Bänke raus für die Offene Kirche

ST. GALLEN. Barfuss tanzen und meditieren in der Stille: Die Angebote der Offenen Kirche sind mehr Event als Gottesdienst und sollen auch Menschen ansprechen, die mit der Kirche wenig bis nichts am Hut haben. Doch die Offene Kirche steht vor einem Problem.

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ST. GALLEN. Barfuss tanzen und meditieren in der Stille: Die Angebote der Offenen Kirche sind mehr Event als Gottesdienst und sollen auch Menschen ansprechen, die mit der Kirche wenig bis nichts am Hut haben. Doch die Offene Kirche steht vor einem Problem. Spätestens im Jahr 2020 muss sie von ihrem jetzigen Standort auf dem Platztor-Areal weichen. Dann sollen dort die Bauarbeiten für einen Neubau der Universität St. Gallen beginnen. Der für die Offene Kirche zuständige ökumenische Verein Wirkraum Kirche sucht deshalb nach einem neuen Standort. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, ist der Verein mit der Vorsteherschaft der evangelisch-reformierten Kirche St. Mangen im Gespräch. Denn die Kirche sei «ein bedeutender Kraftort».

Eine Kirche der Stille soll es sein

Doch der Verein Wirkraum Kirche will nicht nur umziehen, sondern gleich Hauptakteur werden. «Die Idee ist, die Kirche St. Mangen komplett an den Verein zu übergeben», sagt Theodor Pindl, Intendant von Wirkraum Kirche. Er möchte die Chance nutzen und die Kirche St. Mangen inhaltlich neu ausrichten. «Wir wollen auf keinen Fall eine klassische Kirche sein», sagt Pindl. Ihm schwebe vielmehr eine «Kirche der Stille» vor. Heisst: Keine Kirchenbänke, sondern ein leerer Raum, der Platz für verschiedene Vereine und Organisationen bietet und abhängig von der Veranstaltung gestaltet werden kann. «Es soll nicht bei der alten Kirchenstruktur bleiben.» Er wünsche sich eine Kirche, die offen sei, sagt er – auch programmatisch – und sich auf interreligiöse Gespräche einlasse. Bedenken, dass die klassischen Kirchengänger die Kirchenbänke vermissen könnten, hat Pindl nicht. (jwe)