«Bald wird die Warntafel montiert»

Nachgefragt

Noemi Oesch
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Trotz winterlicher Verhältnisse lockt der Säntis nach wie vor Wanderer an. Teilweise unterschätzen die Besucher die Situation, was zu Rega-Rettungen führen kann. Hampi Schoop, Hüttenwart des Berggasthauses Tierwis und Mitglied der Bergrettung Schwägalp, spricht über seine Erfahrungen.

Hampi Schoop, wie haben Sie die Rega-Rettungseinsätze am vergangenen Montag und Dienstag erlebt?

Dass die Rega gleich mehrere Male innert kurzer Zeit ausrücken musste, ist nicht alltäglich. Da ich auswärts weilte, konnte ich den Rettungsteams nicht selbst behilflich sein. Tendenziell finden für uns die meisten Rettungseinsätze in den Frühlings- sowie Herbstmonaten statt.

Weshalb häufen sich die Rettungen in den erwähnten Zeiten?

In diesen Monaten gibt es oft spezielle Situationen auf den Wanderrouten. Die Wege sind mit Schnee bedeckt, und teilweise gibt es meterlange eisige Passagen. Bei falschen Einschätzungen kann das Weiterwandern gefährlich werden und letztlich Hilferufe auslösen.

Es ist zu hören, dass vor der Route auf den Säntis gewarnt werden kann, wenn es zu gefährlich ist. Und dass Sie für das Aufstellen der Tafel zuständig sind.

Ja, das stimmt. Als Wirt der Tierwis stelle ich Ende Sommersaison kurz vor der «Musfalle» eine Warntafel für die Säntis-Route hin. Aktuell steht diese Tafel aber noch nicht, weil das schöne Wetter im Oktober noch einige hervorragende Wandertage bescherte. Nächste Woche wird die Warntafel montiert. Trotz diesem gut sichtbaren Hinweis gibt es aber auch immer wieder Wanderer, welche die Warnung nicht beachten.

Wenn Leute die Warnung ignorieren und in eine Not-

situation geraten, wie sollten sie reagieren?

In Notsituationen sollte man ­immer Hilfe beiziehen. Viel wichtiger ist es aber, während des Wanderns wachsam zu sein, damit frühzeitig schwierige Passagen erkannt werden können. Zudem ist es besser, vor schwierigen Wegstücken den Rückweg anzutreten, anstatt sich zu überschätzen.

Was sollten Wanderer in Wintertagen beachten?

Wichtig ist eine gute Ausrüstung. Dazu gehören beispielsweise Steigeisen, da die Wanderwege oft mit Eis bedeckt und somit sehr rutschig sind. Hinzu kommt die richtige Handhabung der Materialien. Auch die Wandervorbereitung ist entscheidend. Dabei vergessen viele, dass es an Wintertagen schneller eindunkelt als im Sommer. Es lohnt sich, immer genügend Zeit einzuplanen. Letztlich sollten Wanderer in erschwerten Situationen die Gnade haben, frühzeitig umzudrehen und zum Ausgangspunkt der Tour zurückzukehren.

Noemi Oesch

noemi.oesch@appenzellerzeitung.ch