AUSWAHL: Kampf um Tunnel beginnt

Doppelspur oder Tunnel? Ein weiteres Mal steht Teufen vor dieser Frage. Die Initianten für den Tunnel gehen mit einer Informationsveranstaltung in die Offensive. Dabei wird klar: Sie machen ernst.

Bruno Eisenhut
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Bleibt die Bahn im Dorfzentrum oder nicht? Diese Frage beschäftigt Teufen. (Bild: Benjamin Manser (21. September 2016))

Bleibt die Bahn im Dorfzentrum oder nicht? Diese Frage beschäftigt Teufen. (Bild: Benjamin Manser (21. September 2016))

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut

@appenzellerzeitung.ch

Es scheint den Initianten für den Kurztunnel ein grosses Bedürfnis zu sein, in Teufen eine umfassende Debatte zur Tunnellösung anzustossen. Damit sich die Teufnerinnen und Teufner auch wirklich mit der Kurztunnel-Initiative auseinandersetzen, zogen die Initianten am Donnerstagabend an einer Informationsveranstaltung alle Register. Etwa betonte Susan Meier, dass der Doppelspur durch das Dorfzentrum mehrere Parkplätze zum Opfer fallen würden. Oder, so Susan Meier weiter, die zahlreichen Anlässe im Zentrum wie der Adventsmarkt, das Silvesterchlausen oder die Fasnachtsveranstaltungen wären in Gefahr, wenn die Bahn im Viertelstundentakt durch das Zentrum fahren würde. «Wir wollen nicht Rücksicht nehmen müssen auf die Bedürfnisse der Appenzeller Bahnen», fasste sie mit einem Hauch Emotionen zusammen. Und weil Teufen noch immer ein Dorf sei und keine Vorstadt, passe eine Strassenbahn nicht zum Dorf im hügeligen Appenzellerland.

Emotionslos äusserte sich Gemeindepräsident Reto Altherr, der im Publikum weilte, zur Kurztunnel-Initiative. Er sagte lediglich, dass er genauso wie das Komitee hoffe, dass sich die Teufner Bevölkerung bis zum Abstimmungstermin am 21. Mai mit der Thematik detailliert auseinandersetze.

Der Gemeinderat wird seine Ansichten an einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 3. Mai darstellen. Dann dürfte sich der Gemeinderat auch zu den Anspielungen aus dem Komitee bezüglich der Kosten äussern. Die prognostizierten Kosten im Abstimmungsedikt würden nicht der Realität entsprechen, sagte Komiteemitglied Kurt Stäheli am Donnerstagabend im gut besetzten Lindensaal. Die Mehrkosten von rund 25 Millionen Franken, die Teufen für den Tunnel zu tragen hätte, seien fragwürdig. Insbesondere die ausgewiesene Unkonstante von Plus/Minus 30 Prozent sei heutzutage zu hoch. Erfahrungen aus anderen Tunnelbauten hätten gezeigt, dass die Kosten maximal zehn Prozent vom Budget abweichen würden.

Falschaussagen des Komitees?

Trotz aller Euphorie für den Kurztunnel, die Initianten gestanden auch negative Punkte ein. So sei auch mit einem Kurztunnel der Engpass auf der Höhe von Elek­tro Nef nicht beseitigt, sagte alt Baudirektor Köbi Brunnschweiler, der sich ebenfalls im Initiativkomitee engagiert. Genauso müsste auch beim Einlenker Schützenbergstrasse oder Werdenweg weiterhin nach Lösungen gesucht werden. Überwiegen würden aber die Nachteile einer Doppelspur. So führte Christian Ehrbar vom Komitee aus, dass beim Bau einer Doppelspur die Haltestellen «Stofel» und «Sternen» auf die Fahrspuren zu liegen kämen. Dies hätte ihm der Projektleiter der Appenzeller Bahnen zugesichert. Diese Aussage von Christian Ehrbar sei schlicht und einfach falsch, erklärt der Direktor der Appenzeller Bahnen, Thomas Baumgartner, auf Anfrage unserer Zeitung. Derzeit laufe das Variantenstudium für die von Ehrbar angesprochene Strecke. Die direkten Anstösser bekämen von den Appenzeller Bahnen verschiedene Varianten aufgezeigt, «eine davon ist die Haltestelle auf der Strasse», so Baumgartner. Entscheide seien aber noch keine gefällt worden. Momentan wisse man noch nicht einmal, wo die Doppelspur zu Ende ist und die Schienen des Zugs wieder auf ein Gleis zusammengeführt werden. Dass ein Vertreter des Komitees mit angeblich falschen Aussagen aufwartet, will Baumgartner nicht weiter kommentieren. Nur so viel: «Ich finde eine solche Aussage kritisch.»

Am 21. Mai entscheidet das Teufner Stimmvolk an der Urne über die Initiative.