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Der Weiterbetrieb steht auf der Kippe: Zwei Politiker setzen sich für die Ausserrhoder Zahnradbahnen ein

Wegen fehlender Wirtschaftlichkeit wird der Betrieb von drei Ausserrhoder Zahnradbahnen hinterfragt. Nun machen sich zwei Heidler Kantonsräte für den Erhalt der Bahnlinien stark.
Alessia Pagani
Die Bahnlinien Rheineck-Walzenhausen (Bild), Altstätten-Gais und Rorschach-Heiden stehen vor einer ungewissen Zukunft. (Bild: Urs Bucher)

Die Bahnlinien Rheineck-Walzenhausen (Bild), Altstätten-Gais und Rorschach-Heiden stehen vor einer ungewissen Zukunft. (Bild: Urs Bucher)

Viele kennen sie vom Sehen, benutzt werden sie aber offenbar nicht allzu häufig – die drei Bergbahnen auf den Linien Rheineck-Walzenhausen, Rorschach-Heiden und Altstätten-Gais. Deren Betrieb steht wegen tiefer Passagierzahlen und hoher Kosten auf der Kippe (Ausgabe vom 18. Januar). Dies missfällt Hannes Friedli und Werner Rüegg. Die beiden Heidler Kantonsräte haben eine Interpellation eingereicht mit der Aufforderung an den Kanton, dass dieser Möglichkeiten für eine Weiterführung des Betriebes ausarbeitet. Hannes Friedli (SP) hat eine klare Haltung:

«Die drei Linien sind touristisch für uns sehr wichtig. Wenn diese wegfallen, fehlt etwas im touristischen Angebot des Appenzellerlandes.»

Friedli spricht von einem schleichenden Abbau touristischer Angebote im Vorderland. «Ein weiterer Wegfall solcher Angebote wäre für unsere Region schlecht», so Friedli, der auch auf den kürzlich vollzogenen Standortwechsel von Appenzellerland Tourismus von Heiden nach Herisau verweist.

Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet

Hannes Friedli und Werner Rüegg sind sich einig: Die Zukunft des Betriebes darf nicht alleine von dessen Wirtschaftlichkeit abhängig gemacht werden. Werner Rüegg nimmt nicht nur den Kanton sondern auch die hiesigen Tourismusorganisationen in die Verantwortung:

«Finanziell betrachtet wäre ein im Raum stehender Busbetrieb auf diesen Strecken sicherlich günstiger, aber es geht vor allem um den touristischen Wert sowie um Arbeitsplätze.»

So würden viele Lokführer oder aber Bahnhofsmitarbeiter aus der Region stammen. «Nebst dem Verlust dieser Arbeitsplätze wäre das Worst-Case-Szenario bei einer Busverbindung, dass die öffentlich ausgeschriebenen Arbeiten an auswärtige oder gar ausländische Firmen vergeben würden», gibt Rüegg zu bedenken.

Die Einstellung des Bahnbetriebes könnte gemäss dem Heidler Kantonsrat gar Einfluss auf die Passagierzahlen anderer Transportunternehmen wie beispielsweise die Bodenseeschifffahrt nehmen. «Die Touristen kommen mit dem Schiff über den Bodensee, nehmen dort das Bähnli nach Heiden, wandern auf einem der vielen Themenwege und machen sich schliesslich beispielsweise über Rheineck auf die Rückreise.» Diese Gäste blieben dann vermutlich aus, so Rüegg.

«Man darf also nicht nur eine isolierte Betrachtung in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit vornehmen.»

Unter diesem Gesichtspunkt möchten die beiden Interpellanten wissen, inwieweit Kanton und Gemeinden bereit sind, sich finanziell an den betreffenden Bahnbetrieben zu beteiligen.

Die sinkenden Frequenzen und damit die finanziellen Einbussen können die Kantonsräte nicht von der Hand weisen. «Man darf allerdings nicht einzig die Zahlen der Pendler betrachten», so Hannes Friedli. So würden die Pendlerzahlen anders gewichtet und vom Bund anders abgegolten als der touristische Verkehr, der hauptsächlich an den Wochenenden gezählt wird. Von einem angedeuteten führerlosen Betrieb möchte Werner Rüegg, der selbst seit Jahrzehnten im Bahnwesen tätig ist, momentan nichts wissen. «Das wäre möglich. Die Technik ist allerdings noch nicht auf diesem Stand», so Rüegg. Erste Resultate einer Überprüfung sollen laut den Verantwortlichen Ende Juni vorliegen. «Die Einführung eines führerlosen Betriebes ist allerdings nicht von heute auf morgen möglich.»

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