Bank investiert 15 Millionen

Letzte Woche erhielt die Raiffeisenbank Oberes Toggenburg die Baubewilligung für den neuen Hauptsitz in Nesslau. Gestern war der symbolische erste Spatenstich.

Martin Knoepfel
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Hansjörg Huser, Markus Hobi, Jeannette Geissmann und Kilian Looser (von links) beim ersten Spatenstich. In der Baggerkabine Ernst Zwingli. (Bild: Martin Knoepfel)

Hansjörg Huser, Markus Hobi, Jeannette Geissmann und Kilian Looser (von links) beim ersten Spatenstich. In der Baggerkabine Ernst Zwingli. (Bild: Martin Knoepfel)

NESSLAU. Der Wettergott hatte ein Einsehen. Gerade rechtzeitig für den ersten Spatenstich liess der Regen nach, der vor- und nachher niederprasselte. Gestern feierte die Raiffeisenbank Obertoggenburg den Baubeginn für ihren neuen Sitz auf dem Areal Wasserbrugg im Zentrum von Nesslau. Eingeladen waren Vertreter der Bank, der Architektur- und Planungsbüros, der Baufirmen und Nachbarn. Dass der Bau beginnen kann, ist auch diesen zu danken: Einsprachen blieben aus.

Bankleiter als Baggerführer

Wobei die Spaten nur Dekoration waren. Als temporärer Bag- gerführer betätigte sich der Vorsitzende der Bankleitung, Ernst Zwingli, der einige Schaufeln Erde aushob. «Du kannst morgen wieder kommen», flachste ein Bauarbeiter. Wenn es gut läuft, ist der Neubau in anderthalb bis zwei Jahren fertig. Was dann mit dem heutigen Gebäude der Bank in Neu St. Johann passiert, ist laut Verwaltungsratspräsident Markus Hobi noch nicht entschieden. Eine gemischte Nutzung ist denkbar, ebenso ein Verkauf.

Markus Hobi erinnerte daran, dass sich der erste Schalter der Bank im Haus des Kassiers in Sidwald befand. Der Umsatz betrug 1908 rund 14 000 Franken. 1985 wurde das Gebäude an der Hauptstrasse bezogen. Unter der Leitung Ernst Zwinglis sei die Bank stark gewachsen. Die Bilanzsumme beträgt jetzt rund 600 Millionen Franken. Die Entwicklungsmöglichkeit an diesem Standort sei beschränkt. Zudem wolle die Bank einen Beitrag an die Dorfentwicklung leisten, sagte Markus Hobi.

Der Neubau besteht aus zwei im Winkel von rund 30 Grad zueinander stehenden Trakten mit drei respektive vier Etagen, Parterre inklusive. Die Geschäftsstelle der Bank öffnet sich gegen die Einmündung der Bahnhof- in die Hauptstrasse. Man habe in Wil und in Vorarlberg viele Holzfassaden angeschaut, aber nichts völlig Passendes gefunden, sagte Hansjörg Huser, Präsident der Baukommission. Man habe lang zwischen einer Holz- und einer Steinfassade geschwankt. Gebrannte Tonziegel bildeten den Bezug zu den Bergen. Der Neubau wird an den Wärmeverbund angeschlossen. Die Bank investiert für den Neubau rund 15 Millionen Franken, inklusive Land.

Hektische Monate

Eingangs resümierte Hansjörg Huser die Geschichte des Neubaus. Zuerst wollte die Bank mit der Gemeinde eine gemeinsame Überbauung realisieren. Als die Gemeinde 2011 beschloss, das Gemeindehaus ohne die Bank zu bauen, kam die Planung vorläufig zum Stillstand. Schliesslich kaufte die Bank das Areal Wasserbrugg. Im Sommer 2014 erging der Studienauftrag für den Wettbewerb. Hektische 14 Monate später waren die Grobplanung, der Strassen- und der Teilzonenplan sowie die Baueingabe fertig.

Letzte Woche traf die Baubewilligung ein. Bankleiter Ernst Zwingli wand Gemeindepräsident Kilian Looser und der Bauverwalterin ein Kränzchen für die zügige Bearbeitung des Baugesuchs. Er ist auch überzeugt, dass der Neubau eine Motivationsspritze fürs Personal bildet.

Ein Projekt diesen Ausmasses sei für die Gemeinde nicht alltäglich, sagte Kilian Looser. Er freut sich, dass der Standort Obertoggenburg der Bank erhalten bleibt und dass es neuen Wohn- und Gewerberaum gibt. Der Amtsschimmel wiehere manchmal ziemlich laut, und einige beim Kanton würden vergessen, dass sie nicht gegen, sondern für die Bürger arbeiteten, sagte Kilian Looser zum Schluss.