

Die St. Galler Kantonalbank in Herisau hat gemäss Niederlassungsleiter Marc Gossner bereits verschiedene Anfragen erhalten. «Die St. Galler Kantonalbank ist sich ihrer volkswirtschaftlichen Verantwortung bewusst. Unsere Kundenberaterinnen und Kundenberater stehen in engem Kontakt mit ihren Gewerbe- und Firmenkunden.»

Verschiedene Lösungen denkbar

Als Massnahmen kommen unter anderem die Herauszögerung der Zahlungsbedingungen beispielsweise bei den Steuern und Gebühren oder aber das Aussetzten von Amortisationen und kurzfristige Limitenüberschreitungen. Die Fälle werden einzeln betrachtet. «Wir müssen individuelle Lösungen suchen, wo immer es solche gibt.» Manser verweist auf die privaten Kreditkundenberater, welche die Sachlage mit den Gewerbebetrieben anschauen. «Wir werden die Fälle objektiv und möglichst grosszügig bearbeiten.». Eine Einschränkung gibt es gemäss dem Bankdirektor allerdings: das Geschäftsmodell muss intakt sein: «Wenn wir sehen, dass der Betrieb langfristig kaum eine Zukunft hat, macht es wenig Sinn.»

Wie Manser und Gossner erklären, erlaube die Struktur der Appenzeller und St. Galler Kantonalbank ein schnelles und unkompliziertes Vorgehen. Ihr Vorteil sei die Kundennähe. Manser: «Als kleine Bank mit langjährigen Kunden kennen wir deren Finanzlage und das Zahlungsverhalten. Die Vertrauensbasis ist gegeben.» Pragmatische Lösungen seien nun gefragt. Wichtig sei es daher, bereits jetzt mit dem Suchen von Lösungsansätzen zu beginnen.