Ausserrhoden in Zugzwang: Weil eine eigene Prüfhalle wohl erst 2027 Realität wird, soll in Teufen ein Provisorium entstehen

Der Kanton St.Gallen hat seinem Nachbarkanton per Ende Jahr die Mitbenutzung des Prüfungsstandorts in Winkeln wegen Eigenbedarfs aufgekündigt. Ausserrhoden muss eine neue Lösung suchen.

Karin Erni
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Ausserrhoder Fahrschüler werden die Prüfung bald nicht mehr in St.Gallen ablegen.

Ausserrhoder Fahrschüler werden die Prüfung bald nicht mehr in St.Gallen ablegen.

Gaetan Bally / KEYSTONE

Ab kommendem Jahr können die jährlich rund 1400 Ausserrhoder Fahrschüler ihre Prüfung nicht mehr in St. Gallen-Winkeln ablegen. Der Kanton St. Gallen hat die seit 1993 bestehende Zusammenarbeit aufgekündigt. Hanspeter Sigg, Leiter des St. Galler Strassenverkehrsamts, sagt auf Anfrage, man brauche die Räumlichkeiten selber. «Wir haben pro Jahr 6000 Fahrzeuge mehr im Kanton, das ergibt höhere Frequenzen.» Zudem sei die Disposition für die übrigen Prüfungsstandorte in St. Gallen-Winkeln zusammengelegt und der Kundendienst ausgebaut worden.

Strassenverkehrsamt mit Prüfungshalle

Das Departement Inneres und Sicherheit von Appenzell Ausserrhoden muss sich nun um eine eigene Prüfstelle kümmern. Gemäss Vorsteher Hansueli Reutegger sei man bei der Evaluation eines Standorts für das Strassenverkehrsamt mit Prüfhalle «in der Finalissima». Geplant ist, Führer- und Fahrzeugprüfungen an einem Standort durchzuführen.

Als bis 2027 befristete Übergangslösung ist die Nutzung des Areals beim kantonseigenen Ausbildungszentrum Bächli in Teufen vorgesehen. Dieses wird vorwiegend von Feuerwehr, Zivilschutz und Militär genutzt. Der Feuerwehr soll der Platz weiterhin zur Verfügung stehen. Andere Nutzungen sollen gemäss Reutegger aber reduziert werden. Die Beeinträchtigung für die Anwohner soll sich in Grenzen halten. «Aufgrund des Prüfungsbetriebes wird ein sehr geringer Mehrverkehr erwartet, welchen wir entsprechend als zumutbar erachten.»

Platz für Töffparcours

Die Bewilligungsbehörden der Gemeinde Teufen seien bereits vorinformiert. Ein Übungsplatz ist vor allem wegen der rund 400 Motorradprüfungen pro Jahr nötig. Die Lenker müssen vor der Prüfung einen Parcours fahren. Damit dies am neuen Standort problemlos möglich ist, wird der schadhafte Teerbelag auf der Zufahrt und den Vorplätzen erneuert. Auch bei den Büroräumlichkeiten seien kleinere Arbeiten nötig, so Reutegger. Der Kanton rechnet mit Kosten von 300000 bis 350000 Franken.