Ausserrhoder Spitalverbund
Schliessung des Spitals Heiden kommt früher als erwartet: Stationäres Angebot wird per Ende Juli eingestellt

Per Ende Juli wird der stationäre Bereich im Spital Heiden geschlossen. Grund dafür sind die «dynamische Personalsituation» sowie sinkende Patientenzahlen. Ambulante Sprechstunden werden vorerst weiterhin angeboten. Ebenfalls in Betrieb – jedoch zu reduzierten Öffnungszeiten – bleibt die Notfallstation.

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Das stationäre Angebot am Spital Heiden endet am 31. Juli.

Das stationäre Angebot am Spital Heiden endet am 31. Juli.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

(pd/wec) Der Ausserrhoder Regierungsrat und der Verwaltungsrat des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden (Svar) haben Ende April die anstehende Schliessung des Spitals Heiden per Ende 2021 bekanntgegeben. Dies bedeutet, dass sämtliche stationären und ambulanten Angebote am Standort Heiden spätestens per 31. Dezember 2021 eingestellt werden.

Nun wird die Schliessung vorgezogen: Per 31. Juli 2021 wird der stationäre Bereich im Spital Heiden geschlossen, wie der Svar in einer Medienmitteilung schreibt. Grund dafür sind die dynamische Personalsituation sowie sinkende Patientenzahlen.

Svar geht von weniger als 80 Kündigungen aus

Für die von der Spitalschliessung betroffenen Mitarbeitenden hat die Geschäftsleitung ein umfassendes Massnahmenpaket geschnürt. Gemäss Mitteilung erhielten und erhalten alle Mitarbeitenden vom Svar entweder ein Angebot für einen internen Stellenwechsel oder umfassende Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Anstellung ausserhalb vom Svar. «Bei Kündigungen seitens Arbeitnehmenden wird den Mitarbeitenden wenn immer möglich ein nahtloser Stellenwechsel ermöglicht», heisst es in der Mitteilung.

Nicht zuletzt dank dieser Unterstützung habe bereits eine Vielzahl von Mitarbeitenden intern oder extern eine neue Anstellung finden können. Die Qualität des Svar-Personals sei in anderen Spitälern und Gesundheitseinrichtungen äusserst gefragt. Der Svar geht aktuell davon aus, letztlich viel weniger als 80 Kündigungen aussprechen zu müssen. Für die davon betroffenen Mitarbeitenden haben der Svar und die Sozialpartner einen Sozialplan verhandelt, welcher am 29. Juni 2021 vom Regierungsrat genehmigt wurde.

Durch diese dynamische Personalsituation können Leistungen im Spital Heiden nur so lange aufrechterhalten werden, wie auch das entsprechend dazu benötigte Personal verfügbar ist. Im stationären Bereich wird dies bis Ende Juli 2021 der Fall sein. Parallel dazu sind die Patientenzahlen erwartungsgemäss sinkend. Aus diesem Grund werden die stationären Leistungen im Spital Heiden per 31. Juli 2021 sistiert. «Bis dahin werden die täglich durchschnittlich weit weniger als 20 stationären Patientinnen und Patienten vollumfänglich gemäss Leistungsauftrag behandelt und betreut», heisst es in der Mitteilung.

Onkologische Sprechstunde ab August in Herisau

Ebenfalls per 31. Juli 2021 endet das ambulante onkologische Angebot in Heiden. Die onkologische Sprechstunde findet ab August im Spital Herisau statt. Den davon betroffenen Patientinnen und Patienten, welche eine regelmässige onkologische Betreuung beanspruchen, werden vom Svar die zusätzlichen Transportkosten finanziert. Dies bis zur definitiven Schliessung des Spitalbetriebs in Heiden.

Die ambulanten Sprechstunden Urologie, Gynäkologie, Chirurgie, Handchirurgie, Kardiologie, Pneumologie, Gastroenterologie, Nephrologie sowie auch die Hämodialyse werden im Spital Heiden weitergeführt. Die Notfallstation im Spital Heiden ist täglich von 8 bis 18 Uhr weiterhin in Betrieb. Patientinnen und Patienten, welche ausserhalb dieser Betriebszeiten eine Notfallversorgung benötigen, können sich entweder an die hausärztliche Notfallnummer (0844 55 00 55), eines der umliegenden Spitäler (Herisau: 071 353 21 21, Kantonsspital St.Gallen: 071 494 11 11 oder Stephanshorn: 071 282 74 74) oder bei einem akuten Notfall an den Rettungsdienst (144) wenden.

Von der anstehenden Spitalschliessung nicht betroffen ist der Rettungsdienst vom Svar. Der Rettungsdienst-Stützpunkt in Heiden bleibt bestehen. «Damit wird sichergestellt, dass die Notfallversorgung im Vorderland gewährleistet sein wird», heisst es in der Mitteilung.

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