Vorstoss im Ausserrhoder Kantonsrat:
Der Bau von kleineren Windenergieanlagen soll vereinfacht werden

Der Heidler CVP-Kantonsrat Werner Rüegg hat ein Postulat eingereicht. Darin fordert er Lockerungen beim Bau von Windrädern bis 30 Meter Höhe ausserhalb der Bauzonen. Davon profitieren könnten Landwirte.

Jesko Calderara
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Im Appenzellerland gibt es nur wenige kleine Windenergieanlage, wie hier bei Gais.

Im Appenzellerland gibt es nur wenige kleine Windenergieanlage, wie hier bei Gais.

Bild: APZ

Wird irgendwo in der Schweiz ein Windenergie-Projekt in Angriff genommen, ist Widerstand vorprogrammiert. Auch das geplante Vorhaben bei Oberegg konnte bis heute nicht realisiert werden. Nun sollen in Appenzell Ausserrhoden zumindest die Vorschriften für den Bau von kleineren Windenergieanlagen ausserhalb der Bauzone gelockert werden. Dies fordert ein Postulat, das der Heidler CVP-Kantonsrat Werner Rüegg eingereicht hat. 20 Mitglieder des Kantonsparlaments aus allen Fraktionen haben den Vorstoss unterzeichnet.

Konkret verlangt Rüegg eine Anpassung des Richtplans. Demnach sollen künftig Anlagen bis zu einer Höhe von 30 Metern zur Gewinnung von Windstrom grundsätzlich überall möglich sein, beispielsweise in der Landwirtschaftszone. Heute ist dies nicht der Fall. Aus Gründen der Effizienz, der Wirtschaftlichkeit und des Landschaftsbildes sei ausserhalb der Bauzonen auf den Bau von kleinen Windenergieanlagen zu verzichten, heisst es dazu im kantonalen Richtplan.

Beschränkter Beitrag zur Energieversorgung

Werner Rüegg, Kantonsrat.

Werner Rüegg, Kantonsrat.

Bild: pd

Sein Postulat begründet Rüegg unter anderem mit Erfahrungen, die er als Präsident der Energiestadt-Region Appenzellerland über dem Bodensee gemacht hatte. Diese Organisation wollte 2017 auf einem Bauernhaus in Heiden eine Testanlage der Hochschule Rapperswil mit vier Metern Durchmesser aufstellen. Wegen des erwähnten Artikels im Raumplanungsgesetz wurde das Ansinnen abgelehnt. Für Rüegg ist dies unverständlich. «Es gibt einige Liegenschaftsbesitzer ausserhalb der Bauzonen, die zumindest einmal prüfen lassen möchten, ob eine kleine Windenergieanlage für sie in Frage käme», sagt er. Der gültige Artikel schliesse faktisch aber aus, dass innovative Landwirte, Skiliftbetreiber oder Hausbesitzer dies tun können.

Mit dem Postulat möchte Rüegg zudem einen weiteren Anstoss geben, beim Thema erneuerbare Energien «endlich» vorwärts zu machen, wie er es ausdrückt. Energie aus solch kleinen Windenergieanlagen könnten seiner Ansicht nach zusammen mit der Solarenergie auch im Winter den Energiebedarf der erwähnten Betriebe decken und einen Beitrag zu Energiestrategie 2050 leisten. Rüegg räumt allerdings ein, dass diese Anlagen für die gesamte Energieversorgung am Anfang nicht von grossem Nutzen sind. «Sie können aber genügend Strom produzieren, um in einer Siedlung einige Häuser damit zu beliefern», sagt Rüegg. Er sei überzeugt, dass Windräder mit der Zeit zum gewohnten Bild gehören werden und in der Landschaft nicht stören.