ALARMIERUNGSSYSTEM
Bei Netzstörungen: Teufner können Feuerwehr per Knopfdruck alarmieren

Ein Novum: In Teufen gibt es ein Alarmierungssystem für die Feuerwehr, dass auch unabhängig von Strom und Internet funktioniert. Bis Ende Jahr sollen alle weiteren Ausserrhoder Gemeinden ebenfalls damit ausgestattet sein.

Astrid Zysset
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Walter Hasenfratz, Feuerwehrinspektor Appenzell AR/AI, testet die Notfallbox.

Walter Hasenfratz, Feuerwehrinspektor Appenzell AR/AI, testet die Notfallbox.

Bild: Astrid Zysset

Die letzte grosse Störung im Swisscom-Netz liegt noch nicht lange zurück: Am 9. Juli waren die Notrufnummern 112 und 117 in mehreren Kantonen vorübergehend nicht erreichbar. Die Gebäudeversicherung Assekuranz des Kantons Appenzell Ausserrhoden sucht schon länger nach einer Lösung, um den Notruf auch in solchen Fällen zu gewährleisten, respektive nach einer von öffentlichen Kommunikationsnetzen unabhängigen Notalarmierung. Und sie könnte diese gefunden haben. Am Freitag wurde ein entsprechendes System im Feuerwehrdepot in Teufen in Betrieb genommen.

Gut sichtbar befindet sich an der Aussenwand des Gebäudes eine Box. Wird der grosse Knopf im Innern dieser Box gedrückt, geht ein Alarm los. Dieser wird über den Masten auf dem Depot direkt auf die Pager der Feuerwehrleute geleitet. Die Signalübermittlung erfolgt über das sogenannte Telepage-Funkrufnetz der Swissphone Wireless AG. Zum Kerngeschäft des Schweizer Unternehmens gehört die Übermittlung kritischer Nachrichten. Vorwiegend arbeitet es mit Kunden im Bereich der öffentlichen Sicherheit zusammen. «Da unser Netz nicht von jedem Bürger genutzt werden kann, können wir einen stabilen Betrieb sicherstellen», sagt Dominic Suter, Leiter Bereich Telepage bei der Swissphone Wireless AG.

Einfache Handhabung, geringe Kosten

Der Alarm wird an acht bis zehn Feuerwehrleute geleitet. Walter Hasenfratz, Feuerwehrinspektor Appenzell AR/AI, sagt:

«Es wird nicht sofort die ganze Truppe aufgeboten.»

Über einen Sender im Depot können die ersten Einsatzkräfte vor Ort dann weitere Kollegen aufbieten. Auch dieser Alarm erfolgt über das Telepage-Funkrufnetz. «Die Handhabung des autarken Alarmierungssystems ist sehr einfach. Eine umfangreiche Schulung der Einsatzkräfte ist nicht vonnöten», so Hasenfratz weiter. Und auch die Kosten von rund 12'000 Franken für die Installation sind gering, da Verkabelung, Antenne und Pager bereits zum regulären Feuerwehrequipment gehören.

Alle Gemeinden werden damit ausgestattet

Notfalls können mit dem autarken Alarmierungssystem auch Polizei oder Rettung aufgeboten werden respektive die Feuerwehrkräfte alarmieren diese anschliessend. Hasenfratz betont jedoch, dass die Notfallbox primär für Feuerwehreinsätze vorgesehen ist. Vor Missbrauch schützt eine Videokamera, die direkt bei der Box angebracht ist.

Die Idee zu diesem Alarmsystem geht auf einen Prototyp im Kanton Basel-Landschaft zurück. Dort wurde der Sender innerhalb des Depots für das Aufbieten weiterer Feuerwehrkräfte bereits getestet. Die Notfallbox gibt es dort jedoch nicht. Schweizweit ist Appenzell Ausserrhoden der erste Kanton, der eine solch autarke Lösung für den Notfall implementiert hat. Vorerst allerdings nur in Teufen. Gemäss Hasenfratz sollen jedoch alle Ausserrhoder Gemeinden bis Ende Jahr auf ein solches System zugreifen können.