Ausserrhoder Tourismus verliert 2019 acht Prozent der Logiernächte ++ Innerrhodern mit Wachstum

2019 hat Ausserrhoden im Tourismus einen Rückschlag hinnehmen müssen. Besser sieht es in Innerrhoden aus.

Jesko Calderara
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Das Hotel Säntis auf der Schwägalp war 2019 für eine gewisse Zeit geschlossen. Daher gingen die Logiernächte der Gemeinde Hundwil zurück.

Das Hotel Säntis auf der Schwägalp war 2019 für eine gewisse Zeit geschlossen. Daher gingen die Logiernächte der Gemeinde Hundwil zurück.

Bild: Ralph Ribi

In Appenzell Ausserrhoden haben 2019 weniger Touristen übernachtet als im Vorjahr. Die Zahl der Logiernächte betrug letztes Jahr 111803. Gegenüber 2018 ist dies ein Rückgang von mehr als acht Prozent. Zum Vergleich: Schweizweit verzeichneten die Hotels mit 39,6 Millionen Logiernächten einen Rekord. Der Anstieg belief sich auf 1,9 Prozent. Fast alle Regionen profitierten vom Aufschwung, hingegen musste die Ostschweiz einen Rückgang von 2,2 Prozent hinnehmen.

Andreas Frey, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AR

Andreas Frey, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AR

Bild: PD

Für Andreas Frey, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR, ist das letztjährige Resultat unbefriedigend. Als Ursache für das Minus nennt er die Lawine auf der Schwägalp anfangs 2019. In der Folge musste das Hotel Säntis für einige Tage geschlossen werden, die Schwebebahn stellte während fast fünf Monaten ihren Betrieb ein.

Urnäsch und Herisau mit deutlichen Verlusten

Das Unglück auf der Schwägalp ist allerdings nur für schätzungsweise einen Drittel bis die Hälfte des Verlusts an Logiernächten in Ausserrhoden verantwortlich. Gemäss der Statistik sind auch die Übernachtungszahlen in den Gemeinden Urnäsch (-1043) und Herisau (-2198) deutlich zurückgegangen. Ein Wachstum verzeichneten dagegen Heiden (+220) und Teufen (+82). Im 10-Jahres-Vergleich hat Appenzell Ausserrhoden ungefähr 40000 Logiernächte verloren, Innerrhoden nur 6000:


Trotz des markanten Rückgangs zeigt sich Frey vom Potenzial der Region überzeugt. «Es braucht aber neue Hotelangebote», sagt er. Zumindest ein zusätzlicher Betrieb wäre seiner Ansicht nach wünschenswert. Als positiv erwähnt er in diesem Zusammenhang die Wiedereröffnung des Hotels Walzenhausen im Herbst des vergangenen Jahres.

In den letzten Jahren hat vor allem das Vorderland viele Hotelbetten verloren. Die geplanten Hotelprojekte konnten aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden. Dies obschon Investoren interessiert wären, wie Frey sagt. Immerhin in Rehetobel wird zurzeit ein Hotel gebaut.

Investitionen der Hotels zahlen sich aus

Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI.

Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI.

Bild: PD

Besser als in Ausserrhoden entwickelte sich im vergangenen Jahr der Tourismus in Innerrhoden. Die Logiernächte stiegen um rund ein Prozent auf 161150. «Mit diesen Zahlen sind wir sehr zufrieden», sagt Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI. Nach dem Rekordsommer 2018 habe er einen kleinen Rückgang erwartet. Trotz des etwas schlechteren Wetters sei dies nicht eingetroffen, sagt Buob. Dafür gibt es zwei Ursachen.

So hatte 2019 das Hotel Hof Weissbad wieder das ganze Jahr offen, nachdem das Innerrhoder Flaggschiff 2018 wegen einer Renovation zwei Monate lang geschlossen war. Dafür gab es im vergangenen Jahr andere Betriebe wie der «Alte Säntis», welcher den ganzen Sommer keine Übernachtungen annahm. Dies wirkte sich 2019 negativ auf die Logiernächtezahlen aus. Unter dem Strich gab es trotzdem ein Plus von einem Prozent.

Für Buob hat das Wachstum noch einen zweiten Hauptgrund: «Ich kenne in Innerrhoden kein Hotel, welches in den letzten Jahren nicht in die Infrastruktur investiert hat.» Kämen gutes Wetter und keine negativen äusseren Einflüsse dazu, laufe es rund. Als weiteren Erfolgsfaktor erwähnt er die klare Positionierung in der Werbung.

Buob wagt keine Prognose, ob der Aufwärtstrend im Innerrhoder Tourismus weitergeht. Es sei beispielsweise unmöglich, die Auswirkungen des Corona-Virus auf das Reiseverhalten vorherzusagen. Möglicherweise würden die Leute weniger reisen oder allenfalls vermehrt Ferien in der Schweiz machen.

Mehr Buchungen im Reka-Feriendorf


Die Daten des Bundesamtes für Statistik liefern ein unvollständiges Bild, denn die Parahotellerie ist darin nicht enthalten. Zu dieser Gruppe der Beherbergungsmöglichkeiten gehört das Reka-Feriendorf in Urnäsch. Dieses konnte die Buchungen 2019 um ein Prozent steigern. Weil aber die Aufenthaltsdauer und die Anzahl Personen pro Buchung leicht gesunken sind, gingen die Logiernächte um 2,9 Prozent zurück. An 235 Tagen im Jahr ist das Feriendorf Urnäsch ausgebucht. Dies ergibt eine hohe Auslastung von 80 Prozent.