Ausstieg aus turbulenter Gesundheitslandschaft

Menschen 2016

Alessia Pagani
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Kaum je mehr als jetzt zum Jahresende lohnt sich ein Blick zurück, auf Vergangenes, auf Abgeschlossenes. Ganz speziell auch für Alex Rohner. Der Leiter der Klinik am Rosenberg in Heiden tritt per Ende Jahr mit 62 Jahren frühzeitig seine Pension an. Irgendwann komme der Moment, in dem man loslassen müsse. Seit 1984, dem Gründungsjahr der Klinik, ist er deren Direktor. Unter seiner Leitung konnte sich die Klinik in enger Zusammenarbeit mit den Belegärzten aus den Fachbereichen der Orthopädie und der Wirbelsäulenchirurgie als orthopädische Spezialklinik in der Ostschweiz etablieren. Alex Rohner hat in den vergangenen 32 Jahren die Entwicklung der Klinik am Rosenberg durch seine Fachkompetenz und seine regionale Verankerung entscheidend geprägt. Mit der Integration in die Privatklinikgruppe Hirslanden im Jahr 2003 und durch die enge Zusammenarbeit mit der Hirslandenklinik Stephanshorn ist in der Region ein integriertes Versorgungsnetzwerk entstanden, das sowohl Grundversorgungsleistungen inklusive Notfall- und Intensiv­medizin als auch Behandlungen in spezialisierten Fachbereichen abdeckt. 2012 wurde die Klinik in die Spitalliste des Kantons Appenzell Ausserrhoden aufgenommen, so dass Patienten aller Versicherungsklassen in der Klinik behandelt werden können.

So gut, so schön. Heuer muss Alex Rohner allerdings auf sehr turbulente zwölf Monate zurückblicken. Nach Eröffnung der Berit Klinik im März in Speicher waren aus Heiden Sätze zu vernehmen, die auf keine rosige Zukunft der Klinik am Rosenberg hindeuteten. Die Rede war von negativen Folgen und von freien Bettenkapazitäten. Zudem würden die Mitarbeiter bei geringer Auslastung in anderen Hirslanden-Kliniken aushelfen. Hirslanden hat dies damals zum Anlass genommen, die Strategie anzupassen. So wollte man die starke Position in der Ostschweiz ausbauen, die beiden Kliniken am Rosenberg in Heiden und Stephanshorn in St. Gallen sollten verstärkt zusammenarbeiten. Dies biete den Ärzten in Heiden die Möglichkeit, Patienten mit komplexen Gesundheitsproblemen in St. Gallen behandeln zu lassen. Gleichzeitig erhalten diese Ärzte auch eine Zulassung für das Stephanshorn. Diese Entscheidungen wurden im Juni kommuniziert. Nur zwei Monate später gaben mehrere Ärzte ihren Rücktritt aus der Klinik in Heiden bekannt. Nicht irgendwelche Ärzte, sondern die Gründergruppe der Klinik am Rosenberg, genauer, sämtliche Spezialisten der Orthopädie. Geschlossen wechselten sie in die neue Berit-Klinik. Aufgrund unterschiedlicher strategischer Ausrichtungen der Orthopädie Rosenberg und der Hirslandenklinik habe man sich für einen Wechsel nach Speicher entschieden. Ein Umstand, der Rohner in seinem Abschiedsjahr schwer getroffen haben dürfte. Dass durch eine neuerliche Kooperation ab 2017 fast der gesamte chirurgische Bereich vom Spital Heiden an die Klinik am Rosenberg verlegt wird, dürfte für Rohner dann doch ein versöhnlicher Abschluss seiner Tätigkeit darstellen. Im Laufe der Jahre sei die Klinik zu einer zweiten Familie geworden. Die Zusammenarbeit und der Gedankenaustausch mit dem Team werde er vermissen. Und trotzdem sagt der angehende Pensionär: «Ich freue mich sehr auf meine Pensionierung mit etwas mehr Zeit für mich, meine Familie und meine Freunde. Einen Teil seiner Kapazitäten wird Alex Rohner weiterhin in die Politik stecken. Dem Kantonsrat bleibt er auch im kommenden Jahr erhalten. Ebenso als Präsident dem Verein Biedermeierfest Heiden.

Alessia Pagani

Menschen 2016

Wir porträtieren in diesen Tagen unterschiedliche Menschen, die im zu Ende gehenden Jahr Besonderes geleistet haben, mit ihren Projekten erfolgreich waren oder aufgefallen sind.