Bäcker auf Reisen

Brosmete

Hansruedi Diem
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Es war an einem Dienstag, als sich Michael und ich an einen Kurs in Richtung Zürich begaben. Gemütlich fuhren wir nach Volketswil zum Hauptquartier unseres Arbeitgebers und spazierten zur Anmeldung. Eine freundliche Frau begrüsste uns und wir teilten ihr mit, dass wir vom Standort Gossau kommen und heute einen Kurs in Volketswil hätten. Die nette Dame schaute kurz in ihrem Bildschirm nach und verkündete uns, dass heute kein Kurs in Volketswil stattfinde. Verdutzt grub ich in meinen Unterlagen die zerknitterte Einladung hervor, währenddessen mir noch sämtliche Schreibstifte zu Boden fielen. Mit grossem Erschrecken stellten wir augenblicklich fest, dass der Kurs am anderen Standort unseres Arbeitgebers in Gränichen stattfand. Hastig eilten wir zurück zum Auto und fuhren los. Während der Fahrt programmierten wir das Navi neu und bemerkten gleich, dass die Zeit bei weitem nicht mehr ausreichen sollte. Wir informierten den dortigen Kursleiter und fuhren in den nie mehr enden wollenden Stau. Nun klingelte auch noch mein Telefon. Priska, eine Mitarbeiterin von uns war am Apparat und erzählte uns, dass sie heute ebenfalls in Volketswil einen Kurs besuchen wollte. Auch sie meldete sich bei der Anmeldung, die ihr mit einem breiten Grinsen mitteilte, dass schon zwei Jungs von Gossau bei ihr waren und der Kurs in Gränichen stattfände. Priska musste aber an einen anderen Kurs und irrte sich nicht im Ort, sondern mit dem Tag. Denn ihr Kurs fand erst tags darauf in Volketswil statt.

Endlich in Gränichen angekommen, betraten Michael und ich schamgerötet den mit zirka vierzig Teilnehmern belegten Kurs Saal. Alle Blicke richteten sich auf die beiden Verlierer aus dem Osten und im selben Moment hatte der oberste Boss unserer Firma sein Referat beendet. Ein Tag nach dem Motto: «De Tömmscht vo de Famili lernt Beck.»

Hansruedi Diem