Babyrekord in Ausserrhoden

In den Ausserrhoder Spitälern in Heiden und Herisau kommen 2012 so viele Kinder zur Welt wie nie zuvor. Beide Institutionen knacken vor der Jahreswende die 600er-Marke.

David Scarano
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HERISAU/HEIDEN. 2012 ist für den Spitalverbund Ausserrhoden ein Rekordjahr: Noch nie kamen in den beiden kantonalen Spitälern in Heiden und Herisau so viele Kinder zur Welt wie in den letzten zwölf Monaten. Am Ende sind es genau 1210. Zweimal die Nase vorn haben die Vorderländer. Sie bringen es auf 606 Babies, Herisau auf 604. Auch die 600er-Marke durchbrechen die Heidler früher. Bei ihnen war es am 27. Dezember so weit, in Herisau einen Tag später. Unabhängig davon, in beiden Spitälern ist die Freude über das Rekordergebnis gross.

In Herisau lud das Spital am Silvestermontag kurzfristig die Mitarbeiterinnen als Dank zu einem Apéro ein. Der leitende Arzt Christof Nauer sprach von einem sensationellen Ergebnis, vor allem in Anbetracht des eisigen Windes, der der Abteilung 2012 entgegenwehte. Er meinte damit nicht nur die neue Marktsituation mit der freien Spitalwahl und den Fallpauschalen, sondern auch die personellen Umwälzungen. Seit dem Sommer und dem frühzeitigen Weggang von Markus Santer steht die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Spital Herisau ohne Chefarzt da.

Markante Steigerung

Die Steigerung ist in den beiden Spitälern markant, trotz der bereits guten Ergebnisse des Vorjahres. Herisau verzeichnete 2011 549 Geburten, Heiden 524, was damals für die Vorderländer schon ein Rekord darstellte. Noch nie zuvor hatten sie die 500er-Marke durchbrochen. Nun sind nochmals 82 Knaben und Mädchen dazugekommen. Der Zuwachs in dieser Grössenordnung kommt für die Heidler Chefärztin Monika Böhler überraschend. «Wir hatten eher mit 550 Geburten gerechnet», sagt sie.

Gründe für den Geburtenboom in Ausserrhoden gibt es viele. Die kantonalen Spitäler profitieren von der Schliessung der Geburtsabteilung in Appenzell, Heiden zudem im speziellen vom Ende des Geburtshauses Artemis in Steinach. Ein grosses Plus der Ausserrhoder ist das individuelle Angebot, das eine persönliche Betreuung der Mütter ermöglicht. Dies sagten Christof Nauer und Köbi Frei, Finanzdirektor sowie Mitglied des Verwaltungsrates des Spitalverbundes Ausserrhoden, im Rahmen des Apéros. Die Spezialität Heidens ist die Hebammengeburt.

2012-Babyboomers

Monika Böhler verweist auf das geburtenstarke Jahr 2012, das auch an anderen Spitälern zu Rekorden geführt hat. Solche aussergewöhnliche Jahre gibt es gemäss der Heidler Chefärztin immer wieder. Als sogenannte Babyboomers gelten beispielsweise die Jahrgänge Mitte der 1960er-Jahre. Die 2012er könnten ebenfalls diese Bezeichnung erhalten. Diese Wellenbewegungen machen eine Prognose für die kommenden Jahre schwierig. Sowohl Christof Nauer wie auch Monika Böhler rechnen aber 2013 erneut mit einem geburtenstarken Jahr. Darauf setzt auch Köbi Frei. «Von einer gut ausgelasteten Geburtenabteilung profitieren auch die anderen Fakultäten», sagte er. In Heiden sind Pläne für eine Stärkung der Geburtenabteilung vorhanden. Ein Entschluss ist gemäss Frei aber noch nicht gefallen.