«Bären»-Investoren planen Neubau

Am Baustellenapéro im «Bären» Gonten erfuhr die Dorfbevölkerung, dass die Investoren einen Neubau mit 40 bis 50 Betten planen. Nächsten Frühling soll die Renovation des bestehenden Gebäudes fertig sein – damit erhält Gonten unter anderem auch eine neue Dorfbeiz.

Ueli Abt
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Ab voraussichtlich April stehen im Landgasthof Bären vorerst zehn Zimmer bereit. (Bild: ua)

Ab voraussichtlich April stehen im Landgasthof Bären vorerst zehn Zimmer bereit. (Bild: ua)

GONTEN. Es herrschte Gedränge im Erdgeschoss des alten Hausteils im «Bären» Gonten. Die Investoren hatten am Donnerstagabend zum Baustellenapéro geladen. Zahlreiche Dorfeinwohner waren offensichtlich gespannt zu erfahren, wie sich die Renovationsarbeiten entwickeln und was die Betreiber nach der Wiedereröffnung mit dem Lokal vorhaben.

Die freigelegte Bollenstein-Wand an der Rückseite des Raums vermittelte bereits einen Eindruck, in welche Richtung es geht – baulich, letztlich aber auch betrieblich. «Wir wollen die alte Substanz des teilweise 400jährigen Hauses hervorholen», sagte Architekt Roger Bächtiger vor den Apéro-Gästen. Im Lauf der Zeit sei im «Bären» einiges dazugebaut worden. Nun wolle man zum ursprünglichen Zustand zurück – die Bollensteine sollen dabei genauso sichtbar werden wie der Strickbau in den höher gelegenen Geschossen.

Dorfbeiz inklusive

Der angehende Gastgeber Raphaël Brunner erläuterte das gastronomische Konzept. Im Erdgeschoss entstehen eine Bar und ein Restaurant, wo jedermann «einen Kaffee oder ein Bier» trinken oder gutbürgerliche Gerichte geniessen könne – ganz wie es sich für eine Dorfbeiz gehört. Im Hintergrund soll der Weinkeller zum eigentlichen Prunkstück des Hauses werden, ihn wird man für Apéros buchen können. Nebenan gibt es zudem eine Lounge, an welcher man am Cheminée gemütlich etwas trinken kann. Im oberen Stock wird ein Restaurant eine hervorragende Küche bieten, es soll aber ebenfalls nicht den Hotelgästen vorbehalten sein, sondern jedermann offen stehen. Beispielsweise werden dort auch Gruppen eine Hochzeit oder einen Geburtstag feiern können.

Mit diesen Beschreibungen wurde klar, dass die Betreiber des «Bären» einen Gastbetrieb anstreben, durch dessen Türen insbesondere auch die Dorfbevölkerung eintritt. Der Haupteingang soll denn auch nicht wie bisher im neuen Anbau, sondern künftig wieder im alten Hausteil sein, wo sich die Beiz befinden wird.

Der Verwaltungsratspräsident der Hotel Bären Gonten AG, Jan Schoch, nannte mehrere Gründe, wieso man das Projekt startete: Man wolle etwas zur Belebung des ganzen Dorfes beitragen. Das Engagement erfolge ausserdem aus Freude an der Appenzeller Baukultur. Die Investoren wollen auf das KMU-Sterben reagieren und Arbeitsplätze generieren.

Baurechtsvertrag unterzeichnet

Dank seiner grosszügigen Gestaltung wird der künftig als Landgasthof geführte, neue «Bären» vorerst nur über zehn Hotelzimmer verfügen, 16 Angestellte werden beschäftigt werden. Voraussichtlich wird die Wiedereröffnung per April kommenden Jahres erfolgen.

Mit dem Umbau der bestehenden Liegenschaft kommt dabei aber lediglich eine erste Phase zum Abschluss. Wie am Apéro zu erfahren war, ist eine Phase 2 geplant: Auf einem Grundstück hinter dem Haus soll ein Neubau mit 40 bis 50 Hotelbetten entstehen. Wie Schoch bekannt gab, hat die Bären Gonten AG einen Baurechtsvertrag für ein Grundstück von 4300 Quadratmetern Fläche unterzeichnet. «Wir wollen Wellness anbieten können», erklärte Schoch weiter. Angepeilt würden Gäste, die sich drei bis maximal fünf Tage im Appenzellerland aufhalten wollen. Dann soll der «Bären» circa 40 Angestellten Arbeit bieten.

«Wie ein Lottosechser»

In der Folge ergriff auch Bezirkshauptmann Ruedi Eberle das Wort. Mit der Feststellung, es seien ja fast mehr Leute anwesend als üblicherweise an einer Bezirksgemeinde, fand er einen leichten Einstieg. Dass die Investorengruppe den «Bären» renoviert und erweitert, verglich er mit einem Lottosechser. Die Chance, die sich biete, gelte es nun aber zu nutzen.

Er schilderte das lange Verfahren, welches die Investoren und der Bezirk nun durchlaufen müssen, Umzonung von W2- beziehungsweise Freihalte- in Kernzone sowie Erstellen eines Quartierplans inklusive. «Ich hoffe, dass ihr am gleichen Strick zieht», so Eberle. Das Dorf habe in letzter Zeit viel verloren. «Nun bietet sich die Chance, dass Gonten einen Betrieb erhält, der weit über das Dorf hinaus ausstrahlt.»

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