Die Herisauer Bahnhofabstimmung rückt näher

Im Vorfeld der Abstimmung präsentiert der Gemeinderat Details zum Projekt Bahnhofplatz mit Bushof.

Karin Erni
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Der neue Herisauer Bushof soll dank Oblichtern hell und einladend werden.

Der neue Herisauer Bushof soll dank Oblichtern hell und einladend werden.

Visualisierung: PD

Am 17.Mai wird in Ausserrhoden über zwei gewichtige Projekte abgestimmt. Die kantonale Vorlage betrifft den Neubau des Kreisels am Herisauer Bahnhof. Die Stimmbürger von Herisau befinden zusätzlich über den geplanten neuen Bahnhofplatz mit Bushof. Beide Vorlagen hängen eng zusammen, denn ohne den Kreisel kann das Bahnhofsprojekt in der vorgesehenen Form nicht realisiert werden, weil der Platz dafür fehlt.

An der gestrigen Medienkonferenz war der gesamte Gemeinderat erschienen, um die Wichtigkeit der Sache zu unterstreichen. Gemeindepräsident Kurt Geser sprach von einem Generationenprojekt, das nicht nur notwendig, sondern wegen des Behindertengleichstellungsgesetzes auch dringlich sei.

Gemeinderat Max Eugster rollte noch einmal die lange Liste an Problemen des nicht mehr zeitgemässen Bahnhofs auf. So seien die Perrons zu kurz für heutige Zugskompositionen, es mangle an Sicherheit und Übersicht für Fussgänger, gegenseitige Behinderungen von Bussen und Privatverkehr seien an der Tagesordnung. Im Gebiet existierten zudem verschiedene Brachen, die sinnvoller genutzt werden könnten.

Kostenbeteiligung und Kosten der Teilprojekte

Die veranschlagten Kosten von 40,88 Millionen Franken für den Bahnhofplatz mit Bushof müssen nur zum Teil von der Gemeinde getragen werden, wie Max Eugster ausführte. Aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes könne mit rund 9 Millionen Franken gerechnet werden. Die Appenzeller Bahnen, die Südostbahn und die Post Immobilien AG steuern Beiträge von insgesamt 9,53 Millionen bei. Zu erwarten seien zudem 2,8 Millionen vom Kanton als Beitrag für den öffentlichen Regionalverkehr sowie 0,85 Millionen Franken für die Basissanierung der Güterstrasse.

«Nach heutigem Stand beträgt der Gemeindeanteil 18,7 Millionen Franken. Das entspricht 0,04 Steuereinheiten und führt nicht zu einer Steuererhöhung»

, so Eugster. Gemäss Finanzplan wird dieser Betrag auf die Jahre 2020 bis 2026 verteilt. Das Projekt Bahnhofplatz mit Bushof besteht aus mehreren Teilprojekten, die gemischt finanziert werden. Die neuen Bahninfrastrukturbauten der Appenzeller Bahnen schlagen mit über 12 Millionen Franken zu Buche, der neue Bushof kostet gegen 10 Millionen, die Neugestaltung des Zentralplatzes zwischen SOB und Postgebäude inklusive der Personenunterführung vom Mühlebühl-Quartier bis zum Lift ins Ebnet kommt auf knapp 7 Millionen Franken zu stehen. Die Gestaltung der Güterstrasse mit öffentlichen Plätzen und die Erschliessung des Ebnet mit Lift kosten je über 5 Millionen Franken. Für den Kauf des Grundstücks für den Bushof wird eine gute Million Franken fällig. «All diese Massnahmen machen den Bahnhof sicherer, behindertengerecht und verbessern die Anbindung ans Dorf», so Eugster. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von fünf bis sechs Jahren.

Die nächsten Schritte bis zur Abstimmung

Die Bevölkerung von Herisau wird in den kommenden Wochen auf verschiedene Weise über das Projekt informiert. So soll am 1.April ein Anlass im Casino stattfinden. Es entsteht nochmals ein Faltprospekt, der in alle Haushaltungen verteilt wird. Zudem wird ein Tag der offenen Tür am Bahnhof durchgeführt. Am 11. März wird das Geschäft im Einwohnerrat behandelt. Über allem hängt jedoch das Damoklesschwert der Kreiselabstimmung. Es gebe gute Gründe für ein Ja, sagt Max Eugster.

«Von diesem Projekt haben alle Ausserrhoder etwas. Mit der Arealentwicklung entsteht beim Bahnhof ein neues kleines Dorf mit Wohnungen und Arbeitsplätzen, was Steuereinnahmen generiert.»