Ausserrhoder Landsgemeinde

Die Ausserrhoder Landsgemeinde als die zentrale Institution des Kantons konnte sich erst nach den Freiheitskriegen entfalten. Also erst ab 1403. Landsgemeindeähnliche Zusammenkünfte sind für die vorangehenden Jahrzehnte aber durchaus denkbar.

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Die Ausserrhoder Landsgemeinde als die zentrale Institution des Kantons konnte sich erst nach den Freiheitskriegen entfalten. Also erst ab 1403. Landsgemeindeähnliche Zusammenkünfte sind für die vorangehenden Jahrzehnte aber durchaus denkbar. Die Entwicklung einer Ausserrhoder Landsgemeinde mutet aus heutiger Sicht durchaus logisch an: Wie hätte sich eine bäuerliche Gesellschaft sonst organisieren können?

Die Zeit der Appenzellerkriege war auch eine Epoche, in der sich «Appenzelle daz lant» vermehrt zur Eidgenossenschaft hinwandte. 1411 schloss es ein Burg- und Landrecht mit den Eidgenossen. Und auch personell waren die Bande zu Schwyz und Glarus eng: Die ersten vier Landammänner waren Schwyzer und Glarner; als solche führten sie auch während zehn Jahren die Landsgemeinde.

Überflüssig, den Einfluss der Innerschweizer Länderorte auf die politische und institutionelle Entwicklung des Appenzellerlands weiter auszuführen.

Bis zur Landteilung 1597 kamen die Stimmberechtigten in Appenzell zusammen; ausserordentliche Landsgemeinden fanden auch in Hundwil statt. Seit den Anfängen wählte die Appenzeller Landsgemeinde den Landammann und den Landweibel, später auch Pannerherr, Statthalter, Seckelmeister, Landshaupt- mann und Landsfähnrich.

Die Landsgemeinde entschied als «grösster gwalt» über Krieg und Frieden, Verträge, Gesetze, die Erteilung des Landrechts, und die Landsgemeinde verlangte von beiden, Landammann und Volk, den Treueeid.

Das erste ausserrhodische Landbuch von 1615 legte bereits die bis ans Ende der Ausserrhoder Landsgemeinde gültige Regel fest: Als einziger Landsgemeindekanton wechselt Ausserrhoden zwischen zwei Standorten, Trogen und Hundwil, ab.

Stimmrechtsausweis war seit jeher das Seitengewehr, der Degen. Er galt in der Entstehungszeit als Symbol der Ehrenhaftigkeit. Über eine lange Tradition verfügen auch Trommler, Pfeiffer und Spiessenmannen. Weit weniger alt ist das Landsgemeindelied «Ode An Gott»; die Zeilen «Alles Leben strömt aus Dir» wurden erstmals 1838 gesungen. (gbe)