Bald zurück auf Herisauer Boden

Dominik Alder und Stefan Schiess kennen sich seit der Primarschulzeit. Sie sind zwei von zahlreichen Ausserrhodern bei Waldkirch-St. Gallen. Mit der Schweizer U19-Auswahl hielten sie sich kürzlich in Tschechien auf.

Lukas Pfiffner
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Dominik Alder und Stefan Schiess bei einer taktischen Besprechung im Training. (Bild: pf)

Dominik Alder und Stefan Schiess bei einer taktischen Besprechung im Training. (Bild: pf)

UNIHOCKEY. Sie sind der Zeit ein wenig voraus. Nur der Herisauer Dominik Alder und der Waldstätter Stefan Schiess, Spieler der U18-Mannschaft von Waldkirch-St. Gallen (Wasa), haben im Schweizer U19-Kader Jahrgang 1999. Verbandstrainer hätten sie beobachtet, erzählen sie. Zudem fanden Sichtungstrainings und Tests statt. Anfang November reisten sie an die Euro Floorball Tour ins tschechische Brünn, wo die Schweiz gegen Schweden, Finnland und die Gastgeber antrat. Einen Sieg und zwei Niederlagen gab es. Intensiver als in der Schweiz seien die Partien gewesen, blickt Verteidiger Stefan Schiess zurück. Center Dominik Alder, der ein Tor und einen Assist verzeichnete, ergänzt: «Die Schiedsrichter liessen mehr laufen.» Eine internationale Premiere war dies nicht: Im Sommer waren sie als Gastspieler von Wiler-Ersigen in Prag an einem Turnier im Einsatz.

Länderspiele «zu Hause»

Die nächsten Verbandstermine stehen in zwei Monaten auf dem Programm: Nach einem Lehrgang in Willisau trifft die U19-Auswahl anfangs Februar in Herisau zweimal auf Tschechien. Was eine Rückkehr darstellt: Schiess und Alder haben für den UHC Herisau gespielt, bevor sie mit vier Kollegen zu Wasa gestossen sind, weil sie das höhere Niveau gereizt hat. Der NLA-Verein Wasa spielt auch im Nachwuchs in den obersten Kategorien. «Im Moment läuft es nicht so gut», sagt Dominik Alder. Nach acht Runden liegt die U18 in der Zehnergruppe auf Platz acht. In ihrem ersten Jahr bei Wasa wurden Schiess und Alder mit der U16 Vizemeister, im zweiten Jahr schafften sie es in die Playoff-Halbfinals.

«... aber es geht»

Dominik Alder besucht die 5. Klasse der Kantonsschule Trogen. Zu den drei wöchentlichen Trainings mit Wasas U18-Team kommen eines mit der U21 sowie drei Einheiten mit der Sportschule Appenzellerland (Kraft, Koordination, Kondition). «Manchmal ist es schon streng, aber es geht.» Stefan Schiess steht im zweiten Lehrjahr als Automatiker und absolviert die BMS. Der Reiz am Unihockey? «Es ist toll, was du mit dem Ball machen kannst», erzählt Schiess. «Auch körperlich bist du gefordert», ergänzt Alder.

Speditive Abläufe

Mittelfristiges Ziel der beiden, die sich seit der Primarschulzeit kennen und auf dem Teamfoto selbstredend nebeneinander posieren, ist die WM der U19. Diese findet alle zwei Jahre statt (nächstmals im Frühling 2017).

Auch in Wasas U21 spielen Appenzeller, darunter Stefans Bruder Michael und Dominiks Bruder Julian. Bei den NLA-Männern und den NLB-Frauen gehören ebenfalls Ausserrhoder zum Stamm von Waldkirch-St. Gallen. In den regionalen Clubs wird eine gute Basisarbeit geleistet; und Junge sind bereit, für ihr Hobby einen grossen Aufwand auf sich zu nehmen. Das Donnerstagtraining von Stefan Schiess und Dominik Alder findet nicht im St. Galler Tal der Demut, sondern in Waldkirch statt. Sie sind dann nebst dem Zug auch mit dem Postauto unterwegs. Gute Organisation und speditive Abläufe sind dabei Programm. Nicht viel mehr als zehn Minuten brauchen die Burschen nach dem Training, bis sie umgezogen aus der Garderobe treten. Das sei immer so – nicht nur, wenn der Journalist warte.