Bahnhof soll modernisiert werden

Die Südostbahn rechnet mit Kosten von 6,9 Millionen Franken für die Modernisierung des Bahnhofs Brunnadern-Neckertal. Dieser soll einen neuen Perron erhalten. Wann das Projekt ausgeführt wird, ist im Moment aber noch offen.

Martin Knoepfel
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BRUNNADERN. Die Südostbahn (SOB) will den Bahnhof Brunnadern-Neckertal modernisieren. Das bestätigt Mediensprecherin Ursel Kälin. Dabei soll der Bahnhof behindertengerecht ausgebaut werden. Heute sind die Perrons so tief, dass man auch bei den Gelenktriebwagen von Thurbo und den Flirt-Triebzügen der SOB, die die Strecke befahren, eine Stufe überwinden muss.

Das mittlere Gleis weicht bei der Modernisierung einem Inselperron. Künftig wird man nur am Inselperron in die Züge ein- oder aus ihnen aussteigen können. Der neue Perron wird 170 Meter lang und 55 Zentimeter hoch. Eine Personenunterführung von vier Metern Breite mit zwei Rampen ist als Option eingezeichnet.

Gleise à niveau überqueren

Mit dem erhöhten Inselperron entfällt der Übergang über die Gleise auf der Höhe der WC-Anlage. Künftig gibt es nur einen Übergang am Perronende in Richtung Wasserfluhtunnel. Die Passagiere werden dort das Abstellgleis und das eine Personenzuggleis à niveau überqueren.

Das wird toleriert, wenn die Züge wie in Brunnadern-Neckertal auf Sicht fahren. Das heisst, dass sie nicht schneller als rund 40 Kilometer pro Stunde sein dürfen. Dann sei der Übergang über die Gleise mit betrieblichen Massnahmen bewilligungsfähig, war von der Medienstelle des Bundesamts für Verkehr zu erfahren. Bauvorhaben im Bahnbereich brauchen eine Bewilligung des Bundesamts.

In den Plänen sind zudem Durchrutschstrecken von 55 und 50 Metern eingezeichnet. Die Durchrutschstrecke ist die Distanz, welche ein Zug zurücklegt, wenn er gegen ein rotes Signal abfährt. Durchrutschstrecken von 50 bis 55 Metern akzeptiert das Bundesamt für Verkehr nach Auskunft der Medienstelle, wenn die Züge langsam abfahren.

Zeitplan noch offen

Zur Modernisierung gehören ferner die Erneuerung der Gleisanlagen und des Unterbaus sowie weitere Arbeiten wie Entwässerungen. Die Kosten der Modernisierung betragen voraussichtlich 6,9 Millionen Franken, inklusive Mehrwertsteuer. Die Modernisierung der Bahnhöfe Brunnadern-Neckertal und Mogelsberg ist Teil des Projekts «Cluster 2015» (siehe Kasten). Damit ist der genaue Zeitplan nach Aussage von Ursel Kälin noch offen.

Längerer Weg beim Umsteigen

Zwei Postautolinien bedienen heute den Bahnhof Brunnadern-Neckertal. Die Postbusse halten auf dem geteerten Platz nördlich der WC-Anlage. Der Fussweg für die Passagiere, die vom Bus auf den Zug wechseln, dürfte sich somit nach der Modernisierung im Vergleich zu heute um bis zu 200 Meter verlängern, weil der Übergang über die Gleise nur am Ende des Perrons in Richtung Lichtensteig möglich ist. Die Postauto Schweiz AG sei in das Projekt noch nicht involviert, werde sich aber die Pläne genau anschauen, ist von Katharina Merkle, Mediensprecherin von Postauto Schweiz, zu erfahren.

Ursel Kälin sagt, in Bezug auf die Gestaltung des Bahnhofplatzes sei der Ball bei der Politischen Gemeinde Neckertal. Das Bahnhofgebäude, der angebaute Güterschuppen und die WC-Anlage seien nicht Teil des Modernisierungsprojekts. Die SOB braucht diese Gebäude nicht mehr, denn Brunnadern-Neckertal ist eine unbediente Haltestelle. Die Rampe zum Güterschuppen wird verschwinden.

Der Bahnhof behält sein Abstellgleis, wobei dieses teilweise auch als Personenzuggleis dient. Bei der Einstellung des Güterverkehrs in Brunnadern-Neckertal hiess es, dass dieser Bahnhof später wieder für den Güterverkehr geöffnet werden könne, wenn die Nachfrage gross genug sei. Die Modernisierung verunmöglicht das zumindest nicht. Die Gemeindepräsidentin von Neckertal war gestern nachmittag nicht erreichbar.

Das Projekt liegt bis zum 26. März im Gemeindehaus St. Peterzell auf.

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